Jubiläums-Pilgerfahrt der Ehejubilare nach Rom

14.04.2016

830 Ehejahre machten sich vom 04.-09.April auf den Weg nach Rom, um dort für ihr Ehejubiläum zu danken und es zu feiern.

Dieses Jahr feierte die "Pilgerfahrt der Ehejubilare" des Bistums Regensburg ein rundes Jubiläum. Zum zehnten Mal machte sich ein Bus mit Jubelpaaren auf den Weg in die ewige Stadt.

Im Gegensatz zu den Medienberichten setzen diese Ehepaare ein starkes Zeichen für das Sakrament der Ehe. Dass in einer langjährigen Beziehung nicht immer nur eitel Sonnenschein herrscht, ist auch den Jubelpaaren allseits bekannt.

Viel zu schnell verging die Zeit und ein Highlight jagte das nächste. Begleiten Sie die Jubelpaare noch einmal auf ihrer Reise in Wort und Bild.

Zum Jubeln wars! Eine Reise der besonderen Art

Forum Romanum

Zweimal im Jahr veranstaltet das Seelsorgeamt des Bistums Regensburg und das Bayerische Pilgerbüro eine Romfahrt der besonderen Art.

Als 2008 der erste Bus mit Ehejubilaren nach Rom startete, konnte keiner ahnen, dass diese Fahrt ein Riesenerfolg wird. In diesem Jahr feierte die „Pilgerfahrt für Ehejubilare“ des Bistums ein rundes Jubiläum.

Zum zehnten Mal machten sich vom 04.-09. April 21 Paare auf nach Rom, um dort für ihr Ehejubiläum zu danken und es zu feiern. Begleitet wurden die Jubelpaare von Domkapitular Peter Hubbauer, Domvikar Harald Scharf und Pastoralreferent Andreas Dandorfer, vom Referat Ehe und Familie des Seelsorgeamts.

Diese spezielle Romreise richtet sich vor allem an Paare die 20 Jahre, oder länger verheiratet sind. „Obwohl wir keine große Werbung betreiben könnten wir locker dreimal im Jahr nach Rom pilgern, soviele Anmeldungen haben wir“ erzählt Reiseleiter Domkapitular Peter Hubbauer.

„Wir kommen am Samstag nach sechs Tagen aus Rom zurück, die Paare gehen am Sonntag in die Kirche und erzählen, wie toll diese Fahrt war. Am Montag rufen dann bereits die ersten Paare an und möchten sich für die nächste Reise anmelden.“ So läuft das bei jeder Fahrt. Für die Septemberfahrt gibt es schon eine lange Warteliste, um vielleicht doch noch einen der begehrten Plätze zu ergattern. 

Ein Highlight jagte das nächste


Auch dieses Mal waren wieder alle Paare von der Pilgerfahrt für Ehejubilare begeistert. Lothar Brey aus Landshut und seine Frau werden noch lange von dieser Reise zehren. Für ihn war es eine außergewöhnliche Reise, „perfekt organisiert und man kann eigentlich kein Highlight herausheben, da es soviele Highlights gab“. Auf 25 Jahre Ehe blickten Regina und Werner Linhart zurück. Das Fazit der Reise fiel eindeutig aus: „Die Fahrt war einfach zum Jubeln!“

Für jeden war etwas geboten. Sei es der Spaziergang durch das antike Rom, die Generalaudienz mit Papst Franziskus, oder die emotionalen Gottesdienste an speziellen Orten. Für Wolfram Kuhfus bleibt vor allem der Gottesdienst in den „Domitilla Katakomben“ in Erinnerung: „Hier spürte man die Verbindung des alten Christentums mit uns Christen heute. Eine tolle Sache!“

Die erste Hälfte der Fahrt war vor allem durch das touristische und kulturelle Programm geprägt. Eine Führung durchs Kolosseum, dem Forum Romanum, oder der historischen Altstadt von Rom standen auf dem Zettel. Geführt wurden die Teilnehmer von einer waschechten Bayerin. Brigitte Heilmeier-Malvagna ist in Landshut aufgewachsen. Sie lebt allerdings bereits seit über 30 Jahren in Rom und führt seither Gruppen als Fremdenführerin. „Das Besondere an Brigitte ist, dass sie die Menschen nicht nur mit historischen Daten füttert, sondern auch aktiv Verkündigung betreibt“, so Prälat Peter Hubbauer. Das wussten auch die Pilger sehr zu schätzen.

Papst Franziskus ganz nah


Die zweite Wochenhälfte war von emotionalen Höhepunkten geprägt. Beginnend am Mittwoch mit der Generalaudienz von Papst Franziskus. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein konnten die Pilger den Heiligen Vater einmal ganz nah erleben. Am Block der Regensburger Pilger fuhr das "Papamobil" gleich zweimal vorbei. Eine besondere Ehre wurde den drei Goldjubelpaaren zuteil. Sie durften in einem speziellen Block in Sichtweite zu Papst Franziskus Platz nehmen.

Der emotionalste Höhepunkt stand den Jubelpaaren am Donnerstagnachmittag bevor. Nachdem sich im Hotel alle frisch und schick gemacht hatten, gings für die Gruppe nach Castel Gandolfo. In der dortigen Basilika feierten die Jubelpaare ihren Festgottesdienst. 

Sie erinnerten sich noch einmal an ihr Eheversprechen und erhielten von Domkapitular Hubbauer und Domvikar Scharf den Einzelsegen als Paar. Da zitterte auch den stärksten Männern die Stimme und Tränen kullerten über die Wangen. Seinen Abschluss fand dieser emotionale Tag mit einem festlichen Abendessen in Ariccia. Als Erinnerung an diese Fahrt erhielten alle Paare eine Urkunde, die von Bischof Rudolf Voderholzer persönlich unterzeichnet wurde. Er ließ auch seine herzlichsten Grüße an die Paare übermitteln, denn ihm liegt diese Fahrt auch sehr am Herzen.

Brunnen in den vatikanischen Gärten. Im Hintergrund sieht man das Haus von Papst Benedikt XVI. em.

Vatikan pur


Den letzten Tag der Reise verbrachten die Jubelpaare im Vatikan. Los ging es mit einem Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten mit Blick auf das Haus von Papst Benedikt XVI. em. Jeder versuchte auf Bewegungen am Fenster zu achten, vielleicht ließ er sich ja blicken. Und Tatsache - als die Gruppe nachmittags durch die Vatikanischen Museen ging, erblickten sie von einem Fenster eine weißgekleidete Person auf der Dachterrasse. Es war tatsächlich Papst Benedikt XVI. em., der seinen Nachmittagspaziergang auf der Dachterrasse machte.

Über diesen Anblick freuten sich die bayerischen Pilger sehr. Als letzter Höhepunkt stand noch das Durschreiten der Heiligen Pforte am Petersdom auf dem Programm. Singend und betend zog die Gruppe durch die Heilige Pforte und ließ die gewaltigen Dimensionen des Gotteshauses auf sich wirken.

Am Samstag hieß es leider schon wieder: „Arrivederci und Grazie Rom!“. Doch die Erinnerungen an diese besondere Romfahrt werden noch lange nachklingen und alle Teilnehmer freuen sich schon sehr auf das Nachtreffen im Sommer.


Ehe ist kein Zuckerschlecken: Gibt es ein Geheimrezept für eine lange Ehe?

Laut Statistik wird in Bayern jede dritte Ehe geschieden und die maximale Dauer einer Ehe beträgt heute in Deutschland durchschnittlich 14 Jahre und 8 Monate. Doch dass es auch anders geht, beweisen die Teilnehmer der Pilgerfahrt der Ehejubilare nach Rom.

Ehejubilare setzen starkes Zeichen für das Sakrament der Ehe


Vor allem der Festgottesdienst mit Segnung der Jubelpaare in Castel Gandolfo ist ein absoluter Höhepunkt der Pilgerfahrt. In den Albaner Bergen verbringen normalerweise die Päpste ihren Sommer. „Es ist auch etwas ganz Besonderes in der Sommerresidenz der Päpste diesen Gottesdienst halten zu dürfen.“, erzählt Prälat Peter Hubbauer, Leiter des Seelsorgeamtes.

Da passte es auch, dass der Mesner dieses Mal kein normales Messgewand aus dem Schrank holte, sondern das Messgewand des heiligen Papst Johannes Paul II.

 „Es ist ein Geschenk 30,40, oder 50 Jahre verheiratet zu sein“


„Und wenn wir dann den Festgottesdienst halten und so manche Träne über die Wangen rollt, da wird einem immer wieder bewusst, dass es auch ein großes Geschenk ist, wenn Paare 30, 40, oder 50 Jahre verheiratet sind. Und zurückschauen können, dass sie sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten zusammengeholfen haben“, so Prälat Peter Hubbauer.

Ehepaar Helga und Josef Kagerbauer

„Alle die behaupten, man könne mit einem Partner nicht über lange Zeit zusammen bleiben, strafen diese Jubelpaare Lügen.“, fügte er noch an. In Zeiten von Formaten wie, „Der Bachelor“, oder „Schwiegertochter gesucht“, sind die Partnerschaften oft von kurzer Dauer. „Wegen jedem kleinen Streit geben junge Paare heutzutage auf“, erzählt Helga Kagerbauer.

Sie ist mit ihrem Mann bereits 50 Jahre verheiratet und zählte somit zu den Gold-Jublern. „Es war nicht immer einfach in diesen 50 Jahren“, gibt sie ehrlich und offen zu, doch man darf nicht immer gleich aufgeben und alles hinschmeißen. „Auch wenn einmal die Fetzen fliegen, kommt danach auch wieder die Liebe durch und man merkt, dass man den Partner braucht“, weiß Helga Kagerbauer zu berichten. Für sie spielt der Glaube in der Ehe eine wichtige Rolle: „ Ich hab dem Herrgott bei der Hochzeit ja etwas versprochen und das möchte ich auch halten!“.

Für ihren Mann, Josef Kagerbauer gibt es kein Patentrezept für eine lange Ehe. „Man muss den ganzen Menschen in den Blick nehmen und mögen. Nicht nur die körperliche Schönheit, die ja mit der Zeit nachlässt, oder sonstige Wesensmerkmale. Und wenn man den ganzen Menschen leiden kann und mag, dann basst des!“

Gerade in schlechten Tagen zeigt sich die wahre Liebe!


In einer Ehe gibt es nicht nur eitel Sonnenschein. Ganz im Gegenteil. In jeder Beziehung gibt es Stress und Streit. Da bildet die Ehe keine Ausnahme, betonte Domkapitular Hubbauer in seiner Predigt in Castel Gandolfo. Dieser Meinung kann sich Arthur Joschko nur anschließen. Er feierte letztes Jahr mit seiner Frau Eva die Silberhochzeit. „Die Tiefen gehören nun mal auch zum Leben dazu, das muss man akzeptieren“. 

Für das Ehepaar Joschko ist der Spruch: „In guten wie in schlechten Zeiten“ die Maxime ihrer Ehe. „Unser Sohn hat einmal gesagt: Ihr habt Höhen und Tiefen durchschritten und seid stark geblieben! Darauf sind wir sehr stolz“, so Eva Joschko. Und wenn es mal nicht so läuft, zieht sie Kraft aus ihrem Glauben. So lassen sich die schwierigen Zeiten auch leichter überstehen.

Marita und Reiner Weber bei der Segnung der Jubelpaare

Es gibt kein Patentrezept für eine lange Ehe


Reiner und Marita Weber durchschreiten seit 30 Jahren die Höhen und Tiefen ihres Lebens gemeinsam. Auf die Frage was einen 30 Jahre zusammenhält, gibt es für Reiner Weber eine ganz einfache Antwort: „Die Liebe hält uns zusammen“

Seine Frau Marita Weber holte sich auf der Reise Tipps von anderen Ehepaaren, die noch länger verheiratet sind. Gegenseitiger Respekt, die gleiche Werteeinstellung und viel Toleranz sind ihrer Meinung nach wichtige Kriterien für eine lange Ehe.

Summa summarum kann man sagen, dass es kein einheitliches Rezept für eine lange Ehe gibt. Der Glaube, gegenseitiger Respekt, Toleranz und der Blick für den ganzen Menschen, sind gute Zutaten für eine lange und glückliche Ehe. Und eine Prise Humor darf natürlich auch nicht fehlen.

Fotoimpressionen der Pilgerfahrt: Die besten Schnappschüsse



Auch die zehnte Pilgerfahrt der Ehejubilare nach Rom war wieder ein voller Erfolg.

Viel zu schnell vergingen die sechs ereignisreichen Tage in der ewigen Stadt.

Verfolgen Sie im Bilderalbum noch einmal die Highlights dieser besonderen Reise.


Fotoalbum: Pilgerfahrt der Ehejubilare nach Rom