Ein junges Paar blickt sich verliebt in die Augen, umgeben von kitschigen Artikeln, die man gerne zum Valentinstag schenkt. Ist das die große Liebe?
© fotolia.com/drubig-photo

Ein Tag für die Liebe


12.02.2016

Am Sonntag ist es wieder soweit: es ist der Tag der Liebenden, der Valentinstag. Ein Tag voller Klischees, mit viel Konsum und in Deutschland – nicht nur bei den Rosenhändlern – sehr beliebt. Da kann man leicht das Gefühl bekommen, dass das, um was es eigentlich geht, in den Hintergrund rückt: die Liebe.

Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen des Valentinstags! Wie finde ich die wahre Liebe und warum scheint das heute immer schwieriger zu werden? Und: welche Rolle spielt der heilige Valentin, der Namensgeber?

Blumen für die Liebenden? – Der heilige Valentin

© Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

Der heilige Valentin traute Paare, denen aufgrund eines zu großen Standesunterschieds die Ehe verwehrt blieb. Die Liebespaare beschenkte er mit Blumen, die er aus seinem Garten pflückte – soweit die Legende. 

Sie ist wohl angelehnt an römisches Brauchtum. Der 14. Februar war nämlich der Tag der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie. Deshalb ehrten die Männer nicht nur Juno, sondern auch ihre eigenen Frauen mit Blumen. Die frühen Christen setzten dann an die Stelle der heidnischen Göttin die Gottesmutter Maria. Aber auch das Schenken an sich ist tief im Christentum verankert: „Das Brauchtum, einander Geschenke zu machen, gründet in der christlichen Kultur auf tiefen Wurzeln“, erzählt Domvikar Msgr. Georg Schwager: „Seinen Höhepunkt findet es bekanntlich an Weihnachten, indem sich Gott selbst in seinem eigenen Sohn Jesus Christus zum unüberbietbaren Geschenk für uns Menschen gemacht hat.“ Domvikar Schwager betont deshalb, entgegen derzeitiger Strömungen auf wahre Liebe und Treue zu setzen: „Wir sollten junge Menschen auf neue Bewegungen hinweisen, die sich vom allgemeinen Trend unterscheiden und das Ideal treuer Liebe hochhalten. Dazu gehört unter anderem die Initiative ‚True Love Waits‘ oder ‚Wahre Liebe Wartet‘. Denn es muss uns allen ein Anliegen sein, einen verkommenen Liebesbegriff wieder zu kultivieren. Wir tun dies durch das christliche Verständnis von Liebe, die nach dem Vorbild Jesu immer eine keusche und selbstlose Liebe sein wird.“

Wer der heilige Valentin wirklich war ist historisch schwer fassbar, weiß Domvikar Schwager: „Die archäologischen und literarischen Quellen sind nicht eindeutig. Wahrscheinlich handelt es sich um den Märtyrerbischof Valentin von Terni, dessen Kult in Rom bis ins 4. Jahrhundert nachweisbar ist. Eine andere Überlieferung spricht von einem römischen Priester namens Valentin, der ebenfalls das Martyrium für Christus erlitten haben soll.“ 

Gar nicht so leicht: die Suche nach der wahren Liebe

Es könnte so schön sein: Romantik, Rosen und verliebte Pärchen. Der Valentinstag ist beliebt. Doch die Situation in Deutschland wirft Schatten: mehr als jeder dritte Haushalt ist ein Singlehaushalt. Wie passt das zusammen? Die Sehnsucht nach Liebe auf der einen Seite und die vielen alleinstehenden Menschen auf der anderen? 

Kirstine Fratz ist Zeitgeistforscherin und kennt die Gründe, warum es vielen Menschen heute so schwer fällt, sich längerfristig zu binden.

Sicher kennen Sie aus der Werbung Partnerbörsen, wie beispielsweise Elitepartner, die einen „tollen Fang“ garantieren wollen. Doch was verspricht ein sogenannter „Elitepartner“?

Schnell stellt sich heraus, dass Liebe und eine gelingende Partnerschaft nicht mit gewissen Parametern am Computer errechnet werden können. Nach einigen anfänglichen „Statusbeziehungen“, erklärt Kirstine Fratz, wendet sich deshalb bei vielen Menschen das Blatt: die Sehnsucht nach einer anhaltenden Beziehung wird wach.

Vielleicht kann gerade der Valentinstag einen Anstoß geben, wieder mehr unter die Oberfläche zu blicken und die wesentlichen Dinge zu suchen: wahre Liebe und Treue. 

Verliebt, verlobt, verheiratet?

© fotolia.com/Antonioguillem

Sie sind glücklich verliebt und planen zu heiraten? Dann stellen sie doch Ihre Verlobungszeit, in der Sie Ihre Liebe prüfen können, unter die schützende Hand Gottes. Die Kirche bietet hierfür einen speziellen Segnungsritus an. 

Doch auch wenn Sie als Paar Ihren Lebensweg schon länger teilen: der Valentinstag ist immer eine gute Gelegenheit, sich füreinander Zeit zu nehmen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem „Abend für uns“, den die Katholische Erwachsenenbildung Regensburg und die Arbeitsstelle Ehe und Familie organisieren, oder mit einem der Gottesdienste für Verliebte

Auch das gemeinsame Gebet in der Familie kann Kraft geben, immer wieder neu an der eigenen Beziehung zu arbeiten. Eine mögliche Form ist der Hausgottesdienst.