Junge Frau im Seelsorgegespräch

Seelsorgegespräch – Mein Leben zu Sprache bringen

Obwohl wir ständig kommunizieren, fällt es vielen Menschen schwer, ehrlich über sich selbst zu sprechen. Aber wer es wagt, Belastendes zu thematisieren und sich auszusprechen, erlebt oft eine ungeahnte Befreiung. Das Seelsorgegespräch bietet einen kompetenten geschützten Rahmen dafür.

Wer bietet Seelsorgegespräche an?

Erste Kontaktpersonen für Seelsorgegespräche sind die Seelsorger Ihrer Ortsgemeinde. Hier finden Sie kompetente und zum Schweigen verpflichtete Gesprächspartner für Ihre persönlichen Anliegen.

Eine Sonder- und Hochform des Seelsorgegesprächs ist das Beichtgespräch im Rahmen des Bußsakramentes. Dafür benötigen Sie einen Priester, der durch seine Weihe bevollmächtigt ist, im Namen Gottes die Sündenvergebung zuzusprechen. Wesentlicher Bestandteil ist auch hier das ehrliche und befreiende Gespräch.

Priester sowie weitere Seelsorger in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel in Ihrer Pfarrgemeinde.

In besonderer Weise stehen Ihnen in Krankenhäusern geeignete Gesprächspartner zur Verfügung, Priester oder Diakone bzw. Pastoral- und Gemeindereferenten/-innen. Hier finden Sie eine Übersicht über die Krankenhausseelsorger/-innen im Bistum Regensburg.

Persönliche Gespräche an Beratungsstellen

Das Bistum Regensburg bietet auch eine Vielzahl von kirchlichen Beratungsstellen an, bei denen Sie gut ausgebildete und verantwortungsvolle Gesprächspartner finden.

Die bekannteste, ökumenisch getragene Einrichtung ist die Telefonseelsorge. Hier können Sie rund um die Uhr, anonym und kostenfrei ein Gegenüber für Aussprache und Zuhören finden.

Die Caritas verfügt über eine große Zahl an Beraterinnen und Beratern für das persönliche Gespräch. Als Beispiel seien die Ehe-, Familien- und Lebensberatung genannt, die Schwangerenberatung oder der Sozialpsychiatrische Dienst oder die Beratungsstelle für seelische Gesundheit.

 

Bei sorgfältiger Suche werden Sie sicherlich einen Gesprächspartner / eine Gesprächspartnerin für Ihr Anliegen finden, der / die so gut zuhören kann, wie Michael Ende über seine „Momo“ schreibt: „Sie konnte so zuhören, dass ratlose, unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten.“

Zuhören & treffende Worte finden: Biblische Notizen

Die Evangelien berichten wiederholt davon, dass Jesus Worte fand, die den Menschen gut taten. Er hielt keine langen Reden, aber er fand stets ein treffendes Wort, das aufrüttelte, Trost spendete, heilte und befreite. Eine Szene, die wegen ihrer Ausdruckskraft sogar Eingang in die Liturgie der Eucharistie fand, ist die Begegnung Jesu mit dem Hauptmann von Kafarnaum. Auch als Heide hat er von Jesu kraftvollen Worten gehört und wendet sich nun vertrauensvoll an ihn: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“. (Mt 8,8)

 

Die wichtigste Voraussetzung dafür, das treffende Wort zu finden, ist genaues und geduldiges Zuhören und höchste Achtsamkeit. Auch dafür war Jesus bekannt. Allein gutes Zuhören eines aufmerksamen Menschen kann ungeahnt befreiend wirken. Als eine kranke Frau sich zunächst allein durch Berührung seines Gewandes Heilung verspricht, wird Jesus aufmerksam und vertieft die Begegnung: „Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.“ (Mk 5,33)

 

Die ganze Wahrheit zu sagen, erfordert ein besonders vertrauenswürdiges Gegenüber. Das Bistum Regensburg hält für Sie ein großes Potential an fähigen Seelsorgerinnen und Seelsorgern bereit.