Josef Stautner telefonierend am Schreibtisch

Josef Stautner - Leiter der Telefonseelsorge

"Ich habe den Eindruck, dass ich wirklich gut gelandet bin" - das ist die Antwort auf die Frage nach den Erfahrungen des ersten halben Jahres. So lange ist Josef Stautner jetzt Leiter der Telefonseelsorge im Bistum Regensburg. Anfang März 2015 hat er das Amt von seinem Vorgänger Pfarrer Kurt Lohner übernommen.

Ist ein gutes halbes Jahr Zeit genug, um sich einzufinden? Im Interview erzählt Josef Stautner uns, welche Erfahrungen und Eindrücke er in dieser Zeit schon gesammelt hat.

Das alles so gut läuft, ist auch der reibungslosen Übernahme von seinem Vorgänger zu verdanken. Und der guten Gemeinschaft, die es in der Telefonseelsorge in Regensburg gibt. Telefonseelsorge ist natürlich kein leichter Arbeitsbereich. Die Themen, mit denen Josef Stautner und seine Mitarbeiter umgehen müssen, sind oft schwerwiegend und persönlich. Um das zu verarbeiten, brauchen die Telefonseelsorger den Austausch untereinander. Supervision wird das genannt, und da muss jeder Mitarbeiter regelmäßig dran teilnehmen.

 

Nicht alles ist bitterer Ernst bei der Telefonseelsorge

Für die meisten, auch für Josef Stautner, stimmt die Waage. Ein jeder muss hier viel geben, aber er bekommt auch ebenso viel zurück.

Josef Stautner konnte bei seinem Einstieg in die Telefonseelsorge auch von den Erfahrungen der langjährigen Mitarbeiter profitieren. Wie von der hauptamtlichen Mitarbeiterin Lisa Eichermüller, die immerhin schon seit 20 Jahren dort tätig ist. Und die - wie wohl fast jeder - als Ehrenamtliche begonnen hat. So wie übrigens auch Josef Stautner: Seine erste Begegnung mit der Telefonseelsorge liegt schon 25 Jahre zurück. Am Ende des Studiums hat er ebenfalls die Ausbildung zum Ehrenamtlichen Telefonseelsorger gemacht. Er hat aber nur kurz mitgearbeitet, bevor er im Jahre 1992 in den kirchlichen Dienst getreten ist.

Als Seelsorger hat Josef Stautner seit dem auch viel Erfahrung gesammelt. Immerhin war er über 18 Jahre in der Kurseelsorge in Bad Gögging tätig. „Das war unmittelbare Seelsorge“, sagt er. „Mein Ziel ist, auch aktiv wieder in die Seelsorge zurückzukehren, weil da mein Herz für schlägt.“ Im Moment sieht die Wirklichkeit für Josef Stautner aber anders aus: Den Dienst am Telefon übernehmen die Ehrenamtlichen. Für den Leiter der Telefonseelsorge ist das eine Perspektive, die er erstmal zurückstellen muss – zu viele andere Dinge sind noch zu erledigen.

 

Was passiert, wenn das Telefon klingelt?

Das Ziel eines jeden Gesprächs lässt sich eigentlich ganz einfach formulieren: "Einfach der Wunsch, mit dem Anrufenden in Kontakt zu kommen."

Daneben ist es Josef Stautner auch ein Anliegen, die Menschen für die Mitarbeit in der Telefonseelsorge zu begeistern. Denn die Ehrenamtlichen sind nun mal die Basis der Telefonseelsorge; ohne sie funktioniert es nicht. "Die Leute hier sind - das habe ich wirklich in dem halben Jahr immer wieder erlebt - hochmotiviert, hoch engagiert dabei." Damit das so bleibt, setzt sich Josef Stautner für einen neuen Ausbildungskurs für Ehrenamtliche ein. Jedes Jahr hören auch Mitarbeiter auf, die ersetzt werden müssen. Als Leiter der Telefonseelsorge ist er auch in der Ausbildung tätig. Für ihn wird es beim kommenden Ausbildungskurs allerdings das erste Mal sein, dass er aktiv im Ausbildungsteam mit dabei ist.

 

Für eine Bilanz ist es noch zu früh

Auf die Frage nach einer persönlichen Bilanz lautet die Antwort: "Dafür ist es nach einem halben Jahr noch zu früh." Für ihn persönlich, sagt Josef Stautner, war ein Höhepunkt im Juli diesen Jahres: Beim Sommerfest der Telefonseelsorge, bei dem die neu ausgebildeten Mitarbeiter aufgenommen werden und andere verabschiedet. "Das war für mich ein persönlicher Punkt, wo ich gesagt habe: Jetzt habe ich den Eindruck, jetzt bin ich gelandet, jetzt bin ich drin."