Strand Meer Atlantik

Soulsurfer: Auszeit in Frankreich

 

Von 1. bis 10. September heißt es "Salut à France"!
Gemeinsam mit der Katholischen Jugendstelle Regensburg Land geht es zum Surfen in den Westen Frankreichs nach Vieux-Boucau-les-Bains. Soulsurfen. Nicht nur körperlich, auch geistig wollen wir Wellenreiten: Soulsurfen, das heißt sich mit sich selbst, den "Wellen" im Leben und den echten Wellen des Meeres auseinanderzusetzen. Motivation, Erfolg, Frustration, aufstehen, hinterfragen. In diesen spannenden Tagen stellen wir uns existenzielle Fragen, kommen vielleicht näher bei uns an, finden Balance, oder entdecken ungeahnte Seiten.

Was beschäftigt mich? Was möchte ich erreichen? Wie komme ich zur Ruhe? Welche Gedanken und Antworten nehme ich mit nach Hause? - Wie die nächsten 10 Tage wohl werden...

Täglich aus Frankreich blogt dazu Marie-Luise Appelhans von der Presse- und Medienabteilung des Bischöflichen Ordinariats in Regensburg.
#Soulsurfer #GlaubeMalAnders

 

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Tag 1: Voyage Voyage

01/09/17

 

Abfahrt um 11.30 Uhr in Regensburg

Mit dem Desireless-Klassiker "Voyage Voyage" aus dem Jahr 1989 (hier die deutsche Übersetzung zum Lied) im Kopf geht es nach Vieux-Boucau-les-Bains. Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg Land empfängt uns um 11 Uhr am Abfahrtsort in Regensburg. Ungefähr 20 Stunden Busfahrt sind zu meistern bis wir unseren Zielort erreicht haben.
Genug Zeit um sich etwas kennenzulernen und die ersten Abläufe zu besprechen.

Tag 2: Ankommen

02/09/17

 

Ankommen...

Nach 24 Stunden Busfahrt kommen wir endlich gegen Mittag an der französischen Antlantikküste an. Zwar sind wir alle da, 22 junge Menschen, aber ganz "angekommen" sind wir noch nicht. Einweisung, Zelte beziehen, Campführung und die erste Surf-Theorie-Einheit. Der erste Tag vor Ort ist schnell vergangen.

Wir freuen uns auf mehr Zeit morgen, vor allem für den Geist. Die ersten Surfstunden im Meer beginnen für so manchen bereits um 7 Uhr am Strand...

 

 

Tag 3: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

03/09/17

 

"[...] Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen [...]"

 

Mit diesen einleitenden Worten - aus dem Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse - startete Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg Land unsere ersten IMPULS.

Nach den ersten Surfversuchen, ein paar Erfolgen und ebenso vielen frustrierenden Momenten mit den Brettern im Atlantik war der Zauber der Begeisterung trotz allem zu spüren.
Hauptthema war deshalb mit den Gedanken á la Hermann Hesse unsere Gemeinschaft. Gemeinsam wagen wir Neues, muntern uns auf, tauschen uns aus. Gemeinsam glauben wir an uns. Und sind eine Glaubensgemeinschaft.
Immer wieder neue Dinge zu entdecken macht das Leben interessant und schön. Das gilt nicht nur für das Surfen hier in Frankreich. Auch Zuhause kann man sich so immer wieder neue Perspektiven schaffen, indem man ausprobiert, entdeckt, testet. Auch im Glauben. Darauf macht uns Simon Schmucker besonders aufmerksam: Sich immer wieder neu erfinden.

Tag 4: Schwarz auf Weiß

04/09/17

 

Schwarz auf Weiß...

hatten wir heute eine große Wahrheit vor Augen. Mit einer kurzen Aufgabe, eine "Bildbeschreibung" anzufertigen, begingen wir den abendlichen IMPULS in unserer schon so wunderbar zusammengewachsenen Gruppe.
Ein schwarzer Punkt auf weißem Grund. Ein Din A4 Blatt mit einem dicken, schwarz gefüllten Kreis hatte jeder vor sich liegen. Technische Beschreibungen, philosophische Interpretationen, alles Mögliche kam dabei heraus. Interessant, lustig, detailgetreu. Doch das Schwarz rückte in jeder Beschreibung in den Vordergrund.

Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg Land erklärte uns anschließend aus welchem Grund er diese Aufgabe für uns wählte:

Oft sehen wir im Leben nur die weniger schönen Dinge, sie rücken in den Vordergrund. Probleme, Sorgen, Missgeschicke, Enttäuschungen. Doch müssen wir uns auch bewusst machen, dass dies nur "Punkte" sind, das Leben außenrum ist meist viel weiter, vielseitiger. Sich auf das Schöne und Gute konzentrieren zu können, die schwarzen Punkte auch einmal zu relativieren, darauf kommt es letztendlich an.

 

Basis hierfür ist das Bibelzitat

"Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst" (Markus 12,29-31)

 

In diesem Sinne sollten wir uns also auch in der Schwarz/Weiß-Perspektive nicht immer nur mit den Nächsten vergleichen. Nicht nur sehen, wer etwas besser kann, mehr hat, weniger Anstrengung braucht.
Sondern auch mit uns zufrieden sein. Sich eben selbst lieben, um den Anderen und sich selbst besser annehmen zu können.

 

Viel Schwarz sieht man auch hier im Surfcamp schnell: Gestern klappte der Aufstieg auf das Brett besser, die Wellen waren heute zu hoch, ein Surfkurs entfiel.
Doch wesentlich ist eigentlich: Unsere tolle Gemeinschaft, das Surfen LERNEN, die lustigen Momente, die wunderschöne Natur um uns herum.

 

 

 

Tag 5: San Sebastian

05/09/17

 

Ausflug in das Nachbarland.

Heute ging es nach Spanien, genauer gesagt nach San Sebastian - spanisch für "Heiliger Sebastian".

Wer der heilige Sebastian war, erfahrt ihr hier.

Zugleich ist dies unser Surf-Pause-Tag. Muskelkater, kleine und größere Verletzungen, blaue Flecken: All das kann mehr oder weniger kuriert werden.
Das wunderschöne Zentrum der baskischen Altstadt beeindruckt aufgrund seiner Verzierungen, die überall in der Stadt verteilt sind. Schnörkelige Brücken, Laternen, repräsentative Häuser ringsherum mit tollen Fassaden. Perfekte Lage, vor allem für Surfer: die spanische Stadt liegt direkt am Meer.
Die vielen kleinen Gassen führen uns zu zahlreichen Kirchen. Riesige Bauten, die plötzlichen zwischen den sonst so schmalen Häuserwänden herausstechen. Die Sonne lässt die Glasfenster der Gotteshäuser im Innenraum bunt leuchten.

 

Natürlich kam bei diesem Ausflug auch das abendliche Vergnügen nicht zu kurz. Gemeinsam besuchten wir noch eine Bar und schlenderten durch die Gassen in San Sebastian. Zurück ging es erst um ein Uhr nachts, das heißt Ankunft um drei Uhr. Wenig Schlaf für die ersten Surfstunden ab sieben Uhr früh am Atlantik. Doch mittlerweile haben wir uns an das straffe Programm gewöhnt.

Tag 6: Klein wie Jona

06/09/17

 

Wie Jona im Wal...

so mag sich so mancher heute Morgen gefühlt haben, meint Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg-Land bei unserem abendlichen Impuls an Tag 6.


Denn wenn man auf dem Surfbrett im Meer liegt, steht, versucht, darauf Halt zu finden, dann merkt man sehr schnell, wie klein man ist. Die kräftigen Wellen des Meeres spülen jeden Einzelnen von uns regelmäßig gen Strand.


Neben Jona und dem Wal ging es jedoch im Anschluss vor allem um das Thema Anders-Sein. Oft wird dies mit der Geschichte von Jona und dem Wal in Verbindung gebracht. Simon Schmucker hielt jedoch noch einen weiteren Text bereit: Die Sicht auf einen Pinguin. Zuerst eine, sagen wir, "ungünstige" Perspektive. Denn als Vogel beispielsweise ist der Pinguin nicht gerade ein idealer Kandidat, verbindet man Vögel doch meistens vor allem mit dem Fliegen. Dass man also manchmal nur die Umgebung, die Sichtweise und die Talente betrachten und an das Gegebene anpassen muss, das sollte man nie vergessen.


Was heißt das für uns hier in Frankreich? Nicht jeder schafft es gleich auf das Surfboard, doch ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht talentiert oder gar schlecht ist? Wenn man vergleicht, dass wir vor wenigen Tagen noch nicht ansatzweise surfen konnten, sind wir so betrachtet schon ein ganzes Stück weiter. Und gut. Ein Perspektivenwechsel, der auf vieles im Leben zutrifft.


Ein Aha-Moment, den wir sicher noch öfter im Leben haben werden. Oder brauchen.

 

 

Tag 7: Ende und dann?

07/09/17


Ende und dann?

Mit Tag 7 der Soulsurfer-Auszeit in Vieux-Boucau rückt auch das Ende in Sichtweite. Samstagabend wird es zurück gehen, wieder knapp ein ganzer Tag Fahrt zurück nach Regensburg. Der Impuls widmete sich deshalb dem Thema "Ende". Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg-Land stellte uns drei Fragen:

Was kann Gott für mich tun?

Was würde ich tun, wenn ich in zehn Jahren sterbe?

Wer und was sind mir wichtig?

Um diese mit Einkehr und für uns zu beantworten, verbrachten wir unsere Gemeinschaftsrunde am Meer. Lautes Rauschen, dicke Wolken, die Nacht rückte näher. In Stille saßen wir und überlegten. Alleine für sich. Manche unterhielten sich. Holten sich Rat im Gespräch mit Simon. Ein paar Leute gingen recht früh, andere blieben noch lange sitzen bis es ganz dunkel wurde.

Ein intensiver Impuls.

Ruhe.

Zusammenhalt.

Fragen, die uns wohl noch länger im Kopf schwirren werden. Ob wohl jeder Antworten gefunden hat...?

Tag 8: Letzte Anstrengungen

08/09/17

 

Letzte Anstrengungen...

Mit den letzten Surfstunden einen Tag vor unserer Heimreise ging der anstrengende Teil des Surfcamps zu Ende. Alle übrigen Kräfte noch einmal gesammelt, um eine möglichst gute Figur auf dem Surfboard zu machen, die gelernte Technik bestens umzusetzen und den starken Wellen zu trotzen. Geschafft.
Nachdem sich das Surfen immer nach den Gezeiten richtet zogen sich die Trainingseinheiten bis in den Nachmittag, sodass Einige erst gegen 16 Uhr zurück vom Meer kamen. KO aber glücklich.
Der restliche Tag verlief daher entspannt, nur das große Packen begann. Alle Dinge wieder suchen und hoffentlich finden. Gefühlt Sandberge aus den Zelten fegen.
Abends trafen wir uns wieder zum Impuls. Dieser verlief dieses Mal sehr spaßig. Ein nochmals ernsterer Teil folgt Morgen, zum Besinnen bevor es wieder nach Regensburg geht.

Wir alle freuen uns schon wieder auf die eigenen Betten, frische Klamotten, Freunde, Familie und ein wenig auf den sonst so verpöhnten Alltag. Denn eines ist nun gewiss: Surfen ist richtig anstrengend.

 

 

Tag 9: Los geht's

09/09/17

 

Los geht's...

ab nach Hause, zurück ins Bistum Regensburg.
Abschließend zu unserer Surffahrt gestalteten wir heute gemeinsam einen Wortgottesdienst.
Dankbarkeit stand dabei im Mittelpunkt. Wer wollte, hatte die Gelegenheit sich mit ein paar Worten zu bedanken, egal für was, für wen.
Dankbar waren wir alle vor allem für die tolle Gemeinschaft, zu der wir in dieser kurzen Zeit gewachsen sind. Das Surfen kann auch schnell gefährlich werden. Rücksicht, Vorsicht, Hilfe. All das geht nur, wenn man auf sich und andere achtet. Ohne größere Verletzungen sind wir durch die vergangene Woche gekommen.
Doch auch ein paar persönlichere "Dankeschöns" wurden in der Runde geteilt: Dass es uns allen so gut geht; dass man Familie und Freunde hinter sich hat; dass man immer wieder Neues für sich entdecken kann;...

Wir Soulsurfer haben uns auch bei Simon Schmucker von der Katholischen Jugendstelle Regensburg-Land bedankt - ein paar Mitbringsel aus San Sebastian für Simon und seine Familie. Doch auch wir kamen nicht zu kurz: Simon versorgte alle noch einmal mit süßen Überraschungen aus einer der örtlichen Boulangeries.

Um diesen Moment festzuhalten, Gedanken weiterzuspinnen und sich zu erinnern bekamen wir noch eine letzte Aufgabe:
Auf goldenes Papier - um die Wichtigkeit hervorzuheben - einen Brief an uns selbst zu verfassen.
Diesen schickt Simon in einem halben Jahr an unsere Adressen. Sodass wir uns erinnern, freuen, nachdenken, in uns gehen,...
Eine schöne Idee.

Tag 10: Endstation

10/09/17

 

Tag 10 unserer Reise, Tag der Rückkehr und Ankunft.
Eine lange Busfahrt liegt hinter uns. Jeder ist froh sich endlich wieder aus den Sitzen zu lösen und Zuhause ausruhen zu können.
Manche haben noch ein Stückchen Fahrt vor sich nach Amberg, Pressath, Cham...
Für Andere ist Regensburg die Endstation.

Das Erlebte muss nun erst einmal sacken, Koffer ausgepackt, Schlaf nachgeholt werden.