Glaube, Hoffnung, Liebe

Glaube

„Alles ist immer so negativ“, empfinden viele, besonders junge Leute. Die Angst vor dem, was die Nachrichten bringen, steigende Lebenshaltungskosten, der wachsende Konkurrenz- und Leistungsdruck, Klimawandel und Katastrophen, prägen unsere Gesellschaft.

Der christliche Glaube bietet dazu ein „Alternativprogramm“: Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese drei werden auch drei göttliche Tugenden genannt. Sie sind also Grundhaltungen, Herzenshaltungen, die uns wie ein Samenkorn in unserer Taufe mitgegeben wurden. Sie kommen von Gott und verbinden uns mit Gott. An uns Christen liegt es, sie in unserem Leben zu entfalten und so unsere Welt positiv zu prägen.

Glaube heißt, sein Leben ganz auf Gott zu bauen, ihm zu vertrauen. Das schließt auch mit ein, in den großen und kleinen Entscheidungen meines Lebens nach Gottes Willen zu fragen. Als Christen glauben wir nicht nur an irgendwelche Theorien, an ein Gedankengebäude. Wir glauben an eine Person, an den lebendigen Jesus Christus, der heute noch wirkt und uns führt.



Hoffnung

„Wohl dem, … der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott setzt.“ (Ps 146,5) Egal, wie aussichtslos die Lage auch scheint: Wer auf Gott vertraut, der macht sogar in dunkler Nacht die Erfahrung, dass Gott einen nicht verzweifeln lässt. Oft erblüht Hoffnung wider alle Hoffnung. Es wird plötzlich ein Ausweg geschaffen, an den man zuerst gar nicht dachte. Die Bibel berichtet viele solche Erfahrungen, die Menschen über Jahrhunderte hinweg machen durften.

Die Geschichte der Kirche ist eine Geschichte der Hoffnung, dass Christus der Herr der Welt ist und sich das Gute letztendlich durchsetzen wird. Daher ist die größte Hoffnung, die wir Christen haben, die Hoffnung, dass der Tod durch Christus endgültig besiegt ist. Und dass auch wir, die wir zu ihm gehören, vom Tode auferstehen werden. Die Hoffnung, die von Gott kommt, ist unerschütterlich und unbesiegbar.

Lesen Sie hier die Enzyklika SPE SALVI von Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe, an die Priester und Diakone, an die gottgeweihten Personen und an alle Christgläubigen über die christliche Hoffnung.



Liebe

Schließlich: Die Liebe. Was bleibt von uns, wenn wir einmal sterben? Was zählt dann noch? „Die Liebe hört niemals auf.“ (1 Kor 13,8) sagt der Heilige Paulus. Wilhelm Busch fasste es einmal so zusammen: „Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.“ Intuitiv spüren wir: Ja, das ist richtig, letztendlich geht es auch in unserem Leben um die Liebe.

Leider ist das Wort ziemlich überstrapaziert. Was ist eine wahre, tiefe, echte Liebe? Ein bloßes Gefühl? Gott sagt uns in seinem Wort: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16) Die Liebe des Vaters offenbart sich im Sohn, der für uns sterbend am Kreuz die Arme ausgebreitet hat. Liebe ist konkret, ist Hingabe – ist nicht nur Gefühl, sondern Tat.

„Gott ist die Liebe“ heißt es im ersten Johannesbrief (1 Joh 4,8). Wenn wir wirklich lieben lernen wollen, ist es nötig, uns von Gottes Liebe erfüllen zu lassen. Eigene menschliche Zuneigung und Sympathie reichen oft nicht sehr weit. Die Liebe Gottes ist so stark, dass sie auch die Feinde lieben kann.

Die Heilige Therese von Lisieux ist in ihrem Leben Gott sehr nahe gekommen. Sie spricht vom „Feuerofen“ der Liebe Gottes, der alles verbrennt, was in uns noch selbstsüchtig und fehlerhaft ist. In Gottes Liebe können wir wachsen und uns unendlich weiterentwickeln.

Lesen Sie hier die Enzyklika DEUS CARITAS EST von Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe, an die Priester und Diakone, an die gottgeweihten Personen und an alle Christgläubigen über die christliche Liebe.


Fotos: pixelia

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