Offene Tür mit Aufschrift Raum der Stille
Raum der Stille im Johannes-Hospiz Pentling.

Erfahrungen aus der Hospizseelsorge

11.08.2015

Aktive Sterbehilfe, assistierter Suizid - im Bundestag wird das gerade heiß diskutiert. Wer am Ende seines Lebens steht, sieht sich konfrontiert mit Sterben, Leid, Tod. Und so mancher mag durchaus mit dem Gedanken an assistierten Suizid spielen. Für die katholische Kirche ist dies jedoch keine Option.

Um Menschen einen würdigen Abschied aus dem Leben zu ermöglichen, dazu ist die Hospizseelsorge da. Dr. Christoph Seidl ist der Beauftragte im Bistum dafür. Mit ihm haben wir gesprochen - über seinen Standpunkt zur derzeitigen Diskussion und vieles weitere. Und mit Diakon Reiner Fleischmann, der im Johannes-Hospiz in Pentling Sterbende seelsorgerisch betreut. Welche beeindruckenden Erfahrungen er dort tagtäglich macht, erzählt er uns im Interview.

Warum werden Sterbehilfe und assistierter Suizid diskutiert?

Wenn über aktive Sterbehilfe und assistierten Suizid – vor allem auch im Deutschen Bundestag – diskutiert wird, dann sind das Themenbereiche, bei denen die Katholische Kirche ihre Stimme erheben muss.

 

Aber: Wer diskutiert da eigentlich? Und warum ist das Thema gerade jetzt so präsent? Welchen gesellschaftlichen Hintergrund hat diese Diskussion?

 

Im Bistum Regensburg ist es Dr. Christoph Seidl, der Beauftragte für Hospizseelsorge, der diese derzeitige Diskussion aufmerksam verfolgt und solche Fragen beantworten kann.

 

Diakon Reiner Fleischmann: Erfahrungen eines Hospizseelsorgers

Diakon Reiner Fleischmann und Dr. Christoph Seidl

Diakon Reiner Fleischmann ist als Seelsorger im Johannes-Hospiz in Pentling im Dienst. Seit eineinviertel Jahren ist das Johannes-Hospiz in Betrieb. Mittlerweile ist es gut ausgelastet.

 

Er erläutert, wie ein Hospiz funktioniert und was es von herkömmlichen Krankenhäusern unterscheidet.

 

 


Menschen in unterschiedlichen Situationen

 

Die Vorstellungen von einem Hospiz in der Öffentlichkeit weichen oft sehr von der Wirklichkeit ab. Es sind nicht immer nur alte Menschen, die ins Hospiz kommen. Und manche - so traurig das klingt - wissen vorher gar nicht, was es bedeutet, ins Hospiz zu gehen.

 

Das sind alles Erfahrungen, die Diakon Reiner Fleischmann in seiner Tätigkeit als Seelsorger im Johannes-Hospiz schon gemacht hat. Er trifft dort auf Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen - hören Sie selbst.

 

 

Das Wohn- und Esszimmer im Johannes-Hospiz Pentling.


Assistierter Suizid im Hospiz 

 

Auch über das Thema assistierter Suizid kann Diakon Reiner Fleischmann einiges sagen. Immerhin ist er selbst schon einmal damit konfrontiert worden, als ein Sterbenskranker im Hospiz ganz konkret nach assistiertem Suizid gefragt hat.

 

 


Wie leben Menschen im Hospiz? 

 

Wie geht es den Gästen des Hospizes? Wie fühlen sich die Menschen, die dort ankommen? Wie leben Sie?

Der Großteil derer, die im Pentlinger Hospiz Gäste sind, fühlt sich nach relativ kurzer Zeit sehr wohl, weiß Reiner Fleischmann.

 

 

Hospizversorgung im Bistum Regensburg

Das Johannes-Hospiz in Pentling.

 

Zwei Hospize gibt es im Bistum Regensburg – in Pentling und in Vilsbiburg. Dazu kommen Palliativstationen in den Krankenhäusern, eine ambulante Palliativversorgung in Regensburg sowie mehrere Hospizvereine.

 

Für Dr. Christoph Seidl ist das noch nicht genug.

 

 

 


Gemeindeseelsorger als Ansprechpartner

 

Endstation Hospiz? Nein, denn für Menschen, die den Tod vor Augen haben, sind auch die jeweiligen Gemeindeseelsorger vor Ort Ansprechpartner. Dr. Christoph Seidl erklärt uns, welche Möglichkeiten es gibt, jemandem ein würdiges Scheiden aus dem Leben zu bereiten.

 

 

Sterben und Tod in der Öffentlichkeit

Das Thema Tod und Sterben ist nach Meinung des Beauftragten für Hospizseelsorge aber noch viel zu wenig in der Öffentlichkeit präsent.