Generalvikar Michael Fuchs, Domkapellmeister Roland Büchner, Rechtsanwalt Ulrich Weber und Günther Perottoni (Weißer Ring)

Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und Straftaten körperlicher Gewalt kritisch prüfen lassen: Bistum Regensburg beauftragt externen Anwalt auf Empfehlung des Weißen Rings

27.04.2015

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. April 2015 im Wolfgang-Saal der Regensburger Domspatzen gaben das Bistum Regensburg und die Stiftung Regensburger Domspatzen die nächsten Schritte bekannt, Straftaten sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt aufzuklären und aufzuarbeiten, die Mitarbeitern zur Last gelegt wurden. Die Diözese hat entschieden, die Aufarbeitungstätigkeit in Bezug auf die Domspatzen von einer unabhängigen Stelle kritisch prüfen zu lassen. Gemeint ist damit die Recherche sowohl der Straftaten sexuellen Missbrauchs als auch der Straftaten körperlicher Gewalt, die im Bereich der Regensburger Domspatzen Mitarbeitern und Verantwortlichen zur Last gelegt wurden. Diese Aufgaben werden einem externen Anwalt auf Empfehlung des Weißen Rings anvertraut, weil dieser Verein seit fast vier Jahrzehnten in Deutschland das Vertrauen der Öffentlichkeit aufgebaut hat, den Opfern von Kriminalität und Gewalt zur Seite zu stehen.

Im Folgenden veröffentlichen wir die Statements von Generalvikar Michael Fuchs, Domkapellmeister Roland Büchner, Rechtsanwalt Ulrich Weber und Günther Perottoni vom Weißen Ring Regensburg.

Erklärung von Domkapellmeister Roland Büchner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Regensburger Domspatzen

Domkapellmeister Roland Büchner

Sowohl die Diözese Regensburg als auch die Regensburger Domspatzen sehen sich in jüngster Zeit, aber auch schon seit dem Bekanntwerden von Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfen im Jahr 2010 mit der Tatsache konfrontiert, dass im Zusammenhang mit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit in den Einrichtungen der Domspatzen,Vorwürfe erhoben werden, dass bei der Bearbeitung der Fälle verheimlicht und vertuscht werde und den Betroffenen nicht angemessen begegnet werde.

 

Ich möchte an dieser Stelle als Domkapellmeister und auch als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Regensburger Domspatzen ausdrücklich betonen, dass uns jeder einzelne geschilderte Fall im Innersten berührt, zutiefst erschüttert und sprachlos gemacht hat. Im Namen der Einrichtungen der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen aber auch von Chor, Musikgymnasium und Internat in Regensburg kann ich die Opfer nur um Entschuldigung und Vergebung bitten und versichern, dass wir alles in unserem Verantwortungsbereich unternehmen, dass den Opfern Hilfe und Genugtuung widerfährt und mit Hilfe der bestehenden und stets weiterentwickelten Präventionsmaßnahmen zukünftige Übergriffe verhindert werden. Diese Entschuldigung gegenüber allen Opfern von Missbräuchen und Misshandlungen in Einrichtungen der Domspatzen wiederhole ich in tiefer Erschütterung und Scham.

 

Seit 1994 mit meinem Amtsantritt habe ich alle Verantwortlichen zu größter Wachsamkeit bezüglich der oben geschilderten Thematik aufgerufen. Schon vor ca. 12 Jahren wurde bei uns ein Ablaufplan bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch entwickelt und auch im Leitbild „Philosophie unserer Institution“ von 2006 ist das Thema der Prävention enthalten. Prävention heißt ja, Kinder stark machen, ihren Bedürfnissen eine Sprache geben. Dies wird durch die Struktur in unserem Haus gefördert, z.B. dass wir kleine Klassen haben und die Präfekten/Erzieher und Lehrer fast alle Schüler kennen. Es gibt das Projekt „Männer für Männer“, das von den Biologielehrern im Zusammenhang mit dem Aufklärungsunterricht organisiert wird. Im Nachgang dazu gehen Schulpsychologin und Beratungslehrerin in die Klassen, um Fragen zu beantworten und auch behutsam auf das Thema „Missbrauch“ einzugehen. Es besteht ein Arbeitskreis „Prävention“, in dem Schüler, Eltern, Lehrer, Präfekten und sonstige Mitarbeiter für das Thema „Missbrauch“ sensibilisiert werden und es bestehen seit 1.7.2010 verbindliche Richtlinien für Präfekten/Erzieher zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen als Dienstanweisung. Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ist für alle Mitarbeiter verpflichtend. Aktuell erfolgt in diesem Jahr eine verpflichtende Fortbildung zur Prävention sexualisierter Gewalt aller unserer Mitarbeiter, auch der ehrenamtlichen Helfer und Personen, die im nichtpädagogischen Bereich tätig sind.

 

Die Regensburger Domspatzen haben sich gemeinsam mit dem Bistum Regensburg dafür entschieden, dass die Vorwürfe bezüglich sexuellem Missbrauch und/oder körperlicher Misshandlungen, welche die Vorschule der Domspatzen in Etterzhausen/Pielenhofen und die Einrichtung in Regensburg mit Musikgymnasium, Chor und Internat betreffen, die sich dort seit 1945 ereignet haben, auch von außen aufgearbeitet werden. Wir verstehen, dass nicht alle Betroffenen mit der Aufarbeitung ihres persönlichen Schicksals einverstanden sind und dass eine unterschiedliche Sichtweise bestehen bleibt. Dass eine Genugtuung nicht in jedem Fall gelingen kann, muss nicht extra betont werden. Deshalb glauben wir, dass gerade auch im Hinblick auf die Transparenz für die Opfer, aber auch für die Öffentlichkeit es notwendig ist, eine unabhängige Institution einzuschalten, die eine Begutachtung/Untersuchung der im Raum stehenden Taten, Vorwürfe und Verdächtigungen vornimmt und darüber berichtet.

 

Die Opfer und auch unsere Schüler, Ehemalige, Eltern, Lehrkräfte und Angestellte haben ein Anrecht darauf, dass das Geschehen der Vergangenheit transparent aufgearbeitet und in den entsprechenden Kontext gestellt wird. Auch in der Öffentlichkeit müssen die Dinge benannt und zeitlich korrekt dargestellt werden, wobei gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte zu wahren sind. Wir in der Institution der Domspatzen haben leidvoll erfahren müssen, dass in der öffentlichen Diskussion bisweilen wenig differenziert wird und Geschehnisse von vor 40 oder 50 Jahren von manchen auf die heutige Situation übertragen werden. Bei der Öffentlichkeit herrscht die Unsicherheit, ob die Missbrauchs- und Misshandlungsfälle wirklich der Vergangenheit angehören. Berichte über Fälle der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden manchmal mit Bildern und Filmen der Domspatzen aus der Gegenwart illustriert. Dass dann angefragt wird, ob man denn heutzutage die Einrichtung der Domspatzen für die Ausbildung empfehlen kann, wenn es derartige Vorkommnisse gegeben habe, muss zu denken geben. Ich kann nur betonen, dass unser Haus offen ist und unsere Eltern hinter unserem Bildungs- und Erziehungskonzept stehen.

 

Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass es die Stiftung Regensburger Domspatzen nachdrücklich begrüßt, dass man nun gemeinsam den Weg geht, dass die Aufarbeitung bei den Domspatzen von einer unabhängigen Instanz geprüft wird, auch unter Einbeziehung von Opfern, und dass darüber berichtet wird. Dafür sind wir Bischof Rudolf Vorderholzer, Generalvikar Michael Fuchs und der gesamten Bistumsleitung dankbar.

 

 

Standortbestimmung von Generalvikar Michael Fuchs

Generalvikar Michael Fuchs

Seit 2010 sind wir in Wellen immer wieder intensiv mit der Aufarbeitung von Vorwürfen von Sexuellem Missbrauch und Körperverletzung in der Vergangenheit beschäftigt gewesen. Der Bereich der Domspatzen hat dabei nicht nur große öffentliche Aufmerksamkeit gefunden, sondern ist in vielen Details komplex und nicht immer leicht zu recherchieren.

Am 24. Februar 2015 hatten wir Sie eingeladen, um Ihnen den Zwischenbericht von Angelika Glaß-Hofmann vorzustellen. Frau Glaß-Hofmann ist Ansprechpartnerin des Bistums Regensburg für die Opfer von Straftaten körperlicher Gewalt. Es war der zweite Bericht des Bistums Regensburg zu diesem Thema. Ein Fazit dieses Berichtes war die Ankündigung, die Aufarbeitungstätigkeit des Bistums Regensburg in Bezug auf die Domspatzen von einer unabhängigen Stelle kritisch prüfen lassen zu wollen.
 

Wir haben nun den Weißen Ring gebeten, uns einen Anwalt seines Vertrauens zu empfehlen, der diese Arbeit vornehmen kann. Gemeint ist damit die Recherche sowohl der Straftaten sexuellen Missbrauchs als auch der Straftaten körperlicher Gewalt, die im Bereich der Regensburger Domspatzen Mitarbeitern und Verantwortlichen zur Last gelegt wurden. 

Das Bistum Regensburg hat sich entschieden, diese Aufgaben einem Anwalt des Weißen Rings anzuvertrauen, weil dieser Verein seit fast vier Jahrzehnten in Deutschland das Vertrauen der Öffentlichkeit aufgebaut hat, den Opfern von Kriminalität und Gewalt zur Seite zu stehen. Günther Perottoni leitet die Außenstelle des Weißen Ringes hier in Regensburg. Er wird Ihnen gleich noch vertiefende Informationen zur Arbeit des Vereins vorstellen.

Der weiße Ring hat in den fast 40 Jahren seines Bestehens ein flächendeckendes Netz von Ansprechpartnern aufgebaut, an die sich Geschädigte wenden können. Zu diesen Ansprechpartnern zählt auch Rechtsanwalt Ulrich Weber, der hier in Regensburg eine Anwaltskanzlei führt. Er wird die Überprüfung federführend leiten und auch den vorgesehenen Bericht verantworten. Ulrich Weber wird heute auch noch ausführen, in welcher Weise er die Aufgabe angehen wird. Von Seiten der Diözese ist uns wichtig, dass er seine Arbeit unabhängig und ergebnisoffen gestaltet. Dies ist die Voraussetzung für ein glaubwürdiges und umfassendes Resultat.

Und ich hoffe, dass das heute vorgestellte Projekt durch diese Beauftragung einer unabhängigen Stelle zu mehr Klarheit führt, die betroffenen Opfer bei der Aufarbeitung des erlittenen Leids unterstützt und uns als Diözese nicht nur hilft, das Geschehene in rechter Weise zu sehen, sondern auch für die Zukunft die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, denn Aufarbeitung und Prävention sind Zwillinge. 

Abschließend erlauben Sie mir bitte noch zwei Hinweise. 

Zum einen möchte ich Ihnen für die Berichterstattung nach dem Pressegespräch im Februar danken. Sie führte dazu, dass sich zahlreiche Menschen an das Bistum wandten, um von Gewalterfahrungen zu berichten, die sie durch Mitarbeiter im Bereich der Domspatzen erlitten. Die entsprechenden Anerkennungsleistungen werden vom Bistum Regensburg seit Anfang März überwiesen. Ich  bitte Sie um Verständnis, wenn ich Ihnen heute noch keine Zahlen und Daten liefere. Fest zugesagt aber ist hiermit der entsprechende Bericht, sobald wir den Eindruck haben, dass die meisten Meldungen berücksichtigt sind.   

Zum anderen ist mir der Hinweis wichtig: Das heute vorgestellte Projekt bedeutet nicht, dass das Bistum Regensburg seine Aufarbeitung abschließen wird. Was auch immer veröffentlicht wird – darüber entscheidet Rechtsanwalt Weber – es wird sich für uns nicht um einen Abschlussbericht handeln können. 

Vielmehr wird auch das Ergebnis dieses Projekts für uns nur ein Zwischenergebnis sein. In der Öffentlichkeit soll bekannt sein, dass das Bistum Regensburg jederzeit offen ist für Menschen, die sich an uns mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs oder erlittener Körperverletzung wenden wollen. 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 

Günther Perottoni: Der Weisse Ring e. V. Regensburg und seine Rolle in der Untersuchung der Missbrauchs- und Misshandlungsfälle bei den Regensburger Domspatzen

Günther Perottoni, Weißer Ring

Wer sind wir?
Der Weisse Ring ist die einzige bundesweit tätige Organisation der Opferhilfe. Zu unseren Gründern gehörte unter anderem Eduard Zimmermann.

Was tun wir?
Wir helfen uneigennützig und unabhängig Menschen, die von vorsätzlichen Straftaten betroffen sind:

  • Wir leisten menschlichen Beistand und persönliche Betreuung nach der Straftat.
  • Wir leisten Hilfestellung im Umgang mit Behörden und begleiten zu Behördengängen und Gerichtsverhandlungen.
  • Wir unterstützen bei materiellen Notlagen als Folge von Straftaten z. B. durch Hilfechecks für anwaltliche Beratung oder psychotraumatologische Erstberatung.
  • Unsere Opferanwälte leisten konkrete juristische Hilfestellung, z. B. bei der Durchsetzung von Ansprüchen nachdem OEG etc.
  • Wir vermitteln Hilfen anderer Organisationen. 

Wir engagieren uns in der Prävention, in dem wir:

  • die Opferperspektive bei Maßnahmen der Kriminalprävention verdeutlichen
  • über neue Kriminalitätsformen informieren
  • Netzwerke der Prävention stärken
  • unser Wissen über den Opferschutz in Präventionsmaßnahmen einfließen lassen
  • kriminalpräventive Projekte begleiten
  • neue Präventionsprojekte initiieren.


Warum tun wir das?

Weil Verbrechensopfer nicht nur eine juristische Aufarbeitung der Tat brauchen, sondern vor allem auch kompetente unabhängige Hilfe zur Durchsetzung ihrer Ansprüche und ein öffentliches Eintreten für ihre Belange.

Dies alles gehört mit zur Möglichkeit der seelischen Aufarbeitung von Verbrechen und soll einen Weg zurück in ein unbelasteteres Leben zeigen.

Wer unterstützt uns?
Wir arbeiten mit hauptberuflichen und ehrenamtlichen Partnern in einem Netzwerk zusammen.

Wir finanzieren uns durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Unsere tägliche Arbeit in den Außenstellen wie Regensburg wird aktiv unterstützt von ehrenamtlichen Mitgliedern, die z. B. ihre beruflichen Kompetenzen unentgeltlich in den Dienst unserer Sache stellen.

Warum agieren wir unabhängig?
Wir sind unabhängig von einer staatlichen Finanzierung.

Die einzigen, für die wir Partei ergreifen, sind die Kriminalitätsopfer.

Unsere Mitglieder arbeiten rein ehrenamtlich und nehmen keine Vorteile oder Vergütungen entgegen.

Wir achten und respektieren den Menschen in seiner Opfersituation. Dazu gehört auch, vorurteilsfrei die Entscheidungen von Kriminalitätsopfern zu respektieren.

Unsere Hilfe ist kostenlos und zeitlich nicht beschränkt.

Verschwiegenheit über die uns anvertrauten Informationen ist selbstverständlich.

Aber: Im Strafverfahren haben wir KEIN Zeugnisverweigerungsrecht gegenüber Gericht und

Staatsanwaltschaft.

Wie kam der Kontakt zur Diözese zustande?
Herr Generalvikar Fuchs kam von sich aus auf den Weissen Ring in Regensburg zu und erklärte, das Bistum und die Stiftung der Regensburger Domspatzen sei um eine vollständige Aufklärung der Vorfälle durch eine unabhängige Stelle bemüht. Uns wurde versichert, dass die Vorgehensweise dieser Person oder Institution nicht vom Bistum beeinflusst werde.

Warum haben wir gerade Herrn Weber als Vertragspartner für die Untersuchung vorgeschlagen?
Herr Weber engagiert sich bereits seit Jahren ehrenamtlich unter anderem als Opferanwalt in unserer Außenstelle. Wir haben ihn als engagierten, kompetenten Juristen kennengelernt, der soziale Verantwortung, ein respektvolles Miteinander und ehrliche Hilfsbereitschaft lebt. Seine Wertebasis und die Sensibilität und Erfahrung im Umgang mit Verbrechensopfern machen ihn für uns zum richtigen Mann für diese Angelegenheit.

Was wird die Rolle des Weissen Ring e. V. Regensburg in der Untersuchung durch Herrn Weber sein? 
Wir stehen Herrn Weber mit unserem Netzwerk und unserer Erfahrung bei Bedarf unterstützend zur Seite und werden auf seinen Wunsch hin im Beraterkuratorium vertreten sein.

Weitere Informationen: www.weisser-ring.de
Kontakt Außenstelle Regensburg Weisser Ring e. V.: Günther Perottoni, Tel. 0171 3011976

Statement von Rechtsanwalt Ulrich Weber zur Übernahme eines Untersuchungs-, Gutachtens- und Berichtsauftrages

Rechtsanwalt Ulrich Weber

Meine langjährige ehrenamtliche Arbeit als Opferanwalt führte dazu, dass mich der Weisse Ring der Diözese Regensburg und der Stiftung Regensburger Domspatzen als geeignet für eine neutrale Untersuchung der Missbrauchs- und Misshandlungsfälle bei den Regensburger Domspatzen von 1945 bis heute vorschlug.

Seit Anfang Februar 2015 fanden Vorgespräche statt, die mich schließlich zu der Überzeugung kommen ließen, dass ich im Rahmen des nun geschlossenen Vertrages wirklich unabhängig arbeiten kann. 

Meine zentrale Motivation ist es, meine juristische Kompetenz und meine ehrenamtliche Erfahrung im Opferschutz zu nutzen, um allen von diesen Vorgängen betroffenen Menschen die Möglichkeit zu geben, gehört zu werden.


Nach ausführlichen Gesprächen mit möglichst vielen aussagewilligen Beteiligten und intensivem Studium aller verfügbaren Akten und Unterlagen aus den Jahren 1945 bis heute werde ich in Form eines anonymisierten Abschlussberichtes eine Bewertung der Vorgänge abgeben. Es ist erklärtes Ziel der Diözese und der Stiftung Regensburger Domspatzen, meine abschließende Bewertung zu nutzen, um Transparenz zu schaffen, strukturelle Defizite im Umgang mit Missbrauchs- und Misshandlungsfällen früher und heute aufzuzeigen und die Präventionsarbeit zu verbessern.

Ich als Untersuchender möchte das Geschehene sichtbar machen, den Betroffenen Gehör verschaffen und dazu beitragen, dass Antworten gefunden werden, wie wir solche Geschehnisse künftig verhindern können. Ich sehe in dieser Untersuchung eine große Chance für alle Beteiligten. Jeder einzelne Betroffene, der gehört werden möchte, kann zu seiner persönlichen und zur gesellschaftlichen Aufarbeitung der Vorfälle beitragen.

Mein erster Schritt ist nun, mit den Opfern ins Gespräch zu kommen. Die Kontaktaufnahme wird unterstützt durch eine Hotline des Weissen Ring e. V. Regensburg (Ansprechpartner Günther Perottoni, Tel. 0171 3011976) und eine eigens freigeschaltete Homepage unter der Adresse www.uw-recht.org.