Bischof Rudolf: "Gott hat mit jeder von euch etwas vor" - Maria Ward Realschule feiert die neuen Räume

17.07.2017

Fast fünf Jahre hat der Umbau Maria Ward Realschule in Deggendorf gedauert. Mit gelb-weißen Fähnchen wurde Bischof Rudolf Voderholzer von den Schülerinnen auf dem Maria-Ward-Platz empfangen. Anschließend wurde in der großen Aula das Pontifikalamt gefeiert. Zur Vorbereitung auf den Festtag hatte sich der Bischof nach eigener Aussage über die Homepage der kirchlichen Schule informiert. Sehr gefreut habe ihn dabei das "Zertifikat zur Berufsorientierung".  Er finde es als wichtige Aufgabe, dass jungen Menschen in der Schule geholfen wird, den Weg hinein ins Leben zu finden. Gerade der Beruf sei etwas, was Erfüllung gibt. "Gott hat mit jeder von euch etwas vor" betonte der Bischof  und forderte die Mädchen auf, ihre Charismen zu entdecken, einzusetzen, ja damit zu wuchern. Jeder Beruf solle Berufung sein.

 

Das könne die Berufung zum Ordensleben sein  und auch das Finden des Berufes, der glücklich macht. "Liebe Schülerinnen, ich weiß auch, dass Geld allein noch nicht unglücklich macht"  sagte der Bischof lachend nach dem Hinweis, dass man den Beruf nicht nach "wo verdiene ich am meisten" oder nach "Prestige, wo bin ich am angesehensten" aussuchen soll. Vielmehr werde man dort, wo man seine Fähigkeiten einsetzt, wo man gebraucht wird, auch glücklich werden. Er dankte der Schule für das Mithelfen zum Finden dieser Berufung. Und um den eigenen Weg zu finden, brauche es auch Vorbilder, an denen man sich orientieren könne. Hier hätten die Lehrer starken Einfluss. Gerade an einer kirchlichen Schule, sollte auch der Glaube einfließen: fächerübergreifend und in vielen Nebensätzen. Bischof Rudolf erzählte von seiner eigenen Schulzeit, in denen die Fächer Deutsch mit der Literatur aber auch Physik mit der Entstehung des Universums eine gläubige Sicht auf die Welt und zu naturwissenschaftlichen Kenntnissen ermöglicht haben.

„Ehe wird Ehe bleiben, das kann auch ein Bundestagsbeschluss nicht ändern“

"Die Schöpfung als Ganzes kommt vom liebenden Vater" resümierte Bischof Rudolf und sprach die stürmischen Zeiten an, wo so manches an der schönen Schöpfungsordnung angezweifelt wird. "Lasst euch nicht verwirren" rief er den jungen Leuten zu und betonte: Ehe wird Ehe bleiben, das kann auch ein Bundestagsbeschluss nicht ändern. Anschließend blickte Bischof Rudolf auf die Namensgeberin der Schule, Maria Ward, die ihren Weg aufrichtig und treu in fremden Ländern gegangen ist und sich auch durch Schwierigkeiten nicht einschüchtern ließ. Begonnen hatte die 150jährigen Geschichte dieser Schule mit den Englischen Fräulein und 1963 wurde der Name Maria Ward mitaufgenommen. Die Schwestern der "Congregatio Jesu", der weibliche Zweig der Jesuiten sei anerkannt und Bischof Rudolf wünschte allen Gottes Segen, damit umgesetzt werden könne "Jesus nachzufolgen, dem Bild Jesu immer ähnlicher zu werden".  Die Eucharistie feierte der Bischof am Altar mit zahlreichen Priestern aus der Stadt Deggendorf und dem Umland.

 

Der Festakt begann mit der Segnung des neuen Waldwasserbrunnens im Eingangsbereich. Anschließend ertönte "Lobet und preiset, ihr Völker den Herrn" als vielstimmiger Kanon, während Bischof Rudolf durch das ganze Schulhaus ging und alle Räume mit Weihwasser besprengte. Miteingeschlossen in diesen Segen sind alle, die hier lehren und lernen. In der Kapelle des ehemaligen Klosters wurden die Kreuze für die Klassenzimmer gesegnet, die von den Schülerinnen im Werkunterricht sehr individuell und farbenfroh aus Glas geschaffen wurden.