Porträt von Bischof Rudolf Voderholzer vor einem Bücherregal

Zur Person Rudolf Voderholzer

Wer ist Bischof Rudolf Voderholzer? Was kann ein Bischof für den einzelnen gläubigen Menschen bedeuten? Die Daten seines Lebens beantworten die Frage sicher nicht. Dennoch zeigen sie Hintergründe und Entwicklungen der Person auf. Zu einer Bewerbung gehört schließlich immer auch der Lebenslauf. Und eine Bewerbung ist dies schon. Es geht um Ihr Vertrauen. Vertrauen auf den Bischof als ersten Beter, als Verkünder der Frohen Botschaft und als Orientierungsperson in einer Zeit, die der Kirche vor allem mit Anfragen und Herausforderungen begegnet.

Rudolf Voderholzer ist sowohl Seelsorger als auch Theologe: Michael Karger hat darüber eine kurze biographische Abhandlung verfasst - lernen Sie Bischof Rudolf darin kennen!

Ein Porträtbild von Bischof Rudolf Voderholzer finden Sie hier zum Download.

Biographie

Pastoralbesuch in der Region Amberg
Bischof Rudolf Voderholzer vor Bücherschrank

1959
geboren in München

1985/1986
Abschluss des Studiums der Philosophie (Magister Artium 1985) und Theologie (Diplom1986) in München

1987
Priesterweihe in Freising

1987-1991
Kaplan in Traunreut, Haar und Zorneding

1992-2001
Assistent am Lehrstuhl für Dogmatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Professor Gerhard Ludwig Müller. Gleichzeitige Mithilfe in der Pfarrseelsorge

1997
Promotion zum Dr. theol. bei Professor Gerhard Ludwig Müller

2003 – 2005
Lehre und Forschung am Departement für Glaubens- und Religionswissenschaft und Philosophie an der Katholisch Theologischen Fakultät der Universität Fribourg/Schweiz.

2004
Habilitation an der Katholisch-Theologischen Fakultät München

2005 – 2013
Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Trier. Seelsorger in der Pfarrei St. Nikolaus in Kasel bei Trier

Seit 2008
Direktor des „Institut Papst Benedikt XVI.“
Veröffentlichung der Gesammelten Schriften von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.

6. Dezember 2012

Ernennung durch Papst Benedikt XVI. zum 78. Bischof von Regensburg

26. Januar 2013
Weihe zum Bischof im Hohen Dom zu Regensburg

28. Mai 2014
Berufung als Mitglied in die Kongregation für die Glaubenslehre


20. September 2016
Stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie Mitglied in der Kommission für Wissenschaft und Kultur

Wappen, Wahlspruch und Insignien

Das Wappen von Bischof Rudolf Voderholzer

Entwurf: Dieter Linder "Der Wappen-Löwe" e.V. Zeichnung: Heribert C. Staufer
Das Wappen von Bischof Rudolf Voderholzer ist durch ein Kreuz vier-geteilt. Darauf sind ein silberner Schrägbalken auf rotem Untergrund - das Symbol des Bistums, eine Brücke und die offene Heilige Schrift.

Die Vierteilung des Schildes durch das schlanke Kreuz (»Stabkreuz«) verweist auf das Kreuz Christi. Der silberne Schrägbalken in Rot ist das traditionelle Symbol des Bistums Regensburg.

Die silberne Brücke bildet ein weiteres Christussymbol: ER ist die Brücke zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch, Zeit und Ewigkeit. Im Rundbogen der Brücke wird der Schlussstein betont, der mit dem darüber liegenden Stein ein Taukreuz andeutet. Die Brücke korrespondiert mit der Heiligen Schrift in Feld 3. Die Offenbarung Gottes in Jesus Christus (dem Alpha und Omega) wird in der Bibel des Alten und Neuen Testaments bezeugt. Die Brücke zu schlagen von der geschichtlich ergangenen und bezeugten Offenbarung ins Heute, das Offenbarungszeugnis überzusetzen in den Verstehenshorizont der Gegenwart ist wesentliche Aufgabe des bischöflichen („pontifikalen“) Dienstes: „pontifex“ heißt Brückenbauer.

Der Schild wird von den heraldischen Insignien eines Bischofs begleitet: dem goldenen Vortragskreuz und dem grünen Pontifikalhut mit je sechs grünen Quasten (fiocchi). Während dieses Grün für die Hoffnung steht, symbolisiert die Feldfarbe Rot die Liebe. Das Blau in den Feldern 2 und 3 gilt als Farbe des Glaubens, Mariens, des Wassers und des Himmels.

Das Schriftband trägt die lateinische Version des Primizspruches von Rudolf Voderholzer: »CHRISTUS IN VOBIS SPES GLORIAE«. Er ist dem Kolosserbrief (Kol 1,27) entnommen und lautet in der Übertragung der Einheitsübersetzung: »Christus ist unter Euch; ER ist die Hoffnung auf Herrlichkeit«.

Der bischöfliche Wahlspruch

„Christus in vobis spes gloriae! “ - „Christus ist unter euch. Er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit!“

In der Predigt des Gottesdienstes anlässlich seiner Verabschiedung von der Theologischen Fakultät Trier bezog sich Prof. Dr. Rudolf Voderholzer auf seinen Primizspruch, der gleichzeitig sein bischöflicher Wahlspruch sein wird.

Zum Wahlspruch von Bischof Voderholzer

 

Die Insignien von Bischof Rudolf

„Konzilsring“ von Bischof Rudolf Voderholzer

Fischerring

Bischof Voderholzer trägt einen sogenannten „Konzilsring“. Damit hat es folgende Bewandtnis: In der letzten Generalversammlung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 6. Dezember 1965 erhielten alle Konzilsväter, so auch Bischof Dr. Rudolf Graber, von Papst Paul VI. eine Urkunde, die ihre Konzilsteilnahme bestätigte, und dazu einen schlichten goldenen Ring. Auf dem Ring ist unter einem kleinen Kreuz Christus mit den Apostelfürsten Petrus und Paulus dargestellt. Auf der Innenseite befindet sich das Wappen des Papstes. In der Urkunde schrieb Paul VI., dass die Bischöfe mit ihm darüber beraten hätten, „wie der Glanz und der Eifer der Kirche Christi“ erneuert werden könne und forderte die Bischöfe auf, die Konzilsbeschlüsse in ihren Ortskirchen umzusetzen. Der am 6. Dezember 2012 im Jahr des 50jährigen Konzilsjubiläums von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Regensburg ernannte Rudolf Voderholzer trägt einen solchen Konzilsring als fortwährende Erinnerung an eine Selbstverpflichtung auf das geistige Erbe des Konzils.


Der Ring wird vom Bischof ständig getragen. Ein Ring wird zu allen Zeiten und von allen Völkern getragen: er gilt nach uralten Traditionen als Zeichen für Schutz, Bindung und Treue.

 

 

Brustkreuz

Persönliches Brustkreuz

Bei seiner Bischofsweihe trug Bischof Voderholzer das Pektorale eines seiner berühmten Vorgänger, nämlich von Johann Michael von Sailer (1751–1832). Mittlerweile hat Bischof Rudolf ein eigenes Brustkreuz geschenkt bekommen. Es orientiert sich in seiner Gestaltung am Sailer-Kreuz. Wie der Stab ist es aus Silber gefertigt und fasst einen böhmischen Granat. In dem Kreuz befinden sich, der ursprünglichen Bedeutung des Pektorale entsprechend, Reliquien der drei Diözesanpatrone, des hl. Wolfgang, des hl. Emmeram und des hl. Erhard, sowie der hl. Anna Schäffer und des sel. Eustachius Kugler. Es stellt damit eine enge Verbindung mit dem gelebten Glauben in der Geschichte des Bistums Regensburg dar.


Das Brustkreuz wird vom alttestamentlichen Rationale hergeleitet, einer mit zwölf Edelsteinen besetzten, um den Hals gehängten Tasche des jüdischen Hohenpriesters. Daraus entstand im Mittelalter ein goldener, edelsteinbesetzter Brustschild. Erst im 17. Jahrhundert setzte sich das Pektorale in Kreuzform durch.


Bischofsstab

Persönlicher Bischofsstab

Der Bischofsstab von Bischof Rudolf Voderholzer stellt eine moderne und schlichte Interpretation des sogenannten Wolfgangstabes dar, den er bei seiner Bischofsweihe überreicht bekommen hatte. Der historische Wolfgangstab stammt vermutlich aus dem Jahr 1430 und gehört der Kirchenstiftung St. Emmeram. Aufgrund des hohen Alters und der Empfindlichkeit seiner Materialien wird er nur bei außergewöhnlichen Ereignissen wie etwa einer Bischofsweihe und auch dann nur innerhalb des Kirchenraumes verwendet. In seiner Krümme zeigt er eine Medaille mit einer Darstellung des hl. Wolfgang samt seiner Attribute (Kirchenmodell und Stab). Bischof Rudolfs Stab, der ihm von der sudetendeutschen Landsmannschaft geschenkt wurde, ist eine Arbeit aus der Kunstschmiede der Abtei Münsterschwarzach. Er ist aus Silber gefertigt, die Griffstelle des Stabes aus widerstandsfähigem Edelholz. Das Silber erinnert an die Wurzeln des Bischofs in Kladrau im Kreis Mies (vgl. seine Ansprache nach der Weiheliturgie). Am Ende der Krümme ist ein Pyrop, ein feurig-roter Edelstein, genannt böhmischer Granat, eingesetzt. In der Krümme befindet sich ein Medaillon, das auf der einen Seite ein Christusmonogramm und auf der anderen Seite eine Darstellung des heiligen Bischofs Wolfgang (924–994) zeigt. Als Kirchenmodell trägt er eine Darstellung der Klosterkirche („Schlosskirche“) von Kladrau, dem Heimatort der Mutter des Bischofs. Das für Wolfgang typische Beil, in einem Baumstumpf steckend, ist zu seinen Füßen dargestellt. Das Bischofswappen über der Griffstelle lässt den Stab eindeutig als den Bischofsstab von Bischof Rudolf erkennen.


Der Bischofsstab, wegen seines gebogenen Abschlusses auch Krummstab genannt, war früher Symbol der richterlichen Gewalt des Bischofs. Heute wird der Bischof durch seinen Stab als Hirt gekennzeichnet, der für die Seelsorge in seiner Diözese verantwortlich ist.

 

 

Sailerkreuz

Sailerkreuz

Das schlichte, aus Silber und Kupfer gegossene und ziselierte Kreuz besteht aus flachen, mit reichem Rankenwerk verzierten Kreuzbalken, deren Enden mit einfach profilierten Knäufen mit Gewinden besetzt sind. Die Spitze des Kreuzes trägt eine Öse mit einem Anhänger, der mit einem großen Edeltopas verziert ist und das untere Ende der Halskette bildet.

Nach einem im zugehörigen Etui eingeklebten Zettel und den auf dem Deckel des Etuis eingeprägten Initialen M.W. gehörte das Brustkreuz zuletzt dem im Jahre 1832 ernannten Bischof Georg Michael Wittmann (1760-1833). Da der Vorgänger Wittmanns, der 1832 verstorbene Bischof Johann Michael von Sailer (1751-1832) auf verschiedenen Porträts dieses Kreuz trägt, dürfte Wittmann nach Sailers Tod dieses übertragen bekommen haben. Als Entstehungszeit können die Jahre zwischen 1822 und 1829 (Bischofsweihen Sailers und Wittmanns) angenommen werden.

Bischof Sailer als altbayerischer Kirchenvater bezeichnet, galt in seiner Zeit als hervorragender Seelsorger und charismatischer Lehrer. Als Erzieher des späteren bayerischen Königs Ludwig I. in Landshut wurde er in seinen letzten Lebensjahren ein wichtiger Berater des Monarchen.

Sailers vom König ernannter Nachfolger Wittmann bildete als langjähriger Direktor des Priesterseminars eine ganze Priestergeneration heran. Beide Bischöfe waren in enger freundschaftlicher menschlicher und geistiger Freundschaft miteinander verbunden. Wittmann starb 1833 nach einem heiligmäßigen Leben vor der päpstlichen Bestätigung eines Bischofsamtes.

Das Brustkreuz wird vom alttestamentlichen Rationale hergeleitet, einer mit zwölf Edelsteinen besetzten, um den Hals gehängten Tasche des jüdischen Hohenpriesters. Daraus entstand im Mittelalter ein goldener, edelsteinbesetzter Brustschild. Erst im 17. Jahrhundert setzte sich das Pektorale in Kreuzform durch.

 

 

Bischofsstab aus dem Regensburger Domschatz

Bischofsstab aus dem Regensburger Domschatz

Der vom Ingolstädter Goldschmied Michael Freitag um 1670 verfertigte silberne und vergoldete Bischofsstab besteht aus einem einfachen Schaft, auf dessen Ende sich eine auskragende Konsole erhebt, auf der unter gemuschelten Baldachinen zwischen Balustersäulchen die vier Regensburger Diözesanpatrone stehen: St. Wolfgang, St. Emmeram, St. Erhard und St. Dionys stehen. Darüber setzt sich die mit silbernen Akanthusblättern verzierte Krümme fort, auf deren Endstück eine Blattkonsole angebracht ist. Auf dieser sitzt ein vergoldeter Strahlenkranz, der auf der einen Seite die silberne Reliefhalbfigur des hl. Petrus, auf der anderen die thronende Muttergottes mit dem Jesuskind trägt.

Offensichtlich wurde der Stab speziell für den Regensburger Dom bestellt, denn seine Ikonographie auf die Patrone des Domes, Petrus und Maria, sowie auf die des Bistums direkten Bezug. Neben Perlen ist die Krümme mit Rauchquarzen, Bergkristallen, Turmalinen und Amethysten und weiteren Edel- und Glassteinen besetzt.

Der Bischofsstab, wegen seines gebogenen Abschlusses auch Krummstab genannt, war früher Symbol der richterlichen Gewalt des Bischofs. Heute wird der Bischof durch seinen Stab als Hirt gekennzeichnet, der für die Seelsorge in seiner Diözese verantwortlich ist.