Braut steckt Bräutigam Ring an Finger

Liebe, Ehe & Gott - Halt durch den Dritten im Bunde

09.04.2015

Sich festlegen? Für immer? Und das, obwohl es doch eine schier riesige Auswahl an alternativen Lebens- und Partnerschaftsmodellen gibt? Doch wie viel mehr ist es wert, einen Menschen zu finden, dem man uneingeschränkt vertraut, mit dem man alles teilt, der auch in schlechten Zeiten da ist – für immer. Eine solche Liebe braucht ein unbedingtes Ja, ein Ja ohne Wenn und Aber, ein Ja ohne ein Vielleicht. Mit dem Bund der Ehe geben sich Mann und Frau dieses Ja. Und das geschieht nicht nur gegenseitig: Gott ist der Dritte im Bund.

Menschen, sie sich auf diesen Weg gewagt haben oder die Reise der Ehe noch planen, sprechen von ihren Erfahrungen und der großen Stütze, die sie durch ihren Glauben erfahren haben. Wie stellen sich Jugendliche ein späteres Zusammenleben vor? Und welche Grundbausteine können helfen, eine solide Basis für eine gelingende Ehe zu schaffen? Zudem spricht der renommierte Philosoph Prof. Robert Spaemann über Herausforderungen, die die kirchlichen Sakramente und das Ideal der Ehe mit sich bringen.

Christen über ihre Erfahrungen in Partnerschaft und Ehe

Michael Weißmann ist Diakon und Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Regensburg.

"Liebe sagt zum Ehepartner auch dort noch Ja, wo das Gefühl einmal Nein sagt"

Wer eine Reise plant, der weiß: Ohne einen verlässlichen Reiseführer geht trotz guter Vorbereitung nichts! Auch für das Zusammenleben von Christen gibt es einen Begleiter: Die Bibel. Wenn Paulus die Zehn Gebote in der Aussage zusammenfasst "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!", dann hat er das Wichtigste im Leben auf diesen Nenner gebracht: Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst. Nur: das ist gar nicht so einfach.

Liebe muss wachsen. Sich auf die Liebe einzulassen, ist etwas Wertvolles! Manche verwechseln die Liebe mit Verliebtheit und halten sie nur für Gefühl. Für andere ist Liebe nur Sympathie oder Schwärmerei und manche sehen in der Liebe überhaupt nur eine Angelegenheit für die Dauer einer Nacht. Liebe hat viel zu tun mit Gefühlen. Aber sie ist mehr als nur Gefühl. Liebe hat nichts zu tun mit Besitzen, Beherrschen und Macht ausüben, sie hat aber viel zu tun mit dem Dasein für den anderen, mit Zusammenhalt in der Treue und im Glauben. Das hilft auch in schweren Zeiten. Liebe sagt zum Ehepartner auch dort noch Ja, wo das Gefühl einmal Nein sagt.

Denn von Reisen wissen wir, auf manchen Wegen muss man aufpassen, dass man zusammenbleibt, dass man sich nicht aus den Augen verliert. Auch in der Ehe gibt es Wegstrecken, die eher einer Wüstentour gleichen. Da ist es wichtig, den anderen im Blick zu behalten, seine Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen kennenzulernen.

Ich wünsche allen christlichen Eheleuten etwas von der unverbrüchlichen Liebe Gottes! Und uns allen wünsche ich, dass wir denen barmherzig zugetan bleiben, die an dem göttlichen Ideal einer lebenslangen Ehe trotz gegenläufiger Bemühungen gescheitert sind!

Michael Weißmann

Angefangen hat alles durch ein Auslandsjahr der Prager Studentin Tereza in Regensburg, wo sie Reinhard kennenlernte – lieben gelernt haben sie sich nicht zuletzt durch ihren gemeinsamen Glauben. Seit wenigen Tagen sind die beiden sogar verlobt: Noch dieses Jahr wollen sie den Bund der Ehe eingehen.

"Sich allein an sich selbst festzuhalten ist unmöglich!"

Wenn wir gemeinsam in der Prager Metro sitzen, müssen wir oft an die Geschichte zurückdenken, die wir einmal innerhalb einer Predigt gehört hatten: Zwei junge Menschen steigen in die U-Bahn, einer mit einem 'Jesus lebt'-Button auf seinem Rucksack. Daraufhin spottet ein Mann: 'Damit bin ich durch, man muss in seinem Leben Halt in sich selbst haben!' Doch die beiden jungen Christen setzen den selbstüberzeugten Kritiker schachmatt: 'Dann halten Sie sich doch in der nächsten Kurve an Ihrer Krawatte fest!'

Nicht nur die Metro fährt mal ruhig, mal ruckartig, mal bremst sie scharf oder es geht schnell voran: Auch innerhalb unserer Beziehung gibt und gab es gute und schwierige Augenblicke, immer aber konnten wir uns auf die Hilfe unseres Partners in einer schweren Zeit, beispielsweise bei Prüfungen oder einer familiären Situation, verlassen. Denn sich allein an sich selbst festzuhalten ist unmöglich!

Auch wenn die Unterstützung des anderen viel Sicherheit bietet, gibt es doch die größte Sicherheit, wenn man sich selbst, seinen Partner und seine Beziehung Gott anvertraut. Denn nicht nur die Erfahrungen, die wir gemeinsam erleben durften, sondern auch das Vertrauen auf Gott hat unsere Partnerschaft gefestigt. Habt Mut, fürchtet euch nicht! (Jes. 35,4) – Gott gibt uns Mut und Kraft in unserem Leben und in unserer Beziehung. Habt Mut! Auch wenn Situationen manchmal schwierig erscheinen und wir uns unserer Unzulänglichkeiten bewusst werden, können wir aus Gott im gemeinsamen Gebet Vertrauen schöpfen – zu Ihm und zueinander. Wir glauben fest daran, dass wir unsere Sorgen und Nöte schon gar nicht allein, aber auch nicht nur zu zweit lösen müssen: Wir können uns immer an Gott wenden.

Tereza Pištorová & Reinhard Kaiser

Frater Felix OPraem mit Jugendlichen

Frater Felix Biebl OPraem ist Pädagogischer Leiter der Jugendbildungsstätte der Prämonstratenserabtei Windberg. In seinen Kursen – vor allem in sogenannten 'Tagen der Orientierung' mit Schulklassen – begleitet er viele junge Menschen: Es geht um Lebensthemen wie Selbstsicht und Zukunft, Glaube und Werte, um den Aufbau der Klassengemeinschaft und nicht zuletzt um Liebe und Partnerschaft.

"Immer wieder fällt mir auf, wie durchdacht das Wertekonzept der jungen Menschen gerade in Sachen Liebe und Partnerschaft ist"

'Den Jugendlichen ist nichts heilig. Alles ist ihnen egal – vor allem hinsichtlich von Werten und Normen. In Sachen Liebe ist es besonders schlimm um die Jugend bestellt…' –  So oder so ähnlich wird nicht selten über unsere Jugendlichen geurteilt und es mag sicher auch die einen oder anderen Heranwachsenden geben, auf die diese Beschreibung zutrifft. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen: Einschätzungen wie die obigen sind, Gott sei Dank, in den aller meisten Fällen völlig realitätsfern.

Die Sichtweisen der Jugendlichen zu einzelnen Fragen gehen dabei oft ziemlich auseinander – je nach Herkunft, Schulart, Alter und sozialen Faktoren. Dies macht unsere Arbeit aber umso interessanter. Konkret fällt mir immer wieder auf, wie durchdacht das Wertekonzept der jungen Menschen gerade in Sachen Liebe und Partnerschaft ist. Liebe braucht Treue, Vertrauen, Wahrhaftigkeit, das richtige Verhältnis von Nähe und Freiheit, ein großes Maß an Kompromissbereitschaft und für die allermeisten Jugendlichen auch eine institutionelle Festigung in der Ehe. Letzteres wird aber meist erst für 'irgendwann mal später' angedacht – aus der Sicht von 15-jährigen natürlich nachvollziehbar.

Wenn aber dann irgendwann einmal geheiratet wird, so ist für die jungen Menschen in der Regel klar, dass dieses Versprechen auch durchgehalten wird. Dazu die 16-jährige Laura: 'Eine gute Ehe heißt, zu wissen, dass man das Wichtigste im Leben des anderen ist und dass man alles durchmachen kann und trotzdem denkt: Ich liebe Dich!‘

Dennoch: auch die Liebe ist vom Scheitern nicht verschont. Viele junge Menschen sind in ihrem familiären Umfeld von Scheidung betroffen, immer wieder kommt das in unseren Kursen zur Sprache – meist im informellen Rahmen. Dass dies sehr belastend ist, versteht sich von selbst. Von daher ist es meiner Meinung auch nicht verwunderlich, dass die Jugendlichen es selbst einmal anders machen wollen, dass sie alles dafür tun wollen, um ihre Familie zusammen zu halten.

Ziel unserer Orientierungstage ist es deshalb nicht, den jungen Menschen fertige Meinungen aufzudrücken, sondern mit ihnen in einen offenen Dialog zu treten. Gerade beim Themenkomplex Liebe und Partnerschaft fällt diese Begegnung oft recht kontrovers aus. Mir persönlich ist es dabei immer wichtig, nachvollziehbare Begründungen zu liefern, warum die Kirche ihre Lehren so vertritt, wie sie es tut – und wo vielleicht auch für uns als Kirche Handlungsbedarf besteht, dies aber immer vor dem Hintergrund der Frohbotschaft Jesu, damit es uns gelingt, die Perspektive aufzuzeigen, die Jesus uns verheißen und geschenkt hat: Ein Leben in Fülle.

Frater Felix Biebl OPraem


Astrid und Marcus Stockbauer leben in Niedergebraching und sind seit mehr als neun Jahren verheiratet. Ihren Glauben, den sie bereits im eigenen Elternhaus erfahren haben, wollen sie nun auch an ihre vier Kinder weitergeben.

"Das Sakrament ist nicht mit einer standesamtlichen Ehe vergleichbar"


"Entscheidend war für uns, unseren gemeinsamen Lebensweg vertrauensvoll unter den Schutz Gottes zu stellen, zu wissen, wir gehen nicht alleine durch Höhen und Tiefen. Es geht noch jemand mit, jemand, den man immer anrufen kann: denn Gott ist der Dritte im Bunde. Dies gibt großen Rückhalt im Eheleben: Man muss nicht immer alles alleine schaffen. Gott verlangt nicht, dass ich alles selbst löse, sondern ich kann mich ihm anvertrauen. Leben ist immer unvollkommen – Vollkommenheit kann nur Gott schaffen. Deshalb ist das Eheversprechen so rührend und enthält eine ganz andere Tragweite und Tiefe: Es ist endgültig, vielleicht fünfzig, sechzig Jahre. Und Gott ist Zeuge. Mit einer standesamtlichen Trauung ist das nicht vergleichbar."

Geheiratet hat das Paar in der Weihnachtszeit. "Das Christuskind lag vor uns in der Krippe. Das war für uns wie ein Zeichen, denn wir wünschten uns natürlich Kinder. Aber bei jeder Schwangerschaft schweben tausende Gedanken durch den Kopf, was alles passieren könnte. Und dann wächst ein gesundes Kind heran: ein Wunder und ein Geschenk, das wir mit großer Dankbarkeit annehmen."

Ganz bewusst sollten alle ihre Kinder in derjenigen Kirche die heilige Taufe empfangen, in der sie den Bund der Ehe eingegangen sind: In der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt im Straubinger Sossau. An diesen Ort kehrt die Familie immer wieder mit vielen Erinnerungen zurück. "Unseren Kindern sagen wir dann: 'Hier haben wir geheiratet, hier seid ihr getauft.' Wir zünden oft eine Kerze an, beten das Vater Unser und bitten die Gottesmutter, dass sie uns auch weiterhin beschützt."

Astrid & Marcus Stockbauer


Veronica & Eric Briemle

Prof. Spaemann über das Sakrament der Ehe und wiederverheiratete Geschiedene

Der renommierte Philosoph Prof. Robert Spaemann spricht im Interview mit Julia Wächter über das Eheideal der Kirche und die Problematik, die sich aus der derzeitigen Debatte um die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion ergibt.


Die Ehe ist heute in einigen Kreisen keine Selbstverständlichkeit mehr. Die kirchliche Vorstellung der Ehe wird immer mehr hinterfragt. Wie gilt es nun zu handeln? Würden Sie sagen, die Kirche gibt ihr Ideal der Ehe auf, wenn sie sich immer mehr an vorliegende Trends anpasst?

Ja. Die Neigung ist groß, sich allen Trends anzupassen, damit die Leute nicht weglaufen. Man muss aber immer in das Evangelium sehen. Die Massen liefen Jesus nach, doch dann sprach er davon, dass er seinen Leib zu essen und sein Blut zu trinken gab. Das hat er keineswegs geschönt, sondern die Leute waren schockiert und sind weggelaufen. Jesus fragte die Apostel: Wollt ihr auch gehen? Aber Petrus antwortete: Nein Herr, wir haben dich zwar auch nicht verstanden, aber du hast Worte des ewigen Lebens und wohin sollen wir denn sonst gehen? Das muss die Reaktion der Menschen sein. Auch in der Frage der Ehescheidung kommt es nicht darauf an, den vielen Menschen und den großen Trends nachzugehen, sondern ein Zeugnis davon zu geben, dass es auch eine andere und schönere Weise des Lebens gibt. Man darf auch nicht erst bei den Ehevorbereitungskursen ansetzen, sondern schon viel früher. Was eine christliche Weise zu leben ist muss schon in der Schule grundgelegt werden. Dann bekommt auch ein solches Verbot der Ehescheidung, das ja von Christus ganz klar und eindeutig ausgesprochen ist, Anziehungskraft.


Haben Sie konkrete Vorschläge der Umsetzung?

Das Wort fällt bei den einen auf guten, bei anderen auf schlechten Grund. Letztens kommt es darauf an, wen der Vater zieht. Sich ziehen lassen vom Vater, das ist die Lebensweise des Christen. Das muss auch gelehrt werden, schon im Zusammenleben der Kinder.


Sind diese Trends auf das vorherrschende Gottesbild zurückzuführen? Der barmherzige Gott steht allzu oft über allem. Bedrohliches wird ausgeblendet, vor allem in der Verkündigung an Kinder.

Ein Drittel der Lehre Jesu besteht aus Drohungen, die man alle eliminieren möchte. Es drohe gar nichts, Gott nehme uns wie wir sind. Das ist Schönrednerei. Vielmehr muss man sagen: Nein, Jesus nimmt dich nicht wie du bist. In seiner Predigt forderte er: Kehrt um, ihr seid auf dem falschen Weg! Natürlich, Jesus akzeptiert den Sünder und wenn der verlorene Sohn heimkommt, macht der Vater ein großes Fest. Aber warum richtet er dieses Fest aus? Doch weil er zurückgekommen ist. Der Vater ist nicht hinaus zu den Schweinetrögen gegangen.


Barmherzigkeit wird auch in der Debatte um wiederverheiratete Geschiedene und deren Zulassung zum Sakrament der Eucharistie gefordert. Dabei ist die Auffassung weitverbreitet, dass die Unauflösbarkeit der Ehe und die Barmherzigkeit konkurrierende Prinzipien seien. Wie kann deutlich gemacht werden, dass sich diese Prinzipien nicht gegenseitig ausspielen?

Barmherzigkeit besteht darin, dass man dem Notleidenden in seiner konkreten Situation beisteht und ihm hilft, das ewige Leben zu erwerben. Das Christentum ist keine Wellnessreligion. Wenn der Arzt mir beispielsweise sagt: Sie dürfen keine Zigarette mehr rauchen, sonst sind Sie in einem halben Jahr tot – und wenn man dann sagt: Aber lieber Doktor, seien Sie doch barmherzig – ist das falsche Barmherzigkeit. Der Arzt kann nur helfen, wenn sich dieser Patient an seine Worte hält. Die Kirche ist in der Situation des Arztes. Wenn ein Zusammenleben in einem zweiten Verhältnis gestattet wird, weil man es damit rechtfertigt, dass mit der Zeit eine neue Beziehung gereift sein kann, stellt sich die problematische Frage, wie oft man mit dem neuen Partner geschlafen haben muss, damit es nicht mehr Sünde, sondern eine gottgefällige Handlung ist, die die Kirche segnen soll. Jeder Akt des Ehebruchs ist schwere Sünde. Das ist die traditionelle Lehre der Kirche.


In dieser Situation wird oft nicht an den Partner gedacht, der verlassen worden ist.

Von ihm ist ohnehin viel zu selten die Rede. Es wird immer von dem armen Täter gesprochen und nicht von dem Opfer. Da gibt es beispielsweise eine Frau, die blieb mit vier Kindern alleine zurück. Plötzlich hat der Mann einen anderen Platz gefunden und dieses Verhältnis würde gestattet werden. Noch weiter gedacht: Was ist, wenn er anschließend wieder zurückkehrt zu seiner vorigen Frau? Hier entstehen Schwierigkeiten, aus denen man nicht herauskommen kann, statt zu sagen: Gott, du hast uns und deiner Kirche die Sakramente gegeben, die uns das Heil vermitteln, aber du selber bleibst frei, du kennst die Herzen. Wir müssen dem Menschen der Barmherzigkeit Gottes überlassen. Einem Menschen, der so darauf herumreitet, dass er nicht zur Kommunion gehen darf, muss man sagen: Dann geh doch einmal in der Woche mehr zur Messe, bete und tu‘ alles was du kannst und Gott ist barmherzig. Aber die Kirche kann sich das nicht erlauben. Gott aber kann auch über große Mauern springen.


Welche Bedeutung haben die Sakramente faktisch?

Heute ist das oft so ein Sakramentalismus, als ob das Heil des Menschen davon abhinge, dass er zur Kommunion geht. Es herrscht die Vorstellung, zu einem richtigen Messbesuch gehöre immer die Kommunion. Bank für Bank, sie gehen alle zur Kommunion. Ich frage mich, sind die Christen plötzlich ganz heilig geworden? Es ist höchst unwahrscheinlich, dass nur noch Leute leben, die nicht von schwerer Sünde belastet sind. Zur Kommunion gibt es Voraussetzungen. Das eine ist, man muss an die wirkliche Gegenwart Jesu unter den Gestalten von Brot und Wein glauben und das zweite, man darf sich keiner schweren Schuld bewusst sein, die man noch nicht bereut und gebeichtet hat. Unter diesen Voraussetzungen kann man zur Kommunion gehen. Ansonsten ist es ein größerer Akt der Ehrfurcht, der Verehrung für Christus und der Solidarität mit den Mitchristen, wenn man fernbleibt. Das drückt eine tiefere Verbindung aus. Ein Mensch, der in schwerer Sünde lebt, bleibt Sünder, das muss er mit Gott bereinigen. Es ist gut, wenn er jeden Sonntag zur Messe geht, obwohl er nicht zur Kommunion gehen kann. Schon im Religionsunterricht heute gibt es allerdings den Begriff der schweren Sünde kaum mehr.


Auf der anderen Seite wird die Beichte immer mehr vernachlässigt.

Ja, die Beichtstühle sind leer, und das ist auch sehr merkwürdig. Da haben die Leute plötzlich gar nicht dieses Verlangen. Wenn ein Mensch unbedingt zur Kommunion gehen will und es ihm derart ernst ist, soll er doch zunächst einmal beichten. Wenn er selbst das nicht tun will, wie kann er dann zur Kommunion gehen wollen?

Wie kann unsere Ehe gelingen?

Beziehung braucht Pflege! Ehe ist am Hochzeitstag kein fertiges Produkt, sondern unterliegt einem dauernden Lern- und Wachstumsprozess. Das soll und darf das Paar mit Gelassenheit erfüllen: zwei Menschen haben ein Leben lang Zeit, Ehe und Familie glücklich zu gestalten und miteinander in der Liebe zu wachsen. Diakon Michael Weißmann empfiehlt wichtige Bausteine, mit denen Sie Ihrer Ehe ein starkes Fundament geben können:

  • Geborgenheit schenken: Niemand kann leben, ohne irgendwo das zu finden, was wir mit Geborgenheit meinen: menschliche Wärme, Nähe und Beschütztsein. Schon ein einziger Mensch, der uns in seine Arme nimmt und der zu uns hält, lässt uns Schwierigkeiten und Stürme des Lebens leichter durchstehen.
  • Miteinander reden: Gerade im gemeinsamen Alltag Meinungs- und Gedankenaustausch pflegen! Lernen, über alles reden zu können, auch über die intimsten Belange. Nie vergessen, mit Worten zu danken, ehrliches Lob und Anerkennung auszusprechen, Komplimente zu machen. Auch Raum geben für Humor und Spaß.
  • Zärtlichkeit: Viele denken, das fällt uns nicht schwer. Aber auch der Bereich 'Zärtlichkeit' unterliegt mit den Jahren leicht den Abnützungserscheinungen. Mag unsere Schale noch so hart scheinen, im Kern unserer Seele sind wir alle empfindsam, zart und zerbrechlich.
  • Kraft schöpfen aus dem Glauben:  Gerade, wenn es mal schwierig ist, tut es gut zu wissen, dass jemand da ist, der sich kümmert. Dies gilt auch für die Ehe, für das ganze Leben. Einer ist immer da: Gott – ihm kann man sich anvertrauen. In seinen Händen ist unser Leben geborgen. Bei ihm können wir uns Kraft für die Liebe und Treue holen; bei ihm, der selber die Liebe und die Treue ist: Im gemeinsamen Beten in der Familie, im Tischgebet vor dem Essen, in der Mitfeier der Gottesdienste oder auch an den großen Festen des Kirchenjahres.
  • Einander annehmen: Das sagt sich sehr leicht, gehört aber, wenn es gelingt, zu den größten Leistungen, die ein Mensch vollbringt. Den Partner anzunehmen bedeutet: 'Du darfst bei mir sein, so wie du bist!' Verliebtheit ist blind, macht sich was vor. Liebe aber nimmt die rosarote Brille ab, schaut tiefer, sieht den Menschen wie er wirklich ist und sagt trotzdem Ja zu ihm.

Was tun bei Ehe- und Familienproblemen?

Vermutlich hängt in jeder Ehe und Familie einmal der Haussegen schief. Bei längerfristigen und tiefgreifenden Problemen können Sie sich jedoch vertrauensvoll an die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Bistums Regensburg wenden. Dort berät man Sie kostenlos, vertraulich sowie konfessions- und religionsunabhängig. 

Weiter Infos zur: Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Regensburg