"Berufen zum Dienst für die Menschen unserer Tage" - Bischof Voderholzer weiht zwei neue Ständige Diakone in Regensburg

02.10.2017
Als Zeichen der Hingabe an Christus liegen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden, währenddessen singen Schola und Gemeinde die Allerheiligenlitanei.

Durch Handauflegung und Gebet weihte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstag, 30. September in der Regensburger Basilika St. Emmeram den Religionslehrer Andreas Dieterle (Jahrgang 1979) aus der Pfarrei Windberg Mariä Himmelfahrt und den Elektrotechniker Rupert Loichinger (Jahrgang 1964) aus Pfarrei Niedermotzing St. Bartholomäus zu Ständigen Diakonen. Für die beiden Weihekandidaten ist die Diakonenweihe nicht die Vorstufe zur Priesterweihe, so wie dies meistens der Fall ist. Beide Kandidaten sind nämlich verheiratet. Die Ehefrauen bekundeten beim Weiheversprechen ihrer Ehemänner, diese in ihrem kirchlichen Dienst zu unterstützen und wirkten später auch bei der Gabenprozession mit. Zahlreiche Priester feierten mit Bischof Rudolf diesen Weihegottesdienst, unter ihnen Abt Hermann Josef Kugler OPraem (Abtei Windberg) und Prälat Dr. Franz Frühmorgen (Leiter des Referats Priester und Ständige Diakone). Mehr als 50 der 113 ständigen Diakone, die das Bistum Regensburg verzeichnen kann, waren ebenfalls nach St. Emmeram gekommen, um mit ihren neuen Mitbrüdern diesen bedeutsamen Tag zu begehen. Musikalisch gestaltet wurde der Weihegottesdienst vom Chor der Prämonstratenser-Abtei Windberg unter der Leitung von Peter Hilger.

"Halten Sie die Liebe zur Heiligen Schrift bei den Menschen wach!"

In seiner Predigt stellte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den beiden Weihekandidaten den Tagesheiligen, den bedeutenden Kirchenlehrer Hieronymus als Vorbild in der Liebe zum Wort Gottes vor. Der hl. Hieronymus hatte im 4. Jahrhundert die Vulgata, eine lateinische Bibelübersetzung geschaffen, die fast 1500 Jahre die verbindliche Ausgabe der Heiligen Schrift war. Im Blick auf deren Weiheleitsprüche "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen" (Diakon Rupert Loichinger) und "Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe" (Diakon Andreas Dieterle), legte der Bischof den sehr zahlreich erschienen Gläubigen die Aufgaben des Diakons in der Kirche dar: Anteil am Hirtendienst Jesu Christi, an der Verkündigung des Wortes Gottes und am Liebesdienst Gottes an den Menschen. Er dankte den beiden neuen Diakonen für ihre Dienstbereitschaft und Liebe zur Heiligen Schrift, den Ehefrauen und Familien für deren Unterstützung.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Mitte) mit den neuen Diakonen Rupert Loichinger (4.v.l.) und Andreas Dieterle (3 n.r.) und sowie den gesamten Konzelebranten.

Der Diakon, ein "Dienstleister Gottes"

Neben seinem Zivilberuf in einem Neutraublinger Maschinenbauunternehmen wird Rupert Loichinger als Diakon in der Pfarrei St. Jakob Straubing tätig sein. Diakon Andreas Dieterle wird als Ständiger Diakon im Hauptberuf in der Pfarreiengemeinschaft Moosbach-Prackenbach seelsorgerisch und liturgisch tätig sein. Bisher war er Religionslehrer an der Mittelschule Viechtach und an der Grundschule Kollnburg. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat das Ständige Diakonat wiederbelebt. Die Aufgaben von ständigen und nicht-ständigen Diakonen sind die gleichen: Sie sind in der Seelsorge tätig, geben als Diakone im Hauptberuf Religionsunterricht und bereiten junge Menschen auf die Sakramente vor. In der Messe dürfen sie predigen, das Evangelium verkünden und dem Priester bei der Eucharistiefeier assistieren. Sie spenden die Taufe, stehen kirchlichen Begräbnisfeiern vor und assistieren bei der Spendung des Ehesakramentes. Empfangen sie als verheiratete Männer das Weihesakrament, sind sie für die Dauer dieser Ehe von der Verpflichtung der Ehelosigkeit (Zölibat) befreit. Im Bistum Regensburg wurde der Ständige Diakonat 1973 eingeführt.