Kurze Geschichte des Bischöflichen Zentralarchivs Regensburg
Nach seiner Gründung im Jahre 739 war das Bistum Regensburg lange in Personalunion mit dem Kloster St. Emmeram verbunden und hatte mit diesem ein gemeinsames Archiv. Als St. Emmeram 975 einen eigenen Abt erhielt, blieben die Urkunden und Traditionsbücher des Hochstiftes im Archiv des Klosters.
Erst danach ist die Entstehung eines eigenen Bistums- bzw. Hochstiftsarchivs anzusetzen. Die frühesten Nachrichten über eine Ordnung der Bestände liegen jedoch erst aus den Jahren 1615/16 vor.
Danach wurden, mit einer langen Unterbrechung von 1643 bis 1685, hauptamtliche Registratoren angestellt, zu deren Aufgaben es gehörte, das Archiv in Ordnung zu halten. 1757 entschloss sich die Bistumsleitung zur Aufstellung „eines besondern Archivarii“.
Eine systematische Ordnung unternahm freilich erst von 1780 bis 1787 der frühere Registrator und nunmehrige Konsistorialsekretär Josef Heckenstaller. Wegen des Intermezzos eines Fürstentums Regensburg des Karl Theodor von Dalberg fiel Regensburg erst 1810 der Säkularisation anheim, was bewirkte, dass der Kirche wesentlich mehr Archivalien verblieben als im übrigen Bayern, wo die Säkularisation bereits 1803 durchgeführt worden war.
Vor allem zog das damalige Landesarchiv bzw. ab 1812 das Allgemeine Reichsarchiv in München solches Schriftgut ein, das als besonders wertvoll eingeschätzt wurde, also vor allem Urkunden.
Archivalien geistlichen Betreffs wurden dem Bistum natürlich eher belassen als solche, die die weltliche Herrschaft (Hochstift) des Bischofs berührten.
In der Folgezeit zwang Raumnot immer wieder zur Umlagerung der verbliebenen Bestände, wodurch die Ordnung weitgehend verloren ging, Zusammenhänge zerstört wurden und Verluste an Archivalien entstanden.
Die auf der Diözesansynode 1928 von P. Wilhelm Fink OSB (Metten) erhobene Forderung nach Errichtung eines auch für die historische Forschung zugänglichen Diözesanarchivs konnte erst durch den 1971 abgeschlossenen Umbau des ehemaligen Knabenseminars Obermünster zum heutigen Bischöflichen Zentralarchiv zufriedenstellend verwirklicht werden.
Bistumswappen im Lauf der Geschichte
