 Anlässlich eines Aufenthalts in Regensburg gründete Bischof Otto von Bamberg im Jahre 1108 das Kloster Prüfening. 1109 wurde der Grundstein zum bischöflich-bambergischen Eigenkloster gelegt. 1114 holte Bischof Otto Mönche aus dem Reformkloster Hirsau nach Prüfening, unter ihnen Erminold, der 1117 Abt wurde.
Die Kirche des Klosters, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem östlichen Querschiff und zwei Osttürmen, wurde nach dem Zeugnis einer erhaltenen Weihe-Inschrift im Jahr 1119 geweiht und vermittelt trotz späterer barocker Umgestaltung heute noch den monastischen Geist der Gründungszeit. Sie ist der erste romanische Kirchenbau der Hirsauer Bauschule in Altbayern, beispielgebend für weitere romanische Kirchenbauten in Regensburg und seiner Region.
Die Kirche ist ein Zeugnis der von den Reformideen aus Cluny erfüllten Hirsauer Mönche. Im Schicksal des ersten Abtes, des seligen Erminold, der wegen seiner Strenge in der Auslegung der Ordensregel von einem Mitbruder erschlagen wurde, spiegeln sich noch die geistlichen Spannungen dieser Gründungszeit.
Die geistige Welt des Gründungsjahrhunderts wird auch sichtbar in den romanischen Wandmalereien des mittleren 12. Jahrhunderts, auch wenn die Secco-Malereien des Presbyteriums Ende 19./ Anfang 20. Jahrhunderts durch die Restaurierung im Sinn der damaligen Denkmalpflege ergänzt und überarbeitet wurden. An den Vierungs¬pfeilern und in den Nebenchören wurden sie nur konserviert und bewahren so bis heute den ursprünglichen Charakter und die Farben der einzigartigen Malereien.
Ein inhaltliches Programm zeigt vor allem die figurenreiche „Allerheiligenlitanei“ mit Mönchen, Märtyrern und Propheten. Der Hängekuppel des Hauptchores ist ein Medaillon einbeschrieben, in dem eine weibliche Figur thront. Durch Krone, Nimbus, Kreuzesfahne und Sphaira ist sie als Ecclesia erkennbar. Die umlaufende Inschrift weist sie auch als Maria, Bild der Kirche und Braut des Herrn aus. In einem berühmten Wandbild werden durch die Prüfeninger Benediktiner in der Darstellung der sogenannten Zwei-Schwerter-Lehre die Spannungen des Investiturstreits sowie die Unterstützung des Papsttums und seines (gegen die weltliche Macht gerichteten) kirchenpolitischen Anspruchs zum Ausdruck gebracht.
Mittelpunkt der Kirche und Verbindung des Hochchors mit dem Kirchenschiff stellt das 1283 errichtete Hochgrab des ersten Abtes Erminold dar. Dieses herausragende Werk, die lebensvolle Gestalt des Abtes mit Abtstab und Buch, ist das Werk des traditionell nach dieser Skulptur benannten anonymen „Erminoldmeisters“, dem auch die berühmte Verkündigungsgruppe im Regensburger Dom zuzuordnen ist.
Die romanische Anlage des 12. Jahrhunderts erfuhr in barocker Zeit eine tiefgreifende Umgestaltung , die bis heute das Erscheinungsbild der Kirche prägt, ohne die romanischen Grundlagen zu beeinträchtigen. Anstelle der bemalten romanische Flachdecke wurde im 17. Jahrhundert eine Einwölbung von Quer- und Langhaus vorgenommen. In den neuen Gewölben von Mittelschiff und Seitenschiffen entfaltete der Prüfeninger Maler Johann Gebhard eine zurückhaltende Barockisierung, der auch Altäre und Grabsteine dieser Zeit entsprechen.
Nach der Säkularisierung 1803 wurde St. Georg Pfarrkirche des Regensburger Ortsteils Prüfening/ Dechbetten. Heute ist sie eine Nebenkirche der Pfarrei St. Bonifaz/ St. Georg. Gottesdienste können in St. Georg für einen längeren Zeitraum nicht stattfinden, da Kirchenbau und Wandmalereien derzeit saniert bzw. restauriert werden. Deshalb ist es bis voraussichtlich Mitte des Jahres 2015 auch nicht möglich, die Kirche zu besichtigen oder Kirchenführungen anzubieten.
Unbedingt erwähnenswert sind zwei Besonderheiten, die weniger der Kirche als dem Kloster zuzuordnen sind:
Schon in den Anfängen der Abtei, ab 1120/25, hatte sich im Kloster eine blühende Schreib- und Malschule entwickelt, die einen eigenen Stil der Buchmalerei pflegte. Dieses Skriptorium blieb bis ins erste Viertel des 13. Jahrhunderts im Regensburger Raum tonangebend.
Westlich der Klosterkirche steht eine kleine, romanische, ursprünglich flach gedeckte Saalkirche mit einem eingezogenen quadratischen Chor; über dem sich der Turm erhebt. Sie wurde 1125 dem hl. Andreas geweiht und diente wohl den weltlichen Dienstleuten des Klosters und den Armen und Siechen, die im daneben gelegenen Pfründnerhaus und im Spital untergebracht waren, als Pfarrkirche. In dieser Andreaskirche werden am Andreastag und sonst in unregelmäßiger Abfolge auch wieder Gottesdienste gefeiert. Diese Kurzbeschreibung wurde auf der Grundlage eines Artikels von Prof. Dr. Eberhard Dünninger und des offiziellen Kirchenführers erstellt. |