Jakobspilgerweg in Kösching


Zur Geschichte der Jakobspilgerschaft

Der Apostel Jakobus (der Ältere) soll in Santiago beerdigt sein. Die Geschichte kann kaum etwas berichten über ihn. Sein Martyrertod ist die einzige gesicherte Mitteilung über ihn. Sein Todesjahr war wohl 44 n.Ch. Ob er gereist ist, ob er in Spanien weilte, ist nicht bekannt. Wie kann es dann sein, dass sein Grab in Compostela ist? Wie kann es im 9. Jahrhundert dort wieder entdeckt worden sein?

1. Man kann es nachlesen im Codex Calixtinus, in einem Geschichtewerk das etwa im Jahr 1150 von einem Mönch verfasst wurde. In diesem Werk, das auch als erster „Reiseführer“ für den Jakobsweg gelten kann, schreibt er, dass der Apostel Jakobus im heutigen Spanien als Missionar tätig war. Er kehrte dann nach Jerusalem zurück und wurde mit dem Schwert hingerichtet. Nach seinem Tod sei sein Leichnam auf einem Schiff in seinen ehemaligen Wirkungskreis zurückgebracht und beerdigt worden. Das Grab des Apostels geriet in Vergessenheit und wurde erst wieder im Jahre 842 entdeckt. Ein Einsiedler soll durch Wunderzeichen auf das Grab aufmerksam geworden sein. Der zuständige Bischof ließ das Grab öffnen und hat die Gebeine als die des Heiligen identifiziert. Die Kunde darüber verbreitete sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa. Zu jener Zeit war Spanien schon seit über 100 Jahren von moslemischen Arabern besetzt und es regte sich Widerstand gegen sie, der vom Norden des Landes ausging.
Dass die Reliquien des Apostels zur wichtigsten Pilgerstätte des Mittelalters wurden, hängt auch damit zusammen, dass der Apostel, nach dem Codex Calixtinus persönlich in die Geschicke des Landes und des Kontinentes eingegriffen haben soll. In der entscheidenden Schlacht zwischen Moslems und Christen bei Clavigo nördlich von Logrono erschien der Apostel hoch zu Ross und hat den Christen geholfen, den Kampf zu gewinnen. Von da an wurde er als der „Matamoros“ der Maurentöter gefeiert. Dieser Beiname ist heute noch populär. Fast alle Darstellungen des Heiligen in spanischen Kirchen zeigen ihn in dieser Pose, auf einem Pferd reitend und auf die „Ungläubigen“ mit dem Schwert einschlagend. Hierzulande ist Jakobus immer als Pilger mit Pilgerhut, Muschel und Kürbisflasche dargestellt.

2. Da es keinerlei historisch relevante Überlieferung über die Authentizität des Apostelgrabes gibt, ja nicht einmal über einen Aufenthalt in Spanien, sind Zweifel angebracht, ob die Gebeine im Sarkophag unterhalb des Hochaltares in der Kathedrale wirklich die des Heiligen sind. Wahrscheinlich handelt es sich um eine fromme Legende, der man gerne glaubte. Wenn aber auch heute in unserer aufgeklärten Zeit so viele Menschen nach Santiago pilgern, so ist das mehr die starke Symbolkraft und der „Genius Loci“ der den Ort und den Heiligen umgibt. Das „Symbol Jakobus“ bedeutet Einheit der Christenheit, christliches Europa und Glaubensstärke. Und diese Werte sind heute wieder so bedroht, als in den Anfangszeiten der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.




Der Pilgerweg

Der Ostbayerische Jakobsweg geht durch den Köschinger Forst. Er führt von Prag ausgehend über die deutsch-tschechische Grenze bei Eschlkam (nahe Eger) südwärts nach Regensburg einem alten Handelsweg folgend nach Deutschland. Von Regensburg folgt er der Donau aufwärts bis Weltenburg. Hier verlässt er das Donauufer wieder und kommt nach Altmannstein wie auch nach Bettbrunn. Sowohl Altmannstein wie auch Bettbrunn sind Pilgerstationen an denen man im Pfarrhaus seinen Pilgerausweis abstempeln lassen kann.

Auf Köschinger Gemeindegebiet verläuft der Jakobsweg ca. 4 ½ km durch den Forst. Er geht dann weiter nach Stammham, Pfünz und Eichstätt. Diese Wegstrecke wurde von den Römern ausgebaut , die von Kösching (Castell Germanicum) über Pfünz (Pondus) ihren Limes-Grenzzaun versorgten. Weiter geht der Pilgerweg über Donauwörth, wo er mit dem fränkischen Jakobsweg zusammentrifft. Weiter geht es südwärts in die Schweiz, Frankreich und er überquert die Grenze bei Ronceswalles nach Spanien. Von dort aus sind es noch ca. 800 km bis Santiago de Compostela. Von hier aus wären es ca. 2500km.


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