Verkündigung
„Wozu ist die Kirche da? Ich kann doch auch so an Gott glauben ...!“ Diese Frage wird vielerorts diskutiert. Es gäbe allerdings heute kein weltweit verbreitetes Christentum, wenn die Jünger Jesu – die damalige „Kirche“- nicht von Anfang an weitergegeben hätten, was sie mit Jesus erlebt hatten.
Am Anfang des christlichen Glaubens stand die Verkündigung. Und auch heute ist es noch die Hauptaufgabe der Kirche zu verkündigen: „Christus ist für unsere Sünden gestorben gemäß der Schrift und ist begraben worden. Er ist am dritten Tage auferweckt worden.“ (1 Kor 15,3) Diese urchristliche Glaubensformel aus dem 1. Korintherbrief ist – in Kürze auf den Punkt gebracht – das „Evangelium“, die frohe Botschaft: Jesus Christus hat die Sünde und den Tod für uns überwunden! Wir sind erlöst!
Diese frohe Botschaft steht auch heute noch am Anfang jedes christlichen Glaubensweges. Wir Menschen sind angewiesen auf glaubhafte Zeugen, die uns verkündigen, dass Christus wahrhaft auferstanden ist, und dass seine Gegenwart in unserem Leben sichtbar und spürbar wird.
Nach Jesu Tod und Auferstehung waren diese Zeugen die Jünger, die von Stadt zu Stadt gingen und die frohe Botschaft verkündigten. Später schrieben die Apostel und apostolischen Männer die Worte Jesu („Evangelien“) und vom Hl. Geist inspirierte Schriften nieder. Die Apostel setzten dann sehr bald Bischöfe ein, die die Gemeinde leiten und die christliche Lehre verkünden sollten. So entwickelte sich das „Lehramt“.
Die Gläubigen zu lehren und sie mit der frohen Botschaft immer wieder zu ermutigen, ist auch heute noch Aufgabe der Bischöfe. Auch die Priester tun es regelmäßig in ihren Predigten.
Doch Verkündigung ist nicht allein Sache der kirchlich Beauftragten: Jeder Christ ist zur Glaubensweitergabe aufgerufen.
Eine besondere Rolle kommt dabei natürlich den dafür ausgebildeten Laien zu, z.B. Religionslehrern und Katecheten. Die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) unterstreichen im Zusammenhang mit der Verkündigung vor allem die wichtige Aufgabe der Eltern: „Ihren Kindern sind (die christlichen Eheleute) die ersten Künder und Erzieher des Glaubens. Durch Wort und Beispiel bilden sie diese zu einem christlichen und apostolischen Leben heran.“ (Dekret zum Laienapostolat, 3.11).
Unser Glaube wächst und wird genährt durch andere Menschen, die uns ihre eigene Freude am Glauben weitergeben. Ohne die kirchliche Gemeinschaft, durch die uns immer wieder die frohe Botschaft verkündigt wird, ist es äußerst schwierig, ein wirklich überzeugter und überzeugender Christ zu bleiben.
Dekret des II. Vatikanum über das Laienapostolat
