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Regensburg/Eichstätt, 17.03.2010
Sexueller Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen Anfang der 70er Jahre - Diözese Eichstätt entbindet Priester von geistlichen Ämtern
Der Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke hat Pfarrer Sturmius W., Dietenhofen-Großhabersdorf (Landkreis Ansbach), mit sofortiger Wirkung von seinen seelsorglichen Aufgaben entbunden. Damit reagiert die Diözese Eichstätt auf Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen, den W. in seiner Zeit als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen im Schuljahr 1971/72 angelastet werden. Pfarrer W. räumte gestern Verfehlungen während seiner Tätigkeit in Regensburg ein und bat die Eichstätter Bistumsleitung, seinen sofortigen Verzicht auf die Pfarrei Dietenhofen-Großhabersdorf anzunehmen und ihn von der Ausübung aller priesterlichen Dienste zu entbinden.
Sturmius W. arbeitete von April 1970 bis Februar 1972 im Internat der Regensburger Domspatzen als studentische Hilfskraft. Die Mutter eines Schülers berichtete damals, dass W. nicht die nötige Distanz zu ihrem Sohn wahre. In der Konsequenz wurde seine Aufgabe bei den Domspatzen beendet, auch wenn der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs damals nicht im Raum stand. Die Diözese Regensburg erhielt in den vergangenen Tagen aufgrund der Recherche eines Wochenmagazins konkrete Informationen über den sexuellen Missbrauch an einem Schüler im Jahr 1971. Die Diözese Regensburg überprüft derzeit diese Hinweise und informierte inzwischen die Staatsanwaltschaft über den Vorgang.
Der damalige Theologiestudent beendete 1974 in Regensburg seine Studien, im dortigen Priesterseminar verbrachte W. nur das erste Semester (1969/70). 1978 wurde Sturmius W. in Eichstätt zum Priester geweiht.
Die Diözese Regensburg ist erschüttert über die erst jetzt bekannt gewordenen Vorkommnisse und bedauert diese zutiefst. Sie bittet mögliche weitere Betroffene, sich bei der Kripo Regensburg zu melden, um eine lückenlose Aufklärung aller Geschehnisse zu ermöglichen. Gleichzeitig bittet sie darum, dass mögliche Betroffene den Kontakt zur Diözesanbeauftragten für sexuellen Missbrauch Frau Dr. Böhm (Tel. 09441-67590) suchen, um erlittenes Leid aufarbeiten zu können.

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