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Flüchtlingsarbeit in der Diözese Regensburg

Mehrere Tausend Geflüchtete leben auf dem Gebiet der Diözese Regensburg, und viele Hundert Engagierte fassen sich ein Herz und helfen, wo sie können. Die ersten Ansprechpartner für die Asylbewerber sind die Asylsozialberater und -beraterinnen der Caritas, junge unbegleitete Flüchtlinge werden von der Katholischen Jugendfürsorge unter ihre Fittiche genommen.  Überall packen Hunderte ehrenamtliche Helfer mit an, sie begleiten im Alltag, geben Deutschunterricht, sammeln Kleiderspenden oder vermitteln zu Behörden. Erzieher leisten Integrationsarbeit, Religionslehrerinnen klären auf, Pfarrer und pastorale Mitarbeiter/-innen setzen sich ein für eine Willkommenskultur in ihren Pfarreien.

Um dieses Engagement zu unterstützen, finden Sie hier einen Wegweiser zu einer Vielzahl von Informationen, Ansprechpartner/-innen und Hilfen, die Ihnen Ihre Arbeit erleichtern, Ideen geben oder auch einfach Mut machen, sich ein Herz zu fassen und in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden.

Bei Fragen und für Unterstützung können Sie sich an Pastoralreferentin Christina Engl wenden. Sie unterstützt und berät vor allem Pfarreien in der Flüchtlingsarbeit: Tel.: +49 941 5021-143, E-Mail: c.engl@caritas-regensburg.de

Sie engagieren sich ehrenamtlich für Asylbewerber und Flüchtlinge?

Foto: Günther Reger
  • Einen Einblick in die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements,
  • Informationen zum Asylverfahren und zu sozialen Belangen der Flüchtlinge, zu Herkunftsländern und Fluchtursachen, zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen und zu schlechter Stimmung in der Gesellschaft,
  • eine Liste der AnsprechpartnerInnen und „Knotenpunkte“ für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in der gesamten Diözese Regensburg (Caritas-AsylsozialberaterInnen, Freiwilligenzentren, usw.),
  • Schulungen der Bistums-KEB  für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit,
  • Supervision (ein Angebot des Seelsorgeamts)  und Oasentage

 

... finden Sie auf der Infoseite der Gemeindecaritas für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Ihre Pfarrei ist schon aktiv oder will sich einsetzen für Geflüchtete?

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  • Hinweise zur Vorgehensweise,
  • Eine Vorlage für einen Informationstext für den Pfarrbrief,
  • Projektideen,
  • Bausteine für Liturgie und Predigt,
  • Ideen für Kinder und für Jugendarbeit,
  • Hinweise zum Kirchenasyl


... finden Sie auf der Infoseite der Gemeindecaritas für Pfarreien in der Flüchtlingsarbeit

Sie möchten das Thema Flucht in Religionsunterricht und Schulpastoral behandeln?

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Ansprechpartnerin ist Susanne Noffke, Abteilungsleiterin Schulpastoral und Ganztagsschule
Tel.: +49 941 5971573
E-Mail: snoffke.schule@bistum-regensburg.de
Website: www.schulpastoral-regensburg.de

Einen großen Materialpool für Religionsstunden zum Thema Flucht und Asyl bietet die Plattform für Religionsunterricht.

Sie studieren in Regensburg und möchten sich engagieren?

Mit Sprachkursen, Dolmetscherdiensten, Musik- und Sportangeboten, Kinderbetreuung und weiteren Projekten sind mehrere Hundert Studierende bei CampusAsyl aktiv, einem Netzwerk rund um die Katholische Hochschulgemeinde.

Ausstellungen

Gott liebt die Fremden

Bibelausstellung: „Gott liebt die Fremden. Biblische Herausforderungen“

Dass Gott den Fremden besonders nahe ist und die Begegnung mit Fremden zum Segen werden kann, davon berichtet eine Wanderausstellung der KEB. Sie ist von 6.-23. Oktober in der Sparkasse Abensberg zu sehen, Ende Oktober im Bildungshaus Spindlhof und im Diözesanzentrum Obermünster, und im November und Dezember in Regensburger Kirchen. Ab Januar 2016 kann die Ausstellung gebucht werden bei Beate Eichinger, beichinger.keb@bistum-regensburg.de

 

 

Aus dem kulturellen Blickwinkel: „Ich bin da. Künstlerische Perspektiven zum Thema Flucht“

„Empathie wecken, offene Blicke auf die Menschen zeigen, die als Nächste zu uns unterwegs sind“ – diese Hoffnung hat den Anstoß gegeben zu einer Ausstellung, in der sich 13 Künstlerinnen und Künstler mit dem Thema Flucht beschäftigt haben. Vorträge, Lesungen und Konzerte haben die Ausstellung begleitet, die von der Katholischen Jugendfürsorge und der Stadt Regensburg veranstaltet und von Gesamtkuratorin Dr. Maria Baumann entwickelt wurde. Ausstellung und Begleitprogramm sind am 12. Juli 2015 zu Ende gegangen, aber Katalog und Programmheft bieten nicht nur einen guten Überblick, sondern auch eine Fülle an Inspiration zum Thema.

Katalog und Programmheft zum download.

 

 

Weitere Anregungen und Ansprechpartner bei den Verbänden

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Der Kolpingverband hat "Asyl und Flucht" als Jahresthema gewählt. Viele Ortsgruppen engagieren sich, in den Kolpinghäusern Regensburg und Lambach werden Unterkünfte zur Verfügung gestellt, das Bildungswerk hat Vormundschaften für unbegleitete  minderjährige Flüchtlinge übernommen. Bei einer Ideenwerkstatt "Flucht und Asyl" entstand eine Sammlung an Ideen und Projekten, hier zum Download.

Der Bundesverband des Katholischen Deutschen Frauenbunds KDFB hat die Aktion „Gekommen, um zu teilen“ gestartet. Der Diözesanverband Regensburg setzt die Ideen um mit diözesanweiten Projekten und einer großen Spendenaktion.

Die Regensburger Gruppe der Katholischen Friedensbewegung pax christi hat zur Unterstützung von Flüchtlingen einen Rechtshilfefond gegründet, aus dem in manchen Fällen Anwaltskosten übernommen werden können. Insbesondere zum Erfahrungsaustausch dient ein Arbeitskreis Kirchenasyl.

Die Katholische Landvolkbewegung KLB fordert in einer Stellungnahme ihre Mitglieder dazu auf, die aktuellen Herausforderungen aktiv mitzugestalten und für ein gastfreundliches Deutschland einzutreten.

Der Bund Katholischer Unternehmer BkU hat seine Mitglieder aufgerufen, Ausbildungsplätze für Geflüchtete anzubieten und sich für deren Unterstützung und Betreuung einzusetzen.


Jugendverbände

„Was machen Asylsuchende, Landjugendliche und DU in einem Gruppenraum?“
Die Antwort lautet „Gemeinsame Aktionen“. Die Frage ist einer Postkartenaktion der Katholischen Landjugend (KLJB) zum Thema Flucht und Asyl entnommen. Es gibt einen Leitfaden zum Thema, er ist eine tolle Arbeitshilfe für Jugendgruppen, die sich für und mit Geflüchteten engagieren wollen.

Weitere Jugendverbände haben sich das  Thema „Flucht und Asyl“ auf die Fahne geschrieben und haben Projekte und Angebote in der ganzen Diözese gestartet. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Regensburg hat unter dem Motto „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen" eine Aktion für Geflüchtete gestartet. Jugendgruppen und Jugendverbände im Bistum werden ermutigt, sich zu engagieren und erhalten finanzielle Unterstützung für ihre Aktionen.

Intensiv engagieren sich die DPSG mit dem Jahresthema „Gastfreundschaft“, die J-GCL, die KjG und die Kolpingjugend.

Kirchenasyl: Letzter Ausweg für die Menschlichkeit

Eine wichtige Frage für alle, die sich mit Flüchtlingshilfe beschäftigen, ist das Kirchenasyl. Dabei handelt es sich um eine Tradition, die der deutsche Staat duldet: Pfarreien oder Klöster können Flüchtlinge auf ihrem Pfarr- oder Klostergrund aufnehmen, um sie so vor einer drohenden Abschiebung zu bewahren. Die meisten Fälle stehen im Zusammenhang mit dem sogenannten Dublin-Verfahren, das die Zuständigkeit für das Asylverfahren zwischen den europäischen Staaten regelt: Der Antrag auf Asyl wird in dem Land bearbeitet, in dem ein Flüchtling zum ersten Mal auf europäischem Boden erfasst wurde – in vielen Fällen sind das die Staaten an den EU-Außengrenzen liegenden Staaten wie Bulgarien oder Ungarn, Griechenland oder Italien.

Die rechtliche Situation ist in der EU sehr unterschiedlich

Die rechtliche und soziale Situation der Flüchtlinge in den einzelnen europäischen Staaten unterscheidet sich sehr. Die Verhältnisse in Ländern wie Österreich oder den skandinavischen Staaten sind mit der Situation in Deutschland gut vergleichbar. Andere Länder der EU jedoch, wie Ungarn und Bulgarien, fahren eine härtere Linie in der Asylpolitik. Dies zeigt sich insbesondere darin, wie mit den Betroffenen umgegangen wird. In einigen Ländern drohen Inhaftierung, fehlende medizinische Versorgung oder Obdachlosigkeit.

Kirchenasyl als letzte Lösung

Kirchenasyl ist kein Handeln gegen den Staat, sondern eine vom Staat geduldete Möglichkeit, bei tragischen Härtefällen Menschen in Schutz zu nehmen. Diese Duldung ist ein Ausweis großen Vertrauens, das es zu rechtfertigen gilt. Um den Sinn dieses Asyls zu bewahren, kommt es darauf an, dass es eine wirkliche Ausnahme für besondere Härtefälle bleibt. Kirchenasyl darf nicht genutzt werden, um die Gesetze auszuhebeln. Kirchenasyl gleicht vielmehr die Lücken menschlichen Rechts aus, die kein Gesetzgeber vermeiden kann. In diesem Sinne ergänzt Kirchenasyl das Recht und trägt zu seiner menschengerechten Anwendung bei.

Viele Pfarreien oder Klöster sind zunächst überfordert, wenn es um das Thema Kirchenasyl geht. Dafür gibt es in Bayern beratende Stellen der Katholischen Kirche:  Das Katholische Büro Bayern und den Flüchtlingsdienst der Jesuiten in München.

Rechtsanwältin Bettina Nickel vom Katholischen Büro Bayern rät den Pfarreien vor allem eines: Bevor einem Asylbewerber das Kirchenasyl versprochen wird, sollte man sich unbedingt bei den entsprechenden Stellen informieren – und erst danach entscheiden, ob das Kirchenasyl sinnvoll ist oder nicht. Es sollte sich dabei wirklich nur um Ausnahmesituationen handeln.

Kürzlich hat die Deutsche Bischofskonferenz diese Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls herausgegeben.

Liturgische Texte und Gebete auf Deutsch und Arabisch

Das Regensburger Priesterseminar St. Wolfgang hat am 21. Januar 2016 zusammen mit Flüchtlingen ein Taizégebet veranstaltet. Die Vorlage für das Gebet mit arabisch-deutschen Texten stellt das Priesterseminar allen zur Verfügung, die zum Beispiel in Pfarrei, Schule oder Jugendgruppe gemeinsam mit Flüchtlingen beten möchten.

 

Um den arabischsprachigen christlichen Kriegsflüchtlingen von Beginn an die aktive Teilnahme am deutschsprachigen Gottesdienst zu ermöglichen, hat die Bibelpastorale Arbeitsstelle im Bistum Regensburg ein arabisch-deutsches Geheft zusammengestellt. Es erschließt für die neu ankommenden Gottesdienstteilnehmer die wiederkehrenden Textpassagen und die Antworttexte der Messfeier.

"Auch das Evangelium des jeweiligen Sonntags wollten wir verstehbar und damit zweisprachig anbieten", sagt Dr. Reinhold Then, der Leiter der Bibelpastoralen Arbeitsstelle. Auf der Website des Vereins Christen helfen Christen im Heiligen Land e.V. finden sich daher alle Sonntagsevangelien in zwei Sprachen.

Das Vaterunser wird ebenfalls schon zweisprachig angeboten.

Mehr Infos bekommen Sie auf der Website der Bibelpastoralen Arbeitsstelle und bei dem Verein Christen helfen Christen im Heiligen Land e.V.