Seelsorge an Katholiken anderer Muttersprache - Migrantenseelsorge

Der historische Weg des Christentums mit der Entstehung vieler national gefärbter Formen hat große Inkulturationsleistungen vollbracht und christliche Nationen und Kulturen hervorgerufen, die als Ausdruck des Pfingstwunders verstanden werden können: Jeder betet zu Gott in seiner eigenen Sprache und doch besteht das gemeinsame Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer universalen Kirche. Aber diese Inkulturation nach dem Prinzip „ein Volk Gottes in vielen Sprachen und Kulturen“, die durch Staatsgrenzen voneinander getrennt sind, hat auch ihre Schattenseiten: Sie kann zur Betonung von Partikularismen missbraucht werden, die die kulturelle Differenz hervorheben und nur eine sauber getrennte nationalkirchliche Identität fördern.

Für die Herausforderung einer modernen Migrantenseelsorge ist ein solches Inkulturationsprinzip nur begrenzt gültig. Daher legen die welt- wie ortskirchlichen Richtlinien für die Migrantenseelsorge nicht nur die klassische Inkulturation in die Herkunftskulturen der Migranten als Pastoralprinzip nahe. Ebenso gefordert ist die Inkulturation in die sich wandelnden Kulturen der Migranten (Inkulturation „unterwegs“) und in die Ortskirche (Zielinkulturation).


Nationaldirektor für die Ausländerseelsorge

Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Telefon: 
0228/103-377

Ansprechpartner/-in:
Msgr. Wolfgang Miehle (Nationaldirektor), EMail: w.miehle@dbk.de




Eine Kirche in vielen Sprachen und Völkern

Leitlinien für die Seelsorge an Katholiken anderer Muttersprache, verabschiedet von der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 13. März 2003.

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