Referat für Sekten- und Weltanschauungsfragen

Sekten, Gurus, Psychokulte – auf dem Markt von Religion und Lebenshilfe tummeln sich zahllose fragwürdige Anbieter. Sie versprechen Erleuchtung, Heilung, Erfolg oder gar das ewige Glück. Was zunächst verheißungsvoll klingt, führt jedoch nicht selten zu Konflikten im sozialen Umfeld und zu schweren persönlichen Krisen.

"Die Beratungsstelle steht als Ansprechpartner allen zur Verfügung, die Auskunft über Hintergründe und Ziele weltanschaulicher Gruppierungen bzw. Organisationen wünschen oder Rat und Hilfe benötigen, weil sie selbst oder ihnen nahe stehende Personen sich im religiösen Dschungel unserer Welt möglicherweise verlaufen haben."
Reaktion von Angehörigen und Freunden
Der Kontakt – und erst recht der Beitritt – zu einer „Sekte“, einer neuen religiösen Bewegung, einer christlichen Splittergruppe oder einer Organisation, die als Psychokult bezeichnet werden kann, bedeutet für Angehörige und Freunde sehr oft einen Schock. Ein solcher Schritt kommt überraschend. Meist gab es vorher keine Anzeichen dafür, so dass die Entscheidung völlig unverständlich bleibt. In den Medien hat man vielleicht schon davon gehört, aber nie erwartet, selbst einmal damit konfrontiert zu werden.


Zu der Angst vor den neuen, unbekannten oder gar gefährlichen Wegen, die ein (junger) Mensch zu gehen beginnt, gesellt sich schnell die Scham vor Verwandten, Bekannten und Nachbarn. Was werden die wohl denken? Kann oder soll ich mit jemandem darüber sprechen? Schuldgefühle stellen sich ein: Was habe ich, was haben wir falsch gemacht? Warum habe ich nichts bemerkt? Habe ich versagt?
 
Die Erfahrung lehrt, dass es oft entscheidend wichtig ist, wie Bezugspersonen in den ersten Tagen und Wochen auf die neue Situation reagieren. Richtiges Verhalten kann dazu führen, dass jemand seinen Schritt noch einmal überdenkt. Werden ihr bzw. ihm aber Vorwürfe, Wut und Enttäuschung entgegengebracht, entspricht dies dem Muster, welches manche Gruppen als Reaktion von Angehörigen vorhersagen – zur Bestätigung ihrer Lehre.


Wie kann man helfen?
Ein Patentrezept gibt es nicht. Folgende Punkte können aber als Orientierung dienen:
 
Es gilt, sich bewusst zu machen, dass der Kontakt oder Beitritt zu einer (vermeintlichen) Sekte nicht zwangsläufig eine Katastrophe im Leben der/des Betroffenen darstellt. Vorerst handelt es sich schlicht um das Einschlagen eines Weges, der schwer verständlich ist. Drängen Sie deshalb keine Hilfe auf! Das löst meist nur Abwehr und Rückzug aus.   
 
Versuchen Sie, so schnell wie möglich Informationen über die Gruppierung zu beschaffen, indem Sie sich z.B. an die angegebene Beratungsstelle wenden.

Bleiben Sie mit Ihrer Tochter, Ihrem Sohn oder Partner in Kontakt! Legen Sie Wert auf gemeinsame Unternehmungen, doch verurteilen und belehren Sie nicht. Es ist leichter, in die Realität zurückzufinden, wenn es noch Menschen gibt, denen man sich anvertrauen kann!


Geben Sie der/dem Betroffenen kein Geld!

Stärken Sie Selbstwertgefühl und Kritikfähigkeit! Kritische Informationen mögen dem begeisterten Mitglied zwar zunächst als (kirchliche) Propaganda erscheinen. Behutsam eingesetzt können sie neben besorgtem und interessiertem Hinterfragen aber dabei helfen, eines Tages selbst Fragen zu stellen.

Bedenken Sie auch die Motive: Warum fühlen sich Menschen, die Sie kennen, überhaupt zu einer Sekte hingezogen? Suchen sie vielleicht Gemeinschaft, Zuneigung, Geborgenheit oder auch Autorität? Fehlt ihnen der Sinn fürs Leben? Sind sie nur neugierig oder erhoffen sie sich Hilfe bei körperlicher Krankheit, bei seelischem Leid oder existenziellem Kummer? ...


Beratungsstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen

Obermünsterplatz 7
93047 Regensburg
Telefon: 
0941/597-2431
Fax: 
0941/597-2432
E-Mail: 
weltanschauungsfragen@bistum-regensburg.de
Website: 
http://www.bistum-regensburg.de

Ansprechpartner/-in:
Dr. Thomas Rigl (Leiter)




Informationsblatt "Sekten"

Das Informationsblatt "Sekten" bietet eine knappe Orientierung zum Thema und 12 Hinweise, wie man eine "Sekte" erkennen kann. Zum Betrachten benötigen Sie den Acrobat Reader, den Sie hier runterladen können.
 
Sie können das Informationsblatt auch in Druckform bestellen. Wenden Sie sich bitte an die oben angegebene Adresse.

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