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Regensburg/Andechs, 16.10.2006
Autor: Bischöfliche Pressestelle (presse.medien@bistum-regensburg.de)
Generalvikar Michael Fuchs: „Dreieinigkeit Gottes in die europäische Diskussion einbringen“
(pdr) Generalvikar Michael Fuchs hat auf dem XXVI. Andechser Europatag am vergangenen Sonntag im oberbayerischen Kloster Andechs die menschenfreundliche und politische Dimension des christlichen Gottesbildes hervorgehoben. Er setzte dem Bild eines unendlich fernen und unantastbaren Gottes, wie es den Islamismus kennzeichnet, den menschgewordenen Gott entgegen.
Das Konzept der Menschenwürde stehe in engem Zusammenhang mit dem christlichen Gottesbild, betonte Fuchs: „Die Erfahrung des 20. Jahrhunderts zeigt, dass ohne das Verständnis für die Aufwertung des Menschen durch die Menschwerdung Gottes die Menschenwürde wegrutscht.“ Schwerwiegende Konsequenzen daraus seien die Vernichtung menschlicher Embryonen für die Forschung an menschlichen Stammzellen sowie die Euthanasie, die in europäischen Ländern wie Belgien und den Niederlanden „auch gegen den Willen der Betroffenen längst praktiziert wird“.
In der Frage der europäischen Integration forderte der Generalvikar dazu auf, die Dreifaltigkeit Gottes in die gegenwärtige Diskussion einzubringen. „Der dreieinige Gott birgt die Vielfalt in der Einheit in sich. Dieser Aspekt von Einheit und Vielheit in der Dreifaltigkeit kann uns helfen, ein einiges Europa der Völker zu schaffen." Gott ins politische Gespräch zu bringen, könne auch einen wichtigen Beitrag dazu liefern, Politiker vor übersteigerten „Erlösungs-Erwartungen der Bürger“ und damit allgemein vor Politikfrust zu bewahren.
Der XXVI. Andechser Europatag auf dem Heiligen Berg stand unter dem Thema „Ist Europa anders?“ An der Podiumsdiskussion zu dem Thema „Existenzfrage eines Kontinents: Was ist das europäische Lebensmodell?“ beteiligten sich außer Generalvikar Fuchs auch Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, Antonio Milosovski, Außenminister der Republik Mazedonien, Professor Rocco Buttiglione, Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Gerhard Sabathil, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Berlin, und Dr. Dirk Hermann Voß, Geschäftsführer des Augsburger Sankt Ulrich Verlags.

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