Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert am Gründonnerstag Messe vom letzten Abendmahl im Dom St. Peter und setzt mit zwölf Personen das Zeichen der Fußwaschung

18.04.2014
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Mit der Vesper am Gründonnerstag beginnt das sogenannte „Triduum sacrum“, die drei heiligen Tage, das Gedächtnis vom Leiden und Sterben, der Grabesruhe und der Auferstehung Jesu Christi. Bei der Heiligen Messe am Abend des Gründonnerstages gedenkt die Kirche der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums durch Jesus selbst beim Letzten Abendmahl. So feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in Konzelebration mit zahlreichen Priestern aus Domkapitel und Priesterseminar im Dom St. Peter die „Missa vespertina“. Den kirchenmusikalischen Rahmen gaben die Regensburger Domspatzen mit der „Missa octavi toni“ von Orlando di Lasso unter Leitung von Domkapellmeister Prof. Roland Büchner. Wie in der Abendmahlmesse Brauch, erklangen beim Gloria ein letztes Mal Orgel und Domlocken, die dann bis zum Gloria in der Osternacht verstummen. Dieses Fasten der Ohren soll auch ein Zeichen der Trauer sein.

 

„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“

In seiner Predigt legte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer das Tages-Evangelium nach Johannes Kapitel 13, 1 - 15 aus, die Erzählung von der Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern im Abendmahlsaal. Jesus habe mit diesem Zeichen die althergebrachte Ordnung des Passahfestes durchbrochen. Eine Tätigkeit, die ansonsten die Aufgabe der Dienstboten war, wird nun durch Jesus selbst übernommen. Dabei, so führte Bischof Rudolf aus, muss das die Jünger nicht verwundert haben, da Jesu Handeln ganz auf der Linie seiner bisherigen Predigt und Verkündigung lag. Die Handlung der Fußwaschung, des Brotbrechens und des Kelchreichens, dieser Dienst Jesu, weise hinaus über sich selbst auf das Kreuz hin. Sie seien sozusagen die Vorwegnahme des blutigen Kreuzesopfers Christi. Somit sei die Feier der Eucharistie, wozu Jesus den Jüngern selbst den Auftrag gab, nicht eine einfache Erinnerung sondern jedes Mal die Vergegenwärtigung des Kreuzestodes im Altarsakrament. Das Brotbrechen und den Kelchreichen geschehe in einer jeden Heiligen Messe, das Zeichen der Fußwaschung aber nur am Gründonnerstagabend. Der Bischof dankte den zwölf Personen für ihren großherzigen Einsatz in ihren jeweiligen Bereichen aber auch für ihre Bereitschaft und Demut, gemeinsam mit ihm dieses äußere Zeichen der Fußwaschung zu setzen. Die Tatsache, so erklärte Bischof Rudolf weiter, das gleich ein Bischof, ein Priester und ein Diakon, also die drei Weihestufen der Kirche, die Fußwaschung vornehmen würden, solle Mahnung und Hinweis an alle Amtsträger in der Kirche sein: Weiheamt ist Dienstamt.

 

Symbol der dienenden Liebe Gottes - die Fußwaschung

Im Anschluß an die Predigt nahm der Bischof nun die traditionelle Fußwaschung vor, bei der ihm der Diözesan-Caritasdirektor Msgr. Dr. Roland Batz und Diakon Michael Weißmann assistierten. In diesem Jahr waren es fünf Frauen und sieben Männer, die durch ihren Dienst am Nächsten in besonderer Weise vorbildlich handelten und handeln. Neun von ihnen haben während der großen Flutkatastrophe 2013 in Fischerdorf bei Deggendorf den betroffenen Menschen zur Seite gestanden: Sie stehen stellvertretend für die vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfer von Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr, Bundeswehr, Malteser-Hilfsdienst und Bayerischen Roten Kreuzes sowie Technisches Hilfswerk und Katastrophenschutz. Zum anderen waren es drei Frauen, die sich für Frauen in den unterschiedlichsten Notsituationen einsetzen, es waren dies Vertreterinnen des Katholischen Deutschen Frauenbundes und des katholischen Sozialdienstes für Frauen.

„Wachet und betet“ - Ölbergstunde im Domgarten

Im Anschluss an das Schlußgebet wurde das Allerheiligste in einer großen, feierlichen Prozession zum Sakramentsaltar in die Sailer-Kapelle überführt, dazu sangen die Domspatzen den eucharistischen Hymnus „Pange lingua“ - „Preise, Zunge, das Geheimnis dieses Leibs voll Herrlichkeit“. Nach einer stillen eucharistischen Anbetung durch den Bischof und die zahlreich anwesenden Gläubigen zogen alle in Stille durch das Südportal in den nächtlichen Domgarten um dort der Ölbergstunde Jesu im Garten Gethsemane zu gedenken. Die Domspatzen stimmten den Wechselgesang „In monte oliveti“ an, in dem nur von Kerzenlicht beleuchteten Domgarten blickten die Gläubigen auf die steinerne Darstellung Jesu am Ölberg. Mit einem Gebet des Bischofs, aber ohne Segen, schloss die Messe vom Letzten Abendmahl. Nun wurden im Dom die Altäre entblößt und sämtliche Tücher und Schmuck davon weggenommen als Zeichen der Trauer aber auch sinnbildlich für das Herunterreißen der Kleider Jesu.

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