Sakramente und Symbole




Sakramente

Gott ist unsichtbar. Daher glauben viele nicht an ihn. Wir erfahren ja unsere Welt vornehmlich mit Augen und Ohren, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn. Dieser menschlichen Verfassung kommt Gott entgegen, indem er uns sichtbare Zeichen (lateinisch: „sacramentum“) seiner Liebe gegeben hat: Die Sakramente.

Die Kirche kennt sieben Sakramente, die auf Jesus zurückgehen: Taufe, Firmung, Beichte, Eucharistie, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung. An wichtigen Punkten in unserem Leben wird hier bewusst der Segen Gottes erbeten: Bei der Geburt; beim Erwachsenwerden; wenn zwei Menschen sich füreinander entscheiden oder sich ein Mensch ganz Gott weiht; wenn jemand neu anfangen möchte; bei der gemeinsamen Mahlzeit; in Krankheit und Tod.

Die Sakramente, die in der Regel der Priester spendet, sind nicht nur religiöse Rituale, die immer gleich ablaufen. Sie zeigen uns durch sinnlich erfahrbare Handlungen, was in der übernatürlichen Welt geschieht. Im Priester, in den Worten und Symbolen begegnet uns Gott selber und schenkt uns Anteil an seinem göttlichen Leben.

Sakramente haben also eine Wirkung auf uns. Natürlich kann man Gott überall begegnen und zu ihm beten. Aber im Sakrament ist uns Gottes Gegenwart und die Gnade, die damit verbunden ist, in besonderer Weise geschenkt - unabhängig davon, wie wir uns fühlen. Und unabhängig davon, wie würdig der ist, der sie spendet.


Die Taufe

Die Taufe ist der Beginn unseres Lebens mit Christus. Durch sie werden wir Christen und damit Mitglied seiner Kirche. Dies bedeutet jedoch nicht nur eine Mitgliedschaft wie in einem Verein, als ob man einen Mitgliedsbeitrag bezahlen müßte und dadurch gewisse Vergünstigungen erhielte. In der Taufe geschieht etwas Übernatürliches: Wir sterben mit Christus und werden mit ihm auferweckt. Damit sind wir nicht mehr im Machtbereich der Erbschuld und des Todes, sondern werden erfüllt vom Heiligen Geist.

Sichtbar symbolisiert wird dies in der Tauffeier durch das Zeichen des Wassers: Der Täufling wird dreimal mit Wasser übergossen und auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft. Ursprünglich wurden die ersten Christen ganz untergetaucht, als Symbol des Sterbens mit Christus. Nach dem Auftauchen – Zeichen für die Auferweckung – wurde und wird auch heute noch die Osterkerze entzündet.

Sie zeigt: Das Leben des Auferstandenen ist in uns und beginnt schon jetzt. Ein weiteres Symbol dafür ist das weiße Gewand, das der Täufling anlegt oder angezogen bekommt: Er ist jetzt Christ und ist - wie Jesus Christus - Sohn bzw. Tochter Gottes.


Die Firmung

Ursprünglich gehört die Firmung zur Taufe dazu: Auch sie ist ein Sakrament, das den Beginn unseres Lebens mit Gott markiert. Sie „vollendet“ die Taufe. Der Bischof ruft den Heiligen Geist über die Firmlinge herab, legt ihnen die Hand auf und salbt sie mit Chrisam.

Chrisam kommt von dem griechischen Wort „Christus“ (hebr. „Messias“), was soviel heißt wie „der Gesalbte“. Die jungen Christen sollen in das christliche Leben und in die Kirche hineinwachsen. Sie sollen nun mithilfe der Gaben, mit denen sie der Heilige Geist ausrüstet, ihre Verantwortung in Kirche und Welt übernehmen.


Die Beichte






Beichten ist heute nicht mehr „in“. Leider - denn wer den Segen eines solchen Neuanfangs erfährt, wird dieses Sakrament nicht mehr missen wollen. Nach dem Bekenntnis unserer Schuld, die wir bereuen, spricht uns der Priester die Vergebung Gottes zu. Die Macht der Sünde und des Todes wird dadurch gebrochen, und wir werden frei für einen Neubeginn.


Die Eucharistie

Das wohl geheimnisvollste Sakrament. Es ist schwer zu verstehen, wie Gott sich so klein machen kann: Er legt seine ganze Gegenwart in eine kleine Scheibe Brot. Jesus hat uns am Abend vor seinem Tod dieses Versprechen gegeben: „Nehmt und esst alle davon – dies ist mein Leib- dies ist mein Blut.“

Immer wenn ein Priester die Worte Jesu spricht, dürfen wir sicher sein, dass wir Jesus selbst in der Hostie empfangen dürfen. Für dieses großes Wunder können wir nur danken! Dies hat der Feier den Namen gegeben: „Eucharistie“ heißt nämlich „Danksagung“.


Das Ehesakrament und die Priesterweihe




Beide Sakramente markieren eine der wichtigsten Entscheidungen unseres Lebens: Wen wir heiraten bzw. ob wir uns freiwillig für die Ehelosigkeit entscheiden und unser ganzes Leben Gott zur Verfügung stellen. Auch hier machen viele wunderbare Symbole das übernatürliche Geschehen sichtbar: Bei der Eheschließung wickelt der Priester seine Stola um die Hände der Brautleute zum Zeichen, dass sie nun für immer zusammengehören.

Bei der Priesterweihe werden den Kandidaten vom Bischof und den anderen Priestern die Hände aufgelegt, um zu zeigen, dass Jesus seine Vollmacht und seinen Heiligen Geist nun ihnen überträgt.


Die Krankensalbung

Vor allem in schweren Zeiten der Krankheit und des nahenden Todes will Christus bei uns sein. Dies wird deutlich, wenn der Priester zu einem Kranken gerufen wird und ihn mit einem Gebet um Stärkung und Beistand des Heiligen Geistes unterstützt. Dabei salbt er den Kranken mit einem Öl, das speziell zu diesem Zweck geweiht worden ist.

Diese sieben Sakramente sind für alle Christen eine ganz große Hilfe, Gott näher zu kommen und den richtigen Lebensweg einzuschlagen. Jeder sollte sie in Anspruch nehmen. Die Frage: „Gott ja, Kirche nein“ stellt sich einem dann gar nicht.





Christliche Symbole

Das Wort „Symbol“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „zusammenwerfen“. Im alten Griechenland gab es unter Freunden den Brauch, eine Tontafel auseinanderzubrechen. Beide Freunde nahmen jeweils eine Scherbe mit. Traf man sich wieder, wurden die Scherben aneinandergefügt. Ließen sie sich lückenlos zusammenfügen, war dies die Bestätigung für den bewährten Freundschaftsbund. Die Tonscherben stellten also als sichtbares Zeichen, ein „Symbol“ für einen höheren, geistigen und unsichtbaren Wert dar, nämlich die Freundschaft.

Ein Symbol ist ein Zeichen, das auf eine höhere Wirklichkeit verweist. Es bringt zwei Ebenen zusammen. So ist auch die Sprache des christlichen Glaubens voller Symbole: Göttliches und Menschliches werden zusammengebracht. Als „Ursymbol“ des christlichen Glaubens gilt daher Jesus Christus, der menschgewordene Gott. Die Christen haben aus der Antike viele Symbole übernommen und sie neu gedeutet, aber auch eigene erfunden. Die Sprache der Hl. Schrift enthält eine reiche und vielgestaltige Symbolik.


Das Symbol des Kreuzes

Das Kreuzzeichen, heute das wichtigste Symbol für das Christentum, war in den frühen christlichen Jahrhunderten eher selten. Wahrscheinlich ist dies auf den Umstand der Christenverfolgungen zurückzuführen. Bis ins 3. Jahrhundert hinein wurde das Kreuzessymbol eher von Gegnern des Christentums als „Spottkreuz“ verwendet.

Dies änderte sich erst mit Kaiser Konstantin, der das Christentum zur Staatsreligion erklärte. (313 n. Chr., Mailänder Toleranzedikt) Dadurch wurde es den Christen möglich, sich öffentlich zum Glauben an den Gekreuzigten zu bekennen. Dies schlug sich auch in der christlichen Kunst nieder, so dass sich einzelne Kreuzesdarstellungen erstmals nach dem Konzil von Nizäa (325) finden lassen. In diesem Jahr soll die Kaiserin Helena das Kreuz Christi und die Grabeshöhle aufgefunden haben.

Als allgemein verbreitetes und verwendetes Symbol der Christen lässt sich das Kreuzzeichen allerdings erst in der Zeit der Völkerwanderung (375 n. Chr. – 568n. Chr.) nachweisen. 423 n. Chr. findet sich z.B. eine Kreuzigungsdarstellung am Portal der Basilika Santa Sabina auf dem Aventin in Rom.

Die Kreuze und Kreuzigungsdarstellungen als Zusammenfassung der christlichen Heilsaussage erfuhren in der Kunst verschiedenste Ausprägungen, je nach der vorherrschenden Frömmigkeit der Zeit. Während der gekreuzigte Christus im frühen Mittelalter und in der Romanik als der Sieger und frei von Schmerzen dargestellt wurde, rückte in der Gotik der leidende Christus in den Mittelpunkt. Auch bei den einfachen Kreuzessymbolen gab es eine große Vielgestaltigkeit: Das griechische Kreuz, das lateinische Kreuz, das Jerusalemer Kreuz, das Tau-Kreuz, das Johanniter-Kreuz, das Papstkreuz usw.


Symbole für Christus

Neben dem Kreuz gibt es für Christus und die Erlösung, die er gebracht hat, noch viele andere Symbole.

Der Fisch

Das „Geheimzeichen“ unter den Christen in der Zeit der Christenverfolgungen der ersten Jahrhunderte. Im Griechischen heißt der Fisch „Ichthys“. Die Buchstaben ergeben jeweils die Anfangsbuchstaben des Satzes, der ein christliches Glaubensbekenntnis ist:
I für „Jesus“
Ch für „Christus“
Th für Theou (gr.) „des Gottes“
Y für Hyios (gr.) „Sohn“
S für Soter (gr.) „Erlöser, Retter“


Der gute Hirte

Der „gute Hirte“ mit dem verlorenen und wiedergefundenen Schaf auf den Schultern ist eines der ältesten Motive der Christenheit. Es findet sich häufig als Fresko, als Relief oder als Einritzung auf Sarkophagen und Grabplatten und als Statuen. Auch in den römischen Katakomben wurde es gefunden. Jesus sagt von sich selbst in den Gleichnisreden des Johannesevangeliums(Jh 10,11-21): „Ich bin der gute Hirte“. (Jh 10,11.14) Dieses Bild symbolisiert Jesu radikale, fürsorgende und sehr persönliche Liebe: Er kennt jeden seiner „Schafe“ mit Namen. Er ruft sie persönlich, ihm zu folgen. Wenn Gefahr droht, verteidigt er sie bis zur Hingabe seines eigenen Lebens. Im Gegensatz zum bezahlten Knecht setzt er sich ganz für seine Schafe ein. Auch im Gleichnis vom verlorenen Schaf in Matthäus 18,12-14 und Lukas 15, 3-7 klingt der Erlösungwille Jesu an: Er ist nicht gekommen um der 99 Gerechten willen, sondern er ist gekommen, um die verlorenen Schafe in die Liebe Gottes heimzuholen.







Marianische Symbolik
„Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
doch keins von allen kann dich schildern,
wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
seitdem mir wie ein Traum verweht
und ein unnennbar süßer Himmel
mir ewig im Gemüte steht.“










Dieses Gedicht von Freiherr Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg (1802), genannt Novalis, drückt aus, welch eine Fülle von Symbolen und Sinnbildern gläubige Menschen gefunden haben, um der Gottesmutter ihre Verehrung auszudrücken.
Die frühesten Marienbilder stammen aus dem 2. bis 3. Jahrhundert. Bereits in den Katakomben sieht man Maria mit dem Kind auf dem Schoß. Seit dem Konzil von Ephesus, das im Jahre 431 die Gottesmutterschaft dogmatisierte, nahmen die Darstellungen an Häufigkeit zu.


Marien- Typologien

Unterschieden werden können Mariendarstellungen nach verschiedenen Typologien: So gibt es die Schutzmantelmadonna, die Schwarze Madonna, die Himmelskönigin (Regina Coeli) mit einer Krone, die Darstellung als „Sedes sapientiae“ (Sitz der Weisheit) mit dem Jesuskind auf dem Schoß oder – ohne Kind – als Immaculata (unbefleckte Empfängnis). Besonders erwähnenswert ist die „Mondsichel-Madonna“: So spricht die Geheime Offenbarung des Johannes (Off b 12,1-18) von einer Frau, „mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.“ Weiter wird in diesem Buch der Kampf des Drachen gegen die Frau und ihre Nachkommen beschrieben. Dieses Bild für die Mächte des Bösen, die durch das Blut des von Maria geborenen Erlösers und der Märtyrer überwunden werden, bewegte immer wieder die Künstler. So wird Maria, geschmückt mit den Attributen von Sonne, Mond und Sternenkranz oft dargestellt als die, die auf den Drachen tritt. Durch die Geburt des Erlösers hat sie die Macht des Bösen zerstört.
„Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg!“, bittet Papst Benedikt XVI. im letzten Kapitel der Enzyklika Spe salvi die Gottesmutter. Damit greift er das Symbol vom Meerstern auf. Bereits in vorchristlicher Zeit war dies ein Begleitname von Göttinnen, z.B der Isis, der Aphrodite und der Venus. Als „Stern des Meeres“, an dem sich die Seefahrer orientierten, galten die Venus, der Polarstern, der Sirius und der Leitstern der Pleiaden. Der heilige Hieronymus übertrug als erster diesen Namen auf Maria. Besonders seit dem Spätmittelalter mit dem Beginn der großen Seefahrten erfreute sich dieser Titel besonderer Beliebtheit. Die „Stella Maris“ wurde zur Patronin der Seeleute, die sich ihrem Schutz und Beistand anvertrauten. In Litaneien und Hymnen wird Maria immer wieder als Meerstern besungen, der Hymnus „Ave maris stella“ geht z.B. bereits auf das ausgehende erste Jahrtausend zurück.


Marianische Symbole und Attribute




Für Maria gibt es zahlreiche weitere Attribute, wie sie beispielsweise in der lauretanischen Litanei aufgezählt werden:
Symbole aus der Natur: Die Rose ohne Dornen (so wird die Gottesmutter als „rosa mystica“ verehrt), die Lilie (Zeichen der Reinheit und Unbeflecktheit), die Zeder, der Zweig aus der Wurzel des Jesse, die Quelle der Gnaden.
Symbole aus dem Alten Testament: Der Turm Davids, das Vlies Gideons, der Tempel Salomons, der verschlossene Garten (hortus conclusus). Letztere Bezeichnung ist ein Symbol für die Jungfräulichkeit Marias und stammt aus dem Hohen Lied, das von einigen Theologen ganz auf die Jungfrau Maria bezogen wurde.


Das Herz

Das Heiligste Herz Jesu

„Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe... Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Liebe.“ Diese Worte spricht der Priester am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, das traditionell am 3. Freitag nach Pfingsten gefeiert wird. Wie im weltlichen Bereich so steht auch hier das Symbol „Herz“ für die Liebe. Jesus öffnet sozusagen sein Herz für die Sünder. Es ist erstaunlich, wie dieses Symbol im Lauf der Kirchengeschichte zu immer größerer Bedeutung gekommen ist. Die Grundlage für eine Herz-Jesu –Verehrung findet sich bereits im Johannesevangelium: Hier wird beschrieben, wie ein Soldat eine Lanze in das Herz Jesu stößt und Blut und Wasser herausströmen (vgl. Jh 19,33) Schon die Kirchenväter brachten dies in Verbindung mit der Schriftstelle Jh 7,37: „Wer an mich glaubt...aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigen Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben...“ Durch seinen Kreuzestod spendet Jesus seinen Geist, das Wasser steht für die Taufe, das Blut für die Eucharistie. Somit entspringen aus seiner Verwundung die grundlegenden Sakramente und damit die Kirche. An diese Deutung knüpften Theologen des Mittelalters an, v.a. im 13. Jahrhundert (z.B. Albert der Große, Bonaventura). Besonders die Mystik des 13. und 14. Jahrhunderts pflegte die Herz-Jesu-Verehrung (Mechthild von Magdeburg, Gertrud von Helfta, Heinrich Seuse). Im 17. Jahrhundert erhielt der französische Oratorianer Johannes Eudes (1680) zum ersten Mal die Erlaubnis seitens seines Bischofs, ein Fest zu Ehren des Herzens Jesu in den Kirchen seiner Gemeinschaft zu feiern. Zur selben Zeit hatte Margarete Maria Alacoque vom Orden der Heimsuchung in Paray-le-Monial/ Frankreich mehrere Visionen, in denen ihr Christus den Auftrag gab, sich für die Einführung eines Herz-Jesu-Festes am Freitag nach der Fronleichnnamsoktav und für die Einführung von Herz-Jesu-Freitagen mit einer heiligen Stunde einzusetzen. Doch erst Pius IX. führte das Fest 1856 für die ganze Kirche ein. Papst Leo XII. weihte dann zur Jahrhundertwende im Jahre 1899 die ganze Welt dem Heiligsten Herzen Jesu. Zur ersten Jahrhundertfeier der Einführung des Festes veröffentlichte Pius XII. 1956 die Enzyklika „Haurietis aquas“. Das Herz Jesu wird heute außerdem in der Feier der Herz-Jesu-Freitage (erster Freitag im Monat) verehrt und mit dem monatlichen Gebetsanliegen des Papstes verbunden. In vielen Pfarreien wird auch die sogennannte „Heilige Stunde“ am Vorabend gepflegt, zurückgehend auf die heilige Margarete Maria Alacoque: Gemeinschaftliches Gebet in der Kirche, meist verbunden mit einer Anbetung des eucharistischen Brotes, wobei das Leiden und Sterben Jesu, seine Liebe und die Einsetzung des Abendmahls betrachtet werden.


Das unbefleckte Herz Mariä

Parallel zum Heiligsten Herzen Jesu entwickelte sich in der Volksfrömmigkeit auch eine Verehrung des unbefleckten Herzens Mariä. Marias Herz blieb von der Befleckung durch jede Erbschuld bewahrt. Es war ganz offen und bereit für den Willen Gottes und darf daher ebenso als „heilig“ verehrt werden. Es ist das Herz einer Mutter, die sich um ihre Kinder sorgt. Schon der heilige Johannes Eudes feierte seit 1646 mit seiner Ordensgemeinschaft ein Fest des heiligsten Herzens Mariä, das in Frankreich rasche Ausbreitung fand. Eine unverbindliche Anerkennung erfolgte unter Pius VII. am Anfang des 19. Jahrhunderts. Erst der große Marienverehrer Pius XII. schrieb das Fest 1944 für die ganze Kirche vor, wohl auch unter dem Eindruck der Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima (Portugal), die nach gründlicher Untersuchung inzwischen als glaubwürdig anerkannt worden waren. Schon während des Zweiten Weltkrieges hatte er die Welt dem gütigsten Herzen der Gottesmutter geweiht. Heute wird das Fest als Gedenktag am Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest begangen.

Literaturempfehlung: Adam, Adolf, Das Kirchenjahr mitfeiern, Herder Freiburg, Basel, Wien, Neuausgabe 1995, ISBN 3-451-08839-8


Christusmonogramme

Ebenso geheimnisvoll erschient das Christusmonogramm IHS, ebenfalls aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Es wird auch heute noch auf Hostien oder Messgewänder gedruckt.
IHS sind die ersten drei Buchstaben des griechischen Wortes für Jesus:

I für Jesus
H (im griechischen ein Eta) für das E in „Jesus“
S für das S in Jesus
Daneben gibt es noch eine lateinische Deutungstradition:
Jesus - Jesus
Hominum - der Menschen
Salvator - Retter
Volkstümlich wurden die Buchstaben auch gedeutet als
Jesus
Heiland
Seligmacher
Ein weiteres Kürzel für Christus ist das XP:
Die ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes für Christus (X - das griechische Chi = Ch, P – das griechische Rho= R). Nach der Überlieferung soll es Kaiser Konstantin im Traum erschienen sein. Er setzte es auf seine Standarte in der Schlacht bei der Milvischen Brücke (312). Siegreich heimgekehrt, schrieb er seinen Erfolg dem zu, auf den dieses Zeichen hinweist, nämlich Christus.

Das Christusmonogramm ist ein Bekenntnissymbol der frühen Kirche. Es ist u.a. als häufigste Grabinschrift in den Katakomben von Rom (2. Hälfte des 2. Jh. S und 3. Jh.) zu finden. Eine ausführliche Beschreibung zu den Katakomben findet sich unter www.catacombe.roma.it/de/symb.html


Alpha und Omega

Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“,(Off 22,13) lässt der Autor der Geheimen Offenbarung des Johannes Jesus sprechen.
Christus ist der Herrscher über die Zeit und über die Geschichte. Er ist der, der von Anfang an war und in Ewigkeit sein wird. Auf diese Worte stützt sich das Symbol des Alpha und Omega, das z.B. auch auf der Osterkerze eingraviert wird, die jedes Jahr in der Osternacht in die dunkle Kirche hineingetragen wird.


Das Lamm

Ein weiteres Symbol für den siegreichen Christus ist das Lamm. Wie ein Opferlamm ist Jesus eines blutigen Todes gestorben und hat sein Leben für uns hingegeben. Auch dieses Symbol hat seinen Ursprung in der Heiligen Schrift: Bereits Johannes der Täufer weist in einer prophetischen Vorausschau auf diese Zusammenhänge hin: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ (Joh 1,29)

Dass der Messias mit einem Opferlamm verglichen wird, deutet sich schon in den Schriften des Alten Testamentes an. So hören wir in den Lesungen der Karwoche in den sogenannten Gottesknechtliedern: „Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.“ (Jes 53,7)

Der siegreiche Christus wird schließlich als Lamm in der symbolreichen Sprache der Geheimen Offenbarung des Johannes von den Engeln verehrt: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.“ (Off 5,11). Diese Schriftstellen begründeten den Brauch, bei der Feier der Auferstehung an Ostern in den Kirchen ein Osterlamm aufzustellen oder in den Familien ein gebackenes Osterlamm zu essen.


Das Symbol für den Heiligen Geist: Die Taube



Ebenso alt wie das Symbol des Lammes für Christus ist das Symbol der Taube für den Heiligen Geist. Auch dies hat seine Grundlage in der Heiligen Schrift. Bei der Taufe Jesu heißt es: „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gotttes wie eine Taube auf sich herabkommen.“ (Mt 3,16)

Die älteste Darstellung dieser Szene findet sich in einem Fresko der Lucina-Katakomben (1. Hälfte des 2. Jh.s). Noch mehr gebräuchlich wurde seit dem Konzil von Nizäa (325)und Konstantinopel (536) dieses Symbol für den Heiligen Geist, der sich wie ein Vogel frei bewegen kann und „weht, wo er will“. (vgl. Joh 3,8) Aufgrund seiner Dynamik (er wird auch als (gr.) „dynamis“, als Kraft Gottes bezeichnet) wird er fast immer nur im Flug oder schwebend dargestellt.

Neben dem Symbol der Taube wurde der Heilige Geist auch – bezugnehmend auf das Pfingstereignis - als Feuerzungen oder als drittes Gesicht innerhalb der göttlichen Dreifaltigkeit dargestellt. Papst Urban VIII. verbot erstmals antropomorphe (menschengestaltige) Darstellungen des Heiligen Geistes. Papst Benedikt XIV. verfügte dann in seinem Breve „Sollicitudine nostrae“ im Jahr 1745, dass der Hl. Geist bei Einzeldarstellungen nur noch in Gestalt einer Taube dargestellt werden durfte.

Durch die päpstliche Einflussnahme setzte sich das Symbol der Taube für den Hl. Geist in der Kunst durch und findet sich heute noch in vielen Kirchen im Deckengewölbe oder über dem Prediger auf der Kanzel.


Symbole in der Liturgie

In der Feier der Liturgie ist eine reichhaltige und tiefe Symbolik enthalten. Man denke nur an die Verwendung der eucharistischen Gaben von Brot und Wein, an das Weihwasser oder den Weihrauch.


Der Weihrauch

Der Gebrauch des Weihrauchs stammt aus dem griechisch-römischen Kulturraum. Der kostbare Weihrauch ist das Harz der arabischen Boswellia-Staude. Es wurde auf glühender Holzkohle verbrannt, um den Göttern Verehrung zu zollen.

Die duftenden Rauchwolken, die aufstiegen und den Raum erfüllten, symbolisierten das Gebet der Gläubigen. Auch der jüdische Tempel besaß einen Rauchopferaltar. So heißt es im Psalm 141,2: „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf.“ Im römischen Reich wurde der „gottgleiche“ Kaiser mit Weihrauch verehrt, was den ersten Christen als Götzendienst erschien.

Ihre Weigerung, den Kaiser so zu verehren, brachte so manchen Christen den Märtyrertod ein. Trotzdem übernahmen sie den Brauch des Rauchopfers in ihre Liturgie. Mit dem Weihrauch wird Christus verehrt und angebetet, aber auch die Gläubigen werden damit inzensiert. In dem Nizäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis wird die Kirche als die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ charakterisiert.

Sie ist durch die Anwesenheit Christi geheiligt und bereits in die Sphäre des Göttlichen mithineingenommen. Dies symbolisiert die Beweihräucherung der Gläubigen.


Das Weihwasser

Das Weihwasser wird jedes Jahr neu in der Liturgie der Osternacht geweiht. Im Gebet erinnert der Priester an die Wunder, die Gott durch das Wasser getan hat, z.B. an die Rettung Israels vor der Streitmacht Ägyptens durch das Meer hindurch.

Das Wasser wird betrachtet in seiner reinigenden, aber auch zerstörenden Macht. Dann betet der Priester, dass der Heilige Geist mit seiner Kraft in dieses Wasser herabsteigen möge. Dies ist kein magisches Ritual, sondern hat Symbolcharakter: Das Wasser ist ein Symbol dafür, dass Gott alle die segnet, die im Glauben dieses Wasser benützen und sich an ihre Taufe erinnern.

Oft schließt sich an die Wasserweihe eine Taufe an: Der Täufling wird dreimal mit dem Wasser übergossen und auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft. Das Weihwasser wird aber auch verwendet bei Segnungen, z.B. bei der Kräuterweihe am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August), bei der Speisenweihe an Ostern oder bei der Hausweihe.

Letztendlich steht an jedem Kircheneingang ein Behälter mit Weihwasser, mit dem sich jeder selber bekreuzigen und segnen kann beim Eintreten und beim Verlassen der Kirche.


Die eucharistischen Gaben von Brot und Wein

Jesus spricht im Abendmahlssaal die Worte über Brot und Wein: „Nehmt und esst… dies ist mein Leib, (der für euch hingegeben wird)… nehmt und trinkt…dies ist mein Blut, das für euch vergossen wird…“. (Mk 14,22-24, Mt 26,26-28, Lk22,19-20, 1Kor 11,23-25). Die Kirche glaubt, dass – wenn der Priester diese Worte in der Liturgie spricht – Jesus in diesen Gaben wahrhaft real gegenwärtig ist. Auch wenn die Kirchenväter für diese Gegenwart das Wort „Symbol“ benutzt haben, ist sie doch auf keinen Fall „rein symbolisch“ im heutigen Sinne zu verstehen. Brot und Wein sind nach der Wandlung nicht nur ein Zeichen, ein Symbol für Jesus: Es ist Jesus selbst, der die Seinen besucht. Die Kirche spricht daher von der „Realpräsenz“ Jesu Christi. Darüberhinaus erschließt sich aber dem Theologen in den eucharistischen Gaben von Brot und Wein eine zusätzliche Symbolik: Die Körner müssen zermahlen und zerrieben werden, damit Mehl für das Brot entsteht; die Trauben müssen zerquetscht werden, damit Wein entsteht; ebenso gibt der Herr sein Leben, damit aus dem Tod Neues entstehen kann: Ein Leben in der Kraft der Auferstehung, das kein Tod mehr vernichten kann.


Symbole im gottesdienstlichen Raum

Der Kirchenraum ist ausgestattet mit Gegenständen, die Symbolcharakter haben. Symbol für die ständige Anwesenheit Gottes ist der Tabernakel, ein (meist) vergoldeter Schrein, in dem Christus im eucharistischen Brot anwesend ist. Zusätzlich angezeigt wird diese immerwährende Gegenwart durch das „Ewige Licht“, einer roten Kerze, die in unmittelbarer Nähe des Tabernakels immer am Brennen gehalten wird.

Dieses Symbol stammt aus dem jüdischen Brauchtum: Auch in den Synagogen brennt ein solches Licht unmittelbar vor dem Schrein, in dem die Thora-Rollen mit den Worten der Heiligen Schriften aufbewahrt werden. Der Altar, an dem der Priester das Messopfer feiert, ist Zeichen für Christus, der sich selbst zum Opfer für uns hingegeben hat.


Das Licht

Die Lichtsymbolik spielt in den meisten Völkern und Kulturen eine wesentliche Rolle. Licht ist die Quelle des Lebens. Licht bedeutet Leben, Orientierung und Wärme. Dunkelheit dagegen bedeutet Orientierungslosigkeit, Bedrohung, Todesgefahr. Die Götter der Griechen wohnen im Licht, in manchen Religionen ist der Glaube verbreitet, dass die Gottheit selbst Licht ist.

Auch im Christentum ist die Lichtsymbolik von grundlegender Bedeutung. So wird die Herrlichkeit Gottes mit einem unbeschreiblichen Lichtglanz verglichen, wie in der Erzählung von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. (vgl. Lk 9). Auch die Engel sind bei ihrer Erscheinung oft von einem gleißenden Lichtglanz umgeben. („Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr“ Lk 2,9).
Ähnliche Erlebnisse von Gottesbegegnungen berichten auch die Mystiker. So schreibt beispielsweise Mechthild von Magdeburg ein Buch mit dem Titel: „Das fließende Licht der Gottheit.“ Jesus selbst sagt von sich im Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Jh 8,12). Er verheißt auch denen, die ihm nachfolgen, dass sie „das Licht des Lebens haben“(ebd.). Die Berufung der Jünger Jesu ist daher, selbst Licht in der Welt zu sein. (Mt 5,14)

Das Symbol des Lichtes zieht sich durch Liturgie und Brauchtum des Kirchenjahres:
Angefangen beim Adventskranz, dem wachsenden Licht, das seinen Höhepunkt in den vielen Lichtern am Christbaum findet, über das Fest der Darstellung des Herrn („Lichtmeß“) mit der Kerzenweihe bis hin zum feierlichen Licht der Osternacht, in der der Priester ruft: „Lumen Christi“ - Christus, das Licht. Kein Gottesdienst ist denkbar ohne Kerzenlicht. Um an die Gegenwart Gottes in der Welt zu erinnern, brennt am Tabernakel das „ewige Licht“.


Ein umfangreiches Symbollexikon findet sich unter www.kath.de/kurs/symbole




Literaturempfehlungen:

Lexikon der Symbole: Bilder und Zeichen der christlichen Kunst, Heinz-Mohr, Gerd, Freiburg, Basel & Wien Verlag Herder 1991, 350 Seiten, ISBN: 3451040085.

Von heiligen Zeichen, Romano Guardini, Topos Taschenbuch 365, 82 Seiten, 7. Taschenbuchauflage Juli 2008, Topos plus Verlagsgemeinschaft / Matthias-Grünewald-Verlag ISBN: 978-3-8367-0365-9

Neues Lexikon christlicher Symbole, 480 S., Becker Renate, Forstner Dorothea, Tyrolia Verlagsanstalt Gm, Dezember 1991 , ISBN-10: 3-7022-1781-9 , ISBN-13: 9783702217815

Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, Eckhard Bieger SJ, St. Benno-Verlag, 380 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, durchgehend mit Farbabbildungen gestaltet
ISBN 9783746224862, voraussichtlich erhältlich ab September 2008


Fotos: pixelia


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