Basilika St. Martin in Amberg - gotische Bürgerkirche
Nach dem Regensburger Dom ist die Basilika St. Martin die größte Kirche der Oberpfalz (72 Meter Länge und 20,5 Meter Breite). Mächtig erhebt sie sich mit ihrem massiven Turm an der Südseite des Marktplatzes über das Rathaus und über die den Platz säumenden Bürgerhäuser. Im Jahre 1421 begannen die wohlhabenden Bürger Ambergs mit dem Rat der Stadt als Bauherren ihre neue Martinskirche zu errichten. Sie war für sie Zeichen ihres Glaubens, diente zu ihrer Repräsentation und als Grablege der Bürger. Sicher wollten sie - den damaligen Vorstellungen entsprechend - sich mit dem ungeheuren persönlichen finanziellen Aufwand auch ein Stück der ewigen Seligkeit erkaufen. Etwa hundert Jahre lang hat man an der Kirche gebaut und seit Jahrhunderten preisen die Bürger in ihr in guten und in schlechten Zeiten Gott und beten um ihr Heil.
Die kunstgeschichtlich merkwürdigste Erscheinung in der Anlage von St. Martin bildet die Einziehung der Strebepfeiler in Verbindung mit der Anordnung von Emporen über den Seitenkapellen, die die ganze Kirche umlaufen. Ein gleich frühes Beispiel einer solchen Anlage ist in Deutschland nicht bekannt. Für viele Kirchen in den Bergbaustädten Sachsens diente die Amberger Martinskirche als "Vorbild" im wahrsten Sinne des Wortes. Die Hallenkirche mit dem freistehenden Hochaltar brachte nicht nur die Nähe bei der Teilnahme am Messopfer, sie eignete sich auch gut für die im ausgehenden Mittelalter an Bedeutung zunehmenden Prozessionen und Predigtgottesdienste. Die 19 Kapellen mit den zahlreichen Epitaphien (Grabplatten) verdeutlichen die enge Bindung des kurfürstlichen Haus Wittelsbach, der Ratsgeschlechter und der Zünfte an diese Kirche. Besonders sehenswert sind auch die Epitaphien an der südlichen Außenmauer der Kirche, wo früher der Friedhof war. |
Kath. Pfarramt Amberg - St. Martin
St. Martin
Rathausstr. 892224 Amberg
Ansprechpartner/-in:
Sekretariat der Pfarrei
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