„Bernhard Lehner war und bleibt ein Vorbild im Beten“: Weihbischof Reinhard Pappenberger predigt vor 1600 Gläubigen beim Bernhardfest in Herrngiersdorf

11.09.2017
v.l. n.r.: Pfarrer Gerhard Schedl, Diakon Norbert Steger, BGR Georg Seitz, Weihbischof Reinhard Pappenberger und Domvikar Georg Schwager beim Festgottesdienst

Trotz leichtem Nieselregen am Vormittag und bedecktem Himmel am Nachmittag beteten beim Festgottesdienst und bei der Andacht mit Kinder- und Ministrantensegnung auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus  rund 1600 Gläubige für die Seligsprechung des ehrwürdigen Diener Gottes Bernhard Lehner in Herrngiersdorf.  Weihbischof Reinhard Pappenberger bezeichnete Bernhard Lehner in seiner Predigt beim Bernhardfest in Herrngiersdorf am Sonntagvormittag als ein „Vorbild im Beten auch für die Mitmenschen“.

 

Weihbischof Reinhard: Bernhard Lehner ist ein Denkmal des Glaubens

Weihbischof Reinhard Pappenberger betonte in seiner Predigt am gestrigen Tag des Offenen Denkmals: „Der Titel dieses Denkmaltages `Macht und Pracht´ passt so gar nicht auf Bernhard Lehner. Wir finden einen kleinen Bernhard Lehner und prächtig ist sein Leben auf den ersten Blick nicht“, resümierte der Weihbischof. „Bernhard Lehner als ein Denkmal des Glaubens hilft uns aber das zu sehen, was gerade für unser Menschenleben entscheidend ist. Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus wurden und werden nicht müde den Menschen aufzuzeigen, dass dieses nach immer mehr Strebende erdrückend ist bis hin zur Wohlstandsvermüllung des Hauses. In diesem Streben übersieht der Mensch, dass es nicht auf die äußerlichen, sondern auf die inneren Werte in unserem Leben ankommt. In Erinnerung an die Seligprechung der Seherkinder von Fatima durch Papst Johannes Paul II. und nun an die Heiligsprechung dieser Kinder durch Papst Franziskus in diesem Jahr hat der hl. Vater es betont: `Der Mensch schaut zwar auf den Anschein und damit die Pracht. Der Herr aber schaut auf das Kleine, er schaut tief hinein in die Herzen!´ Den Kindern von Fatima verlangte der Himmel ab, ihr müsst Euer Herz öffnen auf Gott und die Menschen hin. Genauso, wie den geweihten Menschen, verlangt der Himmel diesen Kindern ab, betet, betet und dies auch für die euch anvertrauten Menschen. Die Kinder von Fatima und auch Bernhard Lehner sind Zeugen, die mit ihrem Leben dafür werben, damit die Menschen auf einen guten Weg zu Gott zu bleiben.“

Die Liebe zum Nächsten, so der Weihbischof, schließe ausschließlich auch den Sonderlichen und die Sünder ein. Das größte Werk der Barmherzigkeit sei es demnach, für andere zu beten. Der erste Vorsatz von Bernhard Lehner, so Weihbischof Reinhard Pappenberger zum Abschluss seiner Predigt, war es, viel, fleißig und fromm auch für die anderen zu beten.   

Viele Besucher kamen zum Festgottesdienst in die Ortsmitte von Herrngiersdorf.

 

Zustrom am Grab von Bernhard Lehner ungebrochen

Diakon Johannes Faltermeier aus Landshut wiederum zeichnete bei seiner Predigt am Nachmittag den Lebenslauf von Bernhard Lehner nach, dessen kurzes aber intensives Glaubensleben erfüllt war von einem großen Gottvertrauen.  Vizepostulator Diakon Norbert Steger hatte die vielen Gläubigen in der Ortsmitte vor dem Feuerwehrhaus begrüßt. Sein besonderer Gruß galt Pfarrer Gerhard Schedl, der zum 1. September dieses Jahres die Seelsorge in der Pfarreiengemeinschaft Sandsbach-Semerskirchen übernommen hat und der sich bereits zu diesem Bernhardfest gut eingebracht hat und die Sache Bernhard Lehner mit großem Interesse weiterführen wird. Diakon Steger sagte dem bisherigen Pfarrer Ferdinand Weinberger ein herzliches Vergelt’s Gott für die vielen Verdienste um die Seligsprechung von Bernhard Lehner und wünschte ihm, begleitet von dem  Applaus der Gläubigen, alles Gute und Gottes Segen für seine neue Pfarrstelle in Fichtelberg-Mehlmeisl.  

Vor 65 Jahren am 14. September 1952, am Fest der Kreuzerhöhung, wurden die sterblichen Überreste von Bernhard Lehner aus seinem Grab erhoben und in der Gruft in der Kirche St. Martin beigesetzt. Zu dieser feierlichen Übertragung durch den Regensburger Erzbischof Michael Buchberger kamen 20.000 Menschen nach Herrngiersdorf. Seither ist der Zustrom zum Grab von Bernhard Lehner ungebrochen. Der Höhepunkt der Verehrung ist das jährliche Bernhardfest, bei dem jedes Jahr, am zweiten Sonntag im September, um die Seligsprechung von Bernhard Lehner gebetet wird.

Weihbischof Reinhard Pappenberger zelebrierte in Konzelebration mit Domvikar Georg Schwager, Pfarrer Gerhard Schedl, BGR Georg Seitz aus Mühlbach, assistiert von  Diakon  Norbert Steger. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Kirchenchor der Pfarrei Semerskirchen unter der Leitung von Andreas Karg. Zum Abschluss des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Gerhard Schedl mit sehr herzlichen Worten bei allen, die zu diesem schönen Gottesdienst beigetragen haben.