Foto: Kindermissionswerk Die Sternsinger/Bettina Flitner

Sternsingeraktion 2016

22.12.2015

"Segen bringen, Segen sein! Respekt für Dich, für mich, für Andere!"

Unter diesem Motto ziehen die Sternsinger in den Tagen rund um den 6. Januar von Haus zu Haus und sammeln bei den Menschen Geldspenden für ärmere Kinder. Es ist die größte katholische Spendenaktion, bei der Kinder für Kinder sammeln. Erfahren Sie hier mehr über das diesjährige Projektland Bolivien, das Kindermissionswerk, die grenzübergreifende Sternsingeraktion im Bistum Regensburg und Pilsen und welch wertvolle Hilfe Sie mit Ihrer Spende bewirken können.

Was Sie mit Ihrer Spende bewirken können!

Kindergarten in El Alto. Foto: Kindermissionswerk Die Sternsinger/Bettina Flitner.

Die Stiftung Palliri in El Alto

Respekt, Integration und Selbstbewusstsein – das sind Eckpfeiler der Arbeit von Palliri. Bei Palliri bilden alle eine große Gemeinschaft – egal, welche Hautfarbe jemand hat oder woher er kommt. Seit 22 Jahren arbeitet die Stiftung in El Alto, der am schnellsten wachsenden Stadt Boliviens mit rund einer Million Einwohnern. Die Sternsinger unterstützen die Arbeit seit 2010 unter anderem in den Bereichen:



Kindergarten

120 Kinder zwischen acht Monaten und fünf Jahren besuchen den Palliri-Kindergarten. Sie werden rund um die Uhr liebevoll betreut und bekommen mehrere gesunde Mahlzeiten am Tag. Das ist in vielen bolivianischen Familien nicht selbstverständlich.

 

Die Hilfe der Sternsinger:

  • Anschaffung von Lebensmitteln
  • Freizeitaktivitäten mit den Kindern
  • Personalkosten

Kinder- und Jugendzentrum

215 Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren besuchen regelmäßig das Palliri-Zentrum. Dort können sie ihre Hausaufgaben machen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Ein Psychologe und mehrere Sozialarbeiter betreuen die Jungen und Mädchen. Sie beziehen auch die Eltern in die Arbeit ein.

 

Die Hilfe der Sternsinger:

  • didaktisches Material
  • Freizeitaktivitäten
  • Lebensmittel
  • Workshops und kulturelle Projekte
  • Unterstützung beim Bau eines Begegnungszentrums
Die Palliri-Fußballschule. Foto: Kindermissionswerk Die Sternsinger/Bettina Flitner.

Fußballschule

Zwei Trainer bringen den jungen Kickern in der Palliri-Fußballschule nicht nur Kopfbälle und technische Finessen bei, sondern auch Fair Play, Teamgeist und Durchhaltevermögen. An vier Tagen in der Woche trainieren rund 100 Jungen und Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren in El Alto. Selbstverständlich tragen sie auch regelmäßig Turniere aus.

 

Die Hilfe der Sternsinger:

  • Gehalt für zwei Trainer, einen Koordinator und einen Pädagogen
  • Ausbesserung des Sportplatzes
  • Ausflüge mit den Kindern,
  • Transport zu Turnieren
  • Elternschule

 

Die Begleitung der Arbeit der Stiftung Palliri in El Alto ist nur eines von vielen Projekten in Bolivien und anderen bedürftigen Ländern, die das Kindermissionswerk mit Ihren Spenden unterstützt und somit Hilfe zur Selbsthilfe für arme Menschen leistet. 

Bolivien: Das diesjährige Projektland

Die längste Stadtseilbahn der Welt. Foto: Kindermissionswerk Die Sternsinger/Susanne Dietmann.

Bolivien ist das Land mit dem größten Salzsee, dem höchsten schiffbaren See und der gefährlichsten Straße der Welt. Auch der Regierungssitz La Paz schafft mit rund 3.600 Metern Höhe einen Rekord; vor kurzem wurde hier die längste städtische Seilbahn der Welt eröffnet. Das diesjährige Beispielland des Kindermissionswerks ist ein Land der Superlative, und die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

 

Bolivien zählt zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Fast jeder zweite Bolivianer lebt unter der Armutsgrenze. Betroffen ist vor allem die Landbevölkerung. In der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen, Bildungs- und Arbeitsperspektiven, ziehen immer mehr Familien vom Land in die Städte. Dort werden die Neuankömmlinge oft ausgegrenzt und diskriminiert.

Viele schämen sich für ihre Herkunft, ihre Kleidung und ihre Sprache - um dazuzugehören, passen sie sich an. Die eigene Kultur und Tradition gehen dabei oft verloren. Nicht selten zerbrechen darunter familiäre Strukturen: Viele Väter verlassen ihre Familien, andere flüchten in den Alkohol, misshandeln Frau und Kinder.

 

Kinder

Bolivien ist ein sehr junges Land: Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, jeder zehnte Einwohner ist sogar jünger als fünf Jahre. Die Lebenserwartung der Bolivianer ist seit 1970 von 46 auf 67 Jahre gestiegen.

 

Kinderarbeit

Etwa 850.000 Minderjährige in Bolivien arbeiten. Das ist fast jedes dritte Kind. Im Juli 2014 trat ein neues Gesetzt in Kraft, das Kinderarbeit schon ab dem zehnten Lebensjahr erlaubt. Es ist weltweit das erste Gesetz, das unter maßgeblicher Beteiligung von Kindern entstanden ist. In Bolivien sind mehr als 10.000 minderjährige Arbeiter in Kindergewerkschaften organisiert, die sich vehement für ein Recht auf Arbeit eingesetzt haben. Das neue Gesetz soll Kinderarbeit nicht verbieten, sondern arbeitenden Jungen und Mädchen Rechte und Schutz zugestehen. International wurde das Gesetz sehr kontrovers diskutiert.

Leben auf dem Land. Foto: Kindermissionswerk Die Sternsinger/Bettina Flitner.

Bevölkerung

Obwohl Bolivien dreimal so groß ist wie Deutschland, leben in dem südamerikanischen Land nur rund zehn Millionen Menschen (Deutschland: ca. 81 Millionen). Die größte Bevölkerungsgruppe bilden die Volksgruppen der Quechua (gesprochen Ketschua) und Aymara im Hochland und die Guaraní im Tiefland. Zwei Drittel der Bolivianer leben in Städten, konzentriert auf La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz. Jedes Jahr wächst die Stadtbevölkerung um zwei Prozent.

 

Religion

Etwa 80 Prozent der Bolivianer sind katholisch, ein geringer Bevölkerungsteil ist evangelisch oder freikirchlich. Häufig vermischt sich das Christentum mit Elementen des traditionellen Glaubens. Unter den Militärdiktaturen des späten 20. Jahrhunderts hat sich die katholische Kirche nach und nach zum mutigen Anwalt der Armen und Verfolgten entwickelt. Heute steht sie konsequent an der Seite der Armen: Die Kirche trägt etwa 40 Prozent der Bildungseinrichtungen, teilweise mit staatlicher Unterstützung; Gemeinden, Diözesen und Orden engagieren sich in sozialen und karitativen Projekten.

 

Sprachen

36 Volksgruppen gibt es in Bolivien, und alle haben ihre eigene Sprache. Die offizielle Amtssprache Spanisch brachten die spanischen Eroberer im Jahr 1538 ins Land. Seit 2009 gehören außerdem Quechua, Aymara und Guaraní der gleichnamigen größten Volksgruppen des Landes zu den offiziellen Sprachen. Sie werden auch in der Schule unterrichtet.

 

Plurinationaler Staat

Im Januar 2009 trat in Bolivien eine neue Verfassung in Kraft, mit der die Republik Bolivien in "Plurinationaler Staat Bolivien" umbenannt wurde. Ein wichtiges Ziel der neuen Demokratie war es, die indigene Bevölkerung in ihren Rechten und ihrer Kultur zu stärken. Ihre Diskriminierung wurde nach Artikel 14 verboten, gleichzeitig wurden indigene Wahlkreise eingeführt und eine Quotenregelung für das Parlament festgesetzt. Der seit 2006 amtierende Präsident Evo Morales stammt aus der Volksgruppe der Aymara und ist der erste indigene Präsident des Landes. 

Das Kindermissionswerk stellt sich vor

Seit 56 Jahren ist das Kindermissionswerk das Hilfswerk der Sternsinger, seit 1998 trägt es 'Die Sternsinger' im Namen. Die Sternsinger - das sind über 300.000 Mädchen und Jungen, die sich rund um den Dreikönigstag bei Schnee und Kälte in königlichen Gewändern auf den Weg machen, Gottes Segen zu den Menschen zu bringen und Geld für Kinder in Not zu sammeln.

 

Die Sternsinger - das ist auch das Hilfswerk hinter der Aktion, das dafür Sorge trägt, dass die den Sternsingern anvertrauten Spenden über fachkundig begleitete Hilfsprojekte bedürftigen Kindern in der Welt zugute kommen. Durch die Vermittlung von Projektpartnerschaften und die Unterstützung von Sponsoren und Spendern stellt es darüber hinaus eine nachhaltige Förderung dieser Projekte sicher.

 

Die Sternsinger - das sind viele tausend Kinder und Erwachsene, die das ganze Jahr über mit ihren Einsatz in die weltkirchliche Arbeit in Deutschland hineinwirken und sich für Frieden und Gerechtigkeit für Kinder in der Welt einsetzen.

 

Die Sternsinger sind all das und noch viel mehr. Auf unserer Homepage geben wir einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' e.V., und damit zeigt wir auch das große Engagement der Sternsinger, der Partner in der Welt und der vielen Spender.

Sternsinger im Bistum Regensburg

Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt in Kladruby.

Eine bayerisch-tschechische Premiere: Hunderte Sternsinger sammeln für arme Kinder

Es wird ein beeindruckendes Bild sein, wenn am 29. Dezember mehr als 500 Mädchen und Jungen aus Bayern und Tschechien als "Heilige drei Könige" verkleidet durch die Straßen von Kladruby (bei Stříbro) ziehen. Es ist der Auftakt der großen gemeinsamen Sternsinger-Aktion 2016, den die beiden Bischöfe von Pilsen und Regensburg ins Leben gerufen haben. Eine gemeinsame Eröffnung der Sternsinger-Aktion unter Beteiligung von tschechischen und bayerischen Kindern hat es bisher noch nicht gegeben. Damit jeder weiß, wie das "Sternsingen" so funktioniert, haben Vertreter der Jugendverbände aus Regensburg bereits vor einigen Wochen für die Kinder mehrerer Schulen im Bistum Pilsen einen Informationstag in Kladruby veranstaltet.

 

Regensburg und Pilsen: eine langjährige Freundschaft

Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg und Bischof František Radkovský aus Pilsen verbindet nicht nur eine jahrelange persönliche Freundschaft, sondern auch eine Partnerschaft ihrer beiden Bistümer. 2014 waren zahlreiche tschechische Gläubige zu Gast beim Katholikentag in Regensburg. Höhepunkt war dabei eine grenzübergreifende Wallfahrt nach Neukirchen beim Heiligen Blut mit den beiden Bischöfen und mehr als 3.000 Gläubigen aus Bayern und Tschechien.

 

Zu Kladruby hat Bischof Rudolf zudem eine besondere Verbindung, denn seine leibliche Mutter stammt ursprünglich von dort. Bei einem Treffen im Sommer dieses Jahres beschlossen beide Bischöfe, die große Eröffnung der Sternsingeraktion gemeinsam mit einem Wortgottesdienst in der Klosterkirche der ehemaligen Benediktinerabtei in Kladruby zu eröffnen. Die gemeinsame Durchführung der Aktion ist ein weiteres Zeichen für die enge deutsch-böhmische Freundschaft, ein Zeichen für den Grenzen übergreifenden gelebten Glauben. "Wir beide werden die jungen Menschen aussenden, dass sie in den Häusern und Wohnungen den Segen Gottes an die Türen schreiben und Spenden sammeln für bedürftige Kinder. Die Sternsingeraktion, bei der Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige verkleidet durch die Häuser ziehen, ist die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder.", erklärten die beiden Bischöfe.

Sternsinger aus dem Bistum Regensburg.

Kinder helfen Kindern!

"Segen bringen, Segen sein! Respekt für Dich, für mich, für Andere!". Unter diesem Motto ziehen die Sternsinger in den Tagen rund um den 6. Januar von Haus zu Haus und sammeln bei den Menschen Geldspenden für ärmere Kinder. Der 6. Januar ist das Fest der Heiligen drei Könige, die einst durch den Stern von Betlehem zur Krippe von Jesus geführt wurden. Es ist das größte Spendenprojekt, bei dem Kinder für Kinder sammeln. Die bayerischen Kinder sammeln für das Kindermissionswerk. Ein katholisches Hilfswerk, das sich für Hilfsprojekte für Kinder in allen Ländern dieser Welt einsetzt. Die tschechischen Kinder sammeln für den Caritasverband der Diözese Pilsen. Dieser wird die gesammelten Gelder für Kinder- und Familienprojekte in Tschechien einsetzen. Die Spenden kommen also immer benachteiligten Kindern zugute!

 

Ablauf am 29. Dezember in Kladruby

Ab 11.00 Uhr besteht die Möglichkeit zum Umziehen und Schminken in der Schule von Kladruby. Gegen 13.00 Uhr ziehen alle Sternsinger von der Schule hinauf zur Klosterkirche. Dort werden sie von den beiden Bischöfen empfangen und feiern mit ihnen eine Andacht um 14.00 Uhr in deutscher und tschechischer Sprache. Danach ziehen alle wieder zu einer gemeinsamen Brotzeit zurück in die Schule. Hier können die Kinder beide Bischöfe persönlich kennenlernen.