Monstranz auf Altar während eines Gottesdienstes in beleuchteter Kirche

Eucharistische Anbetung

„Das ist ganz einfach. Er schaut mich an, und ich schaue ihn an.“ Das hatte ein einfacher  Bauer dem Hl. Pfarrer von Ars auf seine Frage geantwortet, was er denn eigentlich tue, wenn er täglich in der Kirche vor dem Tabernakel knie. Diese einfache Beschreibung führt uns zum wesentlichen Geschehen bei der Anbetung hin: es ist Jesus Christus selbst, der sich uns im gewandelten Brot zeigt.

Ursprung ist die Heilige Messe

Die Eucharistieverehrung außerhalb der Messfeier gründet auf dem Glauben, dass in der Feier der Heiligen Messe Jesus Christus in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig wird und gegenwärtig bleibt. Sie geht wie alle gottesdienstlichen Feiern aus der Heiligen Messe hervor und will zu ihr hinführen.

Die in der Messfeier übrigbleibenden konsekrierten Hostien werden in der Kirche an einem besonderen Ort aufbewahrt: dem Tabernakel.

Mit dem Glauben an die wirkliche Anwesenheit von Jesus Christus, dem Allerheiligsten, ist das Verweilen vor ihm, das Beten zu ihm und seine Verehrung eine natürliche Folge des persönlichen Glaubens.

Anbetende Menschen

Herausragende Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts haben eine intensive eucharistische Verehrung gepflegt, etwa Charles de Foucauld (+1916), Edith Stein (+ 1942), Mutter Teresa (+ 1997), Papst Johannes Paul II (+ 2005). Roger Schütz (+ 2005), der evangelische Prior der Gemeinschaft von Taizé, bekennt in einem seiner Tagebücher, dass er vor dem Tabernakel der kleinen katholischen Dorfkirche immer wieder betend und betrachtend verweilt habe. Seine geistlichen Erfahrungen fasst Frère Roger in einem kurzen bewegenden Satz zusammen: „Dies ist ein bewohnter Ort.“

Anbetung - eine äußere und innere Haltung

Beim Betreten und Verlassen der Kirche setzt daher der Glaubende mit einer Kniebeuge vor dem Allerheiligsten ein Zeichen der Verehrung.

In der Messfeier und in der Anbetung drückt das Knien zum einen zeichenhaft aus, dass der Betende um die Größe, die Heiligkeit und Barmherzigkeit Gottes weiß und sie anerkennt. Zum anderen versinnbildlicht das Knien eine innere Grundhaltung, die im Vorbild Jesu begründet ist: beim Letzten Abendmahl hat Jesus sich zu den Jüngern hinabgebeugt und ihnen die Füße gewaschen (Johannes-Evangelium 13,5). Wer für andere auf die Knie geht, befindet sich auf Augenhöhe mit Jesus Christus.

Fronleichnamsprozession

Fronleichnamsprozession

Öffentlichen Ausdruck bekommt der Glaube an den in der Eucharistie gegenwärtigen Herrn beim jährlichen Fronleichnamsfest. Jesus Christus selbst wird in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Pfarrgemeinde getragen: sichtbar in der gewandelten Hostie, die sich in einer Monstranz befindet.

Schon gewusst?

Ursprünglich diente die Aufbewahrung der Eucharistie dem Zweck, Sterbenden die Wegzehrung bringen zu können. Daraus entwickelte sich auch der Wunsch, Kranken außerhalb der Messfeier die Kommunion zu bringen.