"Eine Kirche, die sich öffnet zum Himmel und Geborgenheit gibt auf Erden"
 Das neue Pfarrzentrum St. Franziskus / Regensburg-Burgweinting Mit der Weihe am 8. Mai 2004 wurde die neue Kirche St. Franziskus in Regensburg-Burgweinting ihrer Bestimmung übergeben. Damit geht ein langgehegter Wunsch nach einem größeren Gotteshaus für diesen expandierenden Stadtteil in Erfüllung. Für die Pfarrgemeinde und alle Beteiligten ein sicher historischer Augenblick. "Nach dreijähriger Bauzeit, nach jahrelangen Planungen, beachtenswerten menschlichen Leistungen und uneingeschränktem Engagement der Mitglieder und Freunde der Pfarrei wurde dieses steineren Zeugnis des Glaubens errichtet, das weithin sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes unter den Menschen sein will", so Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller zur Weihe der Kirche. Für den Pfarrer von St. Franziskus, Franz Xaver Matok, wird diese Gegenwart vor allem bei der Feier des Gottesdienstes deutlich. Erst dann "wird aus dem Sakralraum etwas anderes als ein Museum. Doch auch im Museum bewegt sich der Besucher durch den Raum und erlebt die Gemälde und Skulpturen, nicht als einzelne Kunstwerke, sondern hineinkomponiert in das Ganze des Raumes. In der Liturgie wird der Raum selbst zum Kunstwerk, weil nicht einzelne für sich den Raum beleben, sondern eine Versammlung, also ein Ereignis inszeniert wird, das wir Gottesdienst nennen." |
Über die Architektur der neuen Kirche schreiben Königs Architekten folgendes: Die neue Pfarrkirche liegt unmittelbar am Ortseingang auf einem um wenige Meter erhöhten Plateau. Die Umgebung ist von der typischen Heterogenität eines ausfransenden Ortsrandes geprägt. Der gesamte Kirchengrund wird von einer Mauer eingefasst und schließt neben der neuen Kirche auch den Friedhof, die alte Kirche, das Wohnhaus des Pfarrers das Pfarrheim und einen freistehenden Glockenturm ein. Nach Westen öffnet sich die Anlage mit einem Kirchvorplatz, der von den Nebengebäuden flankiert wird und auf das Hauptportal der Kirche ausgerichtet ist. Das außenräumliche Konzept der Gesamtanlage und die ungefähre Ostung der Kirche folgen so einer typischen Anordnung wie sie häufig anzutreffen ist. Im Gegensatz dazu trägt die Außenform der Kirche kaum typische Erkennungsmerkmale. Die schlichte äußere Rechteckform in Grund- und Aufriss macht sich lediglich durch den beschriebenen außenräumlichen Kontext und vielleicht noch durch ihre ungewöhnliche Masse mit einer atypischen Fensteranordnung bemerkbar.
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Nach dem Durchschreiten der Vorhalle, die durch die großflächige Verglasung und ihre Proportion eher dem Außenraum zugehörig erscheint, betritt der Besucher über eine niedrige Raumschleuse den Kircheninnenraum. Hier trifft er auf eine völlig andersartigen Raumgeometrie und Lichtführung, als er es über seine außenräumliche Wahrnehmung hätte erwarten können. Weiche, nicht-geometrische Raumkonturen, vertikal sich diskontinuierlich neigende Wände mit unterschiedlichen Öffnungen und ein tageslichtheller, diffuser Lichteinfall über einen ellipsoiden Dachausschnitt bestimmen den Raumeindruck. Lediglich das Baumaterial, der weißgrün geschlämmte Ziegelstein hat sich von Außen nach Innen unterschiedslos fortgesetzt. Dieser Spannungsbogen zwischen der profanen Außenerscheinung und dem sakralen Innenraum, zusammengehalten durch den monochromen Einsatz des Baumaterials, bildet die Konzeption des Bauwerks. Den Hintergrund dieser Konzeption bildet die Transzendenzerfahrung, das wohl wichtigste Motiv des katholischen Kirchenbaus seit Jahrhunderten.
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In der Folge der unterschiedlichen Raumvolumina von Innen und Außen ergibt sich ein Zwischenraum, der als Masse in Erscheinung tritt. Nebenräume oder konchenartige Seitenräume sind wiederum als autonome Volumen in diese Masse eingeschnitten. Die von außen erkennbaren Fensteröffnungen führen zu diesen Zwischenräumen, in Anordnung und Größe folgen sie der individuellen Form- und Funktionsgebung. Diese Fenster sind von Hauptkirchenraum aus nicht direkt sichtbar. Hier fällt das Tageslicht über den Filter einer transluzenten Membran über den Dachraum ein. Die Membran besteht aus einem Teflongewebe, welches in Bahnen vernäht frei über den ellipsoiden Deckenrand gespannt wird. Darüber befindet sich mit drei Meter Abstand eine Stahlkonstruktion die als Sheddach in Querrichtung über die gesamte Rechteckform des Baukörpers spannt. Geschlossene Paneelflächen wechseln sich ab mit mattierten Glasfeldern und Klarglasflächen. Außerhalb der Ellipse sind die Vertikalen geschlossen und die Schrägen verglast, unmittelbar über der Membran ist es umgekehrt. Je nach Sonnenstand ergibt sich durch die Ost-West-Ausrichtung der Sheds so eine im Tages- und Jahresverlauf wechselnde Lichtwirkung.
Der Grad der Transluzenz der Membran lässt die Erkennbarkeit des Daches nicht zu. Man kann weder von Innen, noch von Außen die Konstruktion nachvollziehen. Nur deren Effekt, ein immaterielles Licht- und Schattenspiel bleibt als Abbildung auf der Membran erlebbar. Die Beleuchtungs- und Beschallungsanlage ist in den Dachraum für den Besucher unsichtbar integriert. So bleibt der eigentliche Kirchenraum mit seiner geheimnisvollen Lichtführung ein Ort meditativer Ruhe mit Konzentration auf das Wesentliche. Dieses Motiv, die Öffnung zum Himmel ist seit Jahrhunderten elementarer Bestandteil von Kirchenbauten, der hier eine neue, zeitgemäße Interpretation erfährt.
Dem immateriellen Dach ist eine bewusst materialbezogene Wand- und Bodenstruktur entgegengesetzt.Die erdschwere monolithische Masse erscheint im Inneren wie ausgehöhlt. |
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(c) für die Bilder bei Christian Richters eMail |
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Die Wahl des Ziegels als Baumaterial erklärt sich aus dem Wunsch nach Maßstäblichkeit und der tektonischen Oberflächenqualität. Der komplizierte Geometrieverlauf und die materialimmanente Tektonik verursacht eine bereichernde Binnendifferenzierung der monolithischen Konstruktion. Der Boden wurde mit grünlich-schwarzem Schiefer spaltrauh belegt. Die schlichten Kirchenbänke in stabverleimter Buche folgen dem Geometrieverlauf des Kirchenraumes und unterstützen die Bewegung im Raum. Die Form, das Material und die Konstruktion sind in den Dienst einer konzeptionell übergeordneten Schichtung gestellt, die auf das Wesentliche im Kirchenbau abzielt: Die Schaffung eines Heiligen Ortes zur Versammlung der Gemeinde und zur Verkündigung der Botschaft unseres Glaubens.
Königs Architekten, Köln
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Zur künstlerischen Gestaltung der liturgischen Einrichtung
Das Konzept für die Gestaltung der liturgische Ausstattung orientiert sich auf einer zeitgemässen liturgischen Auffassung und bezieht sich auf den architektonisch aussergewöhnlichen Innenraum. Die runde Altarinsel wird durch die Anordnung der Ministrantenbank auf der linken Seite des Presbyteriums begrenzt, die Priesterbank ist auf der rechten Seite angeordnet Sie steht frei und ist von der hinteren Stufe der Altarinsel aus etwas in die Mitte gerückt. Sowohl die Ministrantenbank als auch der Priestersitz sind entsprechen ihres Abstandes zum Mittelpunkt der Altarinsel gebogen. Den Mittelpunkt des Altarbereiches bildet der Altar und etwas nach links versetzt befindet sich der Ambo.
Altar und Ambo bestehen aus Stein und Edelstahl. Beiden ist das griech. T (Tau) eingearbeitet. Das Tau bezieht sich auf den Pfarrpatron St. Franziskus.
Die Steine des Stipes und des Ambos sind auf ihrer Vorderseite bruchrauh und leicht nach hinten geneigt ausgeführt. Durch die Schrägstellung entsteht eine erhöhte Plastizität und stellt in einfacher Weise die besondere Bedeutung dieser Orte heraus. Der Tabernakel ist in einer Öffnung in der Wand hinter der Altarinsel untergebracht. Diese Öffnung bekommt durch ein grosses vom Kirchenraum aus nicht sichtbares Fenster Tageslicht. Der Taufort befindet sich im Kirchenschiff an die Seitenkapelle hin orientiert. Die Ausführung des Tabernakels geschieht in Anlehnung an das zu erwartende Lichtspiel des Kirchenraumes. Das innere Tabernakelgehäuse ist aus gelb gefärbtem Glas, der äussere Rahmen ist aus weiss mattiertem Glas gefertigt. Die Türen sind mit Edelstahl hinterlegt. Der Taufstein ist ebenfalls aus Stein und Edelstahl gefertigt. Sein Grundriss symbolisiert das Kreuzzeichen. Die Taufschale ist doppelwandig ausgeführt und wird mit fliessendem Wasser gespeist. Der Glasgestaltung der Einganstüre und der Seiteneinganstüre liegt der „Sonnengesang“ des Hl. Franz von Assisi als Thema zugrunde. In abstrahierter freier Malerei auf Floatglas ist das Farbspektrum, gelb, orange, rot, als Kern der Umsetzung und des Themas zu betrachten. Symbolisch steht diese Farbwahl für „SONNE, WÄRME, LICHT“. Technisch sind die Glasfelder jeweils auf zwei Ebenen farblich mit verschiedenen Techniken behandelt. Das zusammenfügen von zwei Glasebenen gewährleistet eine hohe Farbintensität.
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Die künstlerische Gestaltung der liturgischen Orte erfolgte durch den Bildhauer Robert M. Weber. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bildhauers. |
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Kath. Pfarramt Regensburg - St. Franziskus (Burgweinting)
St. Franziskus
Kirchfeldallee 3
93055 Regensburg
Telefon:
0941/70576-0
Fax:
0941/70576-15
E-Mail:
burgweinting@bistum-regensburg.deWebsite:
http://www.st.franziskus-burgweinting.deSeelsorgeeinheit:
Burgweinting, Harting
Dekanat:
Dekanat Regensburg
Information:
Filialkirche Pfarrei St. Coloman - Harting.
http://www.st-coloman-harting.de
Ansprechpartner/-in:
Sekretariat der Pfarrei
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