Ähren im Wind
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Glauben finden

Manche finden ganz spektakulär zum Glauben, indem sie ein einschneidendes Erlebnis oder eine Begegnung haben, die ihr bisheriges Leben in Frage stellt. Bei Anderen ist es eher ein stiller und lang andauernder Prozess, der oft im Verborgenen abläuft. Für viele kann es ein Anstoß sein, in der Bibel zu lesen.

„Ich bin da“ – Gottes Einladung, den Glauben zu finden

Diese Einladung war schon an das Volk Israel gerichtet, als es durch das Rote Meer aus der Gefangenschaft der Ägypter auszog.


Was hat sie den Glauben finden lassen? Mose hat ihnen gesagt: „Der ‚Ich bin da‘ hat mich gesandt!“ Die Erfahrung "Gott ist da" hat dem Volk Glauben und Vertrauen finden lassen. Zudem spürten die Israeliten die Hand Gottes, die sie trug und führte.
Das kann auch Ihr Weg sein, um den Glauben zu finden:

  • Der „Ich bin da“ schenkt Ihnen Vertrauen, Geborgenheit und Heimat.
  • Der „Ich bin da“ lässt Sie die Hand spüren, die Sie trägt und führt.

Lassen Sie sich von Gott an der Hand nehmen und das erfahren, was im Römerbrief 11,18 steht: „Nicht du trägst die Wurzel, die Wurzel trägt dich.“ Leben Sie aus den Wurzeln Ihres Lebens und Sie finden Gott, der als Ihr Schöpfer die Hauptwurzel Ihres Lebens ist.
Neugierig geworden? Hier finden Sie mehr zum Thema Glauben.

Sinnfragen des Lebens

Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Wie entsteht Leben? Was kommt nach dem Tod?
Diese oder ähnliche Fragen haben Sie sich sicher auch schon mal gestellt. Die Wissenschaft allein kann sie letztlich nicht erschöpfend beantworten. Aus dem christlichen Glauben aber lassen sich Antworten finden. 

Denn Christen glauben, dass

  • jeder Mensch von Gott angenommen und geliebt ist.
  • Gott alle Menschen über ihren Tod hinaus bei sich haben und an seinem Leben teilhaben lassen will.
  • Gott die Menschen so sehr liebt, dass er selbst Mensch wurde. Alles Menschliche (bis hin zum Tod!) hat er angenommen, um uns zu erlösen.

Wer an Jesus Christus glaubt, hat Hoffnung und weiß sich getragen von seiner Liebe.

Ehrfurcht vor der Schöpfung

Viele Menschen finden ihren Glauben über die Ehrfurcht und das Staunen vor der Größe und Schönheit der Natur. Spuren Gottes lassen sich in seiner Schöpfung deutlich erkennen:

  • in den vier Elementen
  • dem Lauf der Gestirne
  • dem Entstehen eines wunderschönen Schmetterlings aus einer vielleicht hässlichen Raupe
  • dem Werden eines Menschen aufgrund der Verschmelzung von einer winzigen Ei- und Samenzelle
  • usw.

Aus dem Staunen über die Wunder der Schöpfung kann sich ein tragender Glaube an den Schöpfer entwickeln. Daher ist die Bewahrung der Schöpfung auch ein selbstverständliches Anliegen der katholischen Kirche.

Familie und gesellschaftliches Umfeld

Für viele ist es die Familie und das gesellschaftliche Umfeld, durch die sie in den Glauben hineinwachsen. Dort können sie den Glauben erleben und ihn feiern, zum Beispiel durch

  • das gemeinsame Gebet in der Familie
  • das Feiern des Sonntags
  • die Sakramente
  • die Feste des Kirchenjahres
  • das Gemeinschaftserlebnis in der Jugendgruppe und in kirchlichen Verbänden oder mit Verwandten, Freunden, im Kindergarten, in der Schule, …

Gemeinschaft ist der Ort, wo Glaube wächst. Umgekehrt kann aus dem Glauben Gemeinschaft erwachsen. Diese Beziehung von Glaube und Gemeinschaft macht Kirche aus.

Gebet und Meditation

Durch Meditation oder spirituelle Momente öffnet man sich oft so weit oder kommt innerlich so zur Ruhe, dass man sich für Glaubensfragen ansprechen lässt. Auf diesem Gebiet gibt es die unterschiedlichsten Formen. Hier finden Sie eine Reihe ansprechender Beispiele für Meditationen, die Sie einladen, über ihr Leben und ihren Glauben nachzudenken. 

 

"Unter diesem Namen "geistliche Übungen" ist jede Weise, das Gewissen zu erforschen, sich zu besinnen, zu betrachten, mündlich und geistig zu beten, und anderer geistlichen Betätigungen zu verstehen, wie weiter unten gesagt werden wird. Denn so wie das Umhergehen, Wandern und Laufen leibliche Übungen sind, genauso nennt man "geistliche Übungen" jede Weise, die Seele darauf vorzubereiten und einzustellen, um alle ungeordneten Anhänglichkeiten von sich zu entfernen und nach ihrer Entfernung den göttlichen Willen in der Einstellung des eigenen Lebens zum Heil der Seele zu suchen und zu finden."
Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen


Das Christentum ist eine geschichtlich-messianische, keine meditative Religion. Jesus ist der Christus, der Messias Israels und der Kirche, er war kein "Guru". Das heißt, er hat keinen von seiner geschichtlichen Person ablösbaren Heilsweg vorgetragen. Nach christlicher Überzeugung wird das Heil durch den menschgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Heiland gewirkt und im Glauben angenommen: "Wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet." (Römer 10,9) Zu diesem Glauben kommt man durch das Wort. Um in diesem Glauben zu bleiben und zu wachsen, dient auch die christliche Meditation.


Auch wenn das Christentum keine meditative Religion ist, enthält es doch meditative Elemente. So zog sich schon Jesus Christus immer wieder aus der Öffentlichkeit in die Stille zurück, um Zwiesprache mit dem Vater zu halten. "Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort" (Mk 1,35f; siehe auch Mk. 6,46; 14,35-41, Lukas 6,12; 9,18.28). Was Jesus tat, ist auch für seine Gemeinde maßgeblich. Vielleicht betete er in der Weise der Väter murmelnd die Schrift bedenkend. Daran schließt sich die christliche Meditation an, die in der christlichen Frömmigkeit einen uralten angestammten Platz hat. Schon das Wort "Meditation" zeigt an, daß es sich nicht um ein Selbstgespräch, sondern um eine Form des Gebetes handelt.


Der Begriff Meditation geht auf meditari zurück, die lateinische Übersetzung der hebräischen Vokabel hagah; sie bedeutet ein wiederholendes, betendes Sagen von Schriftworten mit leiser Stimme.

Sie wollen beten, wissen aber nicht wie? Wir haben für Sie ein paar Anregungen rund ums Beten.

Vorbilder im Glauben

Es sind oft menschliche Beziehungen und Begegnungen, die uns auf dem Glaubensweg (weiter-)führen: Denken Sie

  • an die Liebe, die Sie von Ihren Eltern oder anderen Vertrauten erfahren haben!
  • an Begegnungen mit Menschen, die Mut machen und begeistern, weil sie mit Gelassenheit und Freiheit aus dem Glauben ihr Leben gestalten.

Vorbilder können auch Mönche und Ordensschwestern sein. Sie strahlen oft Ruhe und Erfülltheit aus, obwohl sie ein arbeitsreiches und einfaches Leben ohne materiellen Luxus führen.


Ein Beispiel ist Mutter Teresa, die durch ihren beispiellosen Einsatz für die Ärmsten verbunden mit einem tiefen Glauben für viele zum Vorbild geworden ist. Nicht zuletzt sind es die vielen Heiligen und Seligen, die durch ihr Leben den Glauben bezeugten und uns Vorbild sein können.

Bewältigung von Schicksalsschlägen

Es sind oft die schweren Stunden und Schicksalsschläge – der überraschende und frühe Tod eines nahen Angehörigen oder das  Bekanntwerden einer schweren Erkrankung –, die Menschen Halt im Glauben oder wieder Zugang zum Glauben finden lassen. Der Glaube gibt ihnen Kraft, mit der schwierigen Situation umzugehen.


Falls Sie gerade mit dem Tod konfrontiert sind, stehen wir Ihnen zur Seite mit unserer Trauerbegleitung.

Dank für Bewahrung vor Unheil

Wer hat nicht schon ein Stoßgebet zum Himmel gesandt oder seinem Schutzengel seine Anliegen anvertraut und dann Erleichterung, Linderung und Hilfe oder wenigstens Verständnis erfahren? Wer vor Unheil bewahrt worden ist, kann leicht zum Glauben finden.

Ein eindrucksvolles Zeugnis solcher Erlebnisse sind die Votivtafeln in den Wallfahrtsorten. Sie zeigen, dass Menschen die Rettung aus Not oder die Wiedergenesung der göttlichen Gnade oder einer besonderen Fürsprache der Gottesmutter Maria zuschreiben.

Kirchenkunst und Kirchenmusik

Wer staunt nicht bei vielen Kirchen über die reichhaltige künstlerische Ausstattung? Andere Gotteshäuser bestechen durch eine bewegende Schlichtheit. Setzen Sie sich einfach in eine schöne Kirche und lassen Sie sich von der Umgebung einnehmen. Vielleicht können Sie dort Gottes Anwesenheit spüren und so zum Glauben finden.

Faszinierend ist auch das reichhaltige Angebot an Kirchenmusik  – von Chorälen bis hin zum Neuen Geistlichen Lied.
Lassen Sie sich anstecken von den Melodien und schauen Sie auch öfter genauer auf die Texte oder machen sie selbst mit in einem Chor oder einem Ensemble in ihrer Pfarrei. Hier entstehen auf eine ganz eigene Weise Wege zum Glauben.

Ihr Weg zum Glauben

Wie sieht Ihr Weg zum Glauben aus? Haben Sie zum Glauben gefunden? Wenn Sie wollen, schicken Sie uns Ihre Geschichte. Vielleicht kann sie auch Anregung für andere sein? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören bzw. zu lesen. Hier können Sie mit uns Kontakt aufnehmen.