Heilige und Selige im Bistum Regensburg
Die Diözese Regensburg verehrt eine Vielzahl von Heiligen und Seligen. Besonders bedeutsam sind die Bistumspatrone Wolfgang, Emmeram, Erhard sowie Albertus Magnus. In der Neuzeit wurden dann eine Reihe von Glaubenszeugen zur Ehre der Altäre erhoben.
 HEILIGER WOLFGANG (31. Oktober), Hauptpatron der Diözese Wolfgang ist um das Jahr 924 in Pfullingen bei Reutlingen geboren und wurde in der Klosterschule auf der Reichenau erzogen. Später wirkte er als Lehrer und Leiter der Domschule in Trier Im Jahre 965 wurde Wolfgang Mönch der Benediktinerabtei Einsiedeln, wo ihn Bischof Ulrich von Augsburg zum Priester weihta Die Ernennung zum Bischof der Diözese Regensburg erfolgte im Jahre 972. Über zwei Jahrzehnte leitete Wolfgang das Bistum. Höhepunkt seines Wirkens waren die Abtrennung des Bistums Prag, die Reform der Klöster und sein soziales Wirken. Bischof Wolfgang starb am 31.10.994, in Pupping bei Linz und wurde im Kloster St. Emmeram beigesetzt. Zur Heiligsprechung am 7.10.1052 durch Papst Leo IX. wurden die Gebeine des Diözesanpatrons in die neuerbaute Wolfgangskrypta übertragen. |
 HEILIGER EMMERAM (22. September), Nebenpatron der Diözese Emmeram wurde im 7. Jahrhundert im Westen Frankreichs, in der aquitanischen Stadt Poitiers, geboren. Näheres über seine Herkunft ist nicht bekannt. Überhaupt können wir uns bei dem Versuch, seinen Lebensweg nachzuzeichnen, nur auf das stützen, was der Freisinger Bischof Arbeo (765 - 783) in seiner Biografie des Heiligen berichtet. Demnach ist Emmeram auf seinem Weg nach Osten gegen Ende des 7. Jahrhunderts nach Regensburg gekommen. Nach Arbeo wirkte Emmeram von Regensburg aus etwa drei Jahre in Bayern, ehe er in Kleinhelfendorf aufgrund falscher Anschuldigung den Märtyrertod erlitt. Mit der "Erhebung" seiner Gebeine (739) durch den von Bonifatius eingesetzten Bischof Gaubald begann die im 8. Jahrhundert massiv einsetzende Emmeramsverehrung. Zentrum des Emmeramskultes war sein Grab bei der damals noch außerhalb der Stadtmauern gelegenen Georgskirche, der Keimzelle der späteren Abtei St. Emmeram. Das Attribut des Heiligen ist eine Leiter, auf der der Blutzeuge sein Leben für Christus, das Urbild des Märtyrers, opferte. |
 HEILIGER ERHARD (8. Januar), Nebenpatron der Diözese Erhard wirkte Ende des 7., Anfang des 8. Jahrhunderts in Regensburg, noch vor der Gründung des Bistums durch Bonifatius im Jahr 739. Als Zeitgenosse des hl. Korbinian von Freising und des hl. Rupert von Salzburg wurde er vom Bayernherzog mit der Verbreitung des Glaubens beauftragt. Im Umkreis seiner Heiligsprechung durch Papst Leo IX. in Regensburg 1052 entstand Erhards Lebensbeschreibung im Auftrag der Äbtissin Heilica von Niedermünster aus der Feder eines gewissen Paulus. Dieser Heiligenvita nach stammte Erhard aus Narbonne. Im Elsass erbaute Erhard der Überlieferung nach sieben Kirchen. Auch soll er der blind geborenen Prinzessin Odilia (Ottilie) durch die Taufe das Augenlicht gegeben haben. Der hl. Erhard wird dargestellt mit einem Evangelienbuch, auf dem zwei Augen als Attribut abgebildet sind. Erhard wurde in der Niedermünsterkirche in Regensburg begraben, wo noch heute sein Grab verehrt wird. |
 HEILIGE ALBERTUS MAGNUS, Kirchenlehrer (15. November) Während Alberts Geburtsort, Lauingen an der Donau, bekannt ist, bleibt das Geburtsjahr unklar. Im allgemeinen wird ein Datum um 1200 angenommen. 1223 - oder, nach einer anderen Quelle, 1229 - trat er in den Dominikanerorden ein. Nach einem Aufenthalt in Oberitalien wurde er in das Dominikanerkloster in Köln aufgenommen. Sein Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen, sowie seine unparteiliche Rechtssprechung hatte Albert zu einer hoch angesehenen Figur des öffentlichen Lebens gemacht. Auf ihn fiel dann 1260 die Wahl des Papstes für das Bischofsamt in Regensburg. Gegen den Willen seines Ordensgenerals, des sel. Humbert von Romans, übernahm Albert das Amt und damit die schwierige Aufgabe, Ordnung in die zerrütteten Verhältnisse des in dieser Zeit gefährdeten Bistums zu bringen. In seinem nur zwei Jahre währenden Episkopat gelang es ihm, die beträchtliche Schuldenlast der Diözese abzutragen und die geistliche Disziplin wiederherzustellen. Nachdem ein würdiger Nachfolger, Leo der Tundorfer, gefunden werden konnte, verzichtete Albert freiwillig auf das Bischofsamt und kehrte zum Ordensleben zurück. Auch im Amt hatte er an seiner gewohnten Schlichtheit als Dominikaner beharrlich festgehalten, was ihm beim Volk den Spitznamen "Bundschuh" eintrug. Seinen Zeitgenossen galt Albert der Große als Ausnahmeerscheinung. Sein Schüler, der Theologe und Philosoph Ulrich von Straßburg, nannte ihn "des Zeitalters Staunen und Weltwunder". Albert der Große wurde im Jahre 1931 heilig gesprochen und 1941 zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler proklamiert. |
 SELIGE MARIA THERESIA VON JESU GERHARDINGER (9. Mai) Karolina Gerhardinger wird am 20. Juni 1797 in Regensburg-Stadtamhof geboren. Karolinas Jugend fällt in eine Zeit, die durch Aufklärung und Säkularisation den bisher gültigen Glaubens-und Sittenwerten feindlich gegenübersteht. Mit Sorge beobachtet der Dompfarrer und spätere Bischof von Regensburg Georg Michael Wittmann diese Entwicklung. Als mit König Ludwig I. für Bayern eine kirchenfreundlichere Zeit anbricht, bemühen sich Karolina und ihr geistlicher Führer G.M. Wittmann um eine Klostergründung. Schwierigkeiten von außen und der Tod des Bischofs im März 1833 treffen Karolina hart; doch sie folgt ihrer Berufung und beginnt am 24. Oktober 1833 in Neunburg vorm Wald mit zwei Gefährtinnen das gemeinsame klösterliche Leben. Von ihrem Leben und Wirken angezogen, schließen sich in kürzester Zeit viele junge Frauen der Kongregation der A. Schulschwestern v.U.L.Fr.an. Am 9. Mai 1879 gibt sie in München ihr bewegtes und erfülltes Leben ihrem Schöpfer zurück, während 2500 Schwestern ihr geistliches Erbe in die Zukunft tragen - zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 17. November 1985 selig. |
 SELIGE ANNA SCHÄFFER (5. Oktober) Anna Schäffer hatte kurz vor Vollendung ihres 19. Lebensjahres einen schweren Unfall, bei dem sie sich in kochender Lauge die Beine bis über die Knie verbrüht hat. Bis zu ihrem Tod hatte sie deshalb 24 Jahre lang starke Schmerzen und war ans Bett gefesselt. Nach einer Zeit, in der sie sich gegen das Leiden aufgebäumt hat, habe sie das Leid angenommen und dieses Leben als ihren persönlichen Weg der Nachfolge des leidenden Christus erkannt, heißt es in ihrer Lebensbeschreibung. In den Jahren ihres Leidens habe sie einen erstaunlichen Gebets-, Buß- und Sühneeifer entwickelt und beschlossen, ihr Leben und Leiden als "Sühneopfer" darzubringen. Für viele Menschen, die sich mündlich und schriftlich an sie wandten, wurde sie in dieser Zeit Trösterin und Ratgeberin in vielfältigem Leid. Seit 1910 hatte sie neben Visionen auch die Wundmale Jesu. Die Theologenkommission hatte in ihrem Urteil betont, daß Anna Schäffer seit ihrer Jugend bemüht gewesen sei, "jedwede Mittelmäßigkeit" zu überwinden. Durch die Annahme und Integration des Leidens in ihr Leben sei sie "Ausgangspunkt für geistliche Begegnungen und apostolische Wirksamkeit" geworden. Gerade in einer Welt, in der das Leiden oft verdrängt werde, zeige Anna Schäffer einen anderen Weg, mit dem Leid umzugehen. Sie habe das Leid angenommen und sogar in Segen gewandelt. Am 7. März 1999 hat Papst Johannes Paul II. Anna Schäffer selig gesprochen. |
 SELIGER FRIEDRICH VON REGENSBURG (29. November) Friedrich von Regensburg wurde vermutlich als Sohn einer angesehenen Bürgerfamilie in der Mitte des 13. Jahrhunderts geboren. Die Predigten Bertholds und die Person eines Albertus Magnus auf dem Bischofsstuhl dürften die prägendsten Glaubenseindrücke seiner Jugend gewesen sein. Seinen Eintritt ins Kloster soll ein an Franz von Assisi erinnerndes Bekehrungserlebnis veranlasst haben. Anders als viele junge Menschen seiner Zeit trat Friedrich nicht in den Orden der Dominikaner oder Franziskaner ein. Ihn zogen die Augustiner an, die 1267 eine Niederlassung in der Domstadt gegründet hatten. In der zum Kloster gehörenden Kreuzkapelle wurde die Verehrung der Eucharistie von den Augustinern besonders gepflegt; nach der Legende war sie immer ein besonderes Anliegen Friedrichs. Seine Profess dürfte eine der ersten des jungen Konventes gewesen sein. Am 29. November 1329 starb Friedrich, nachdem er seine Mitbrüder um Verzeihung und ihr Gebet ersucht hatte. Von Anfang an Ort des Gedächtnisses, entwickelte sich das Grab vor allem im 15. und 16. Jahrhundert zum Ziel zahlreicher Pilger, die den Laienbruder wie einen Heiligen verehrten. Häufige Gebetserhörungen trugen zusätzlich zum Aufschwung der Wallfahrt bei. Am 12. Mai 1909 genehmigte Papst Pius X. die allgemeine Verehrung Friedrichs als Seliger. Im Jahr 1913 erfolgte schließlich die feierliche Übertragung der Reliquien nach St. Cäcilia, wo zwei Jahre zuvor ein neues Augustinerkloster errichtet worden war. In einem neuen Schrein fanden sie dort ihre letzte Ruhestätte am Friedrichsaltar. Alljährlich pilgern die Mitglieder des Augustinerordens an seinem Gedenktag zum Grab des Seligen. |
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Abteilung Selig- und Heiligsprechungsverfahren