Bischof Rudolf Voderholzer nimmt an Segnung der Methodius-Gedenktafel in Regensburg teil

11.05.2015

Am 10. Mai wurde am Alten Kornmarkt in Regensburg eine weitere Gedenktafel für den Slawen-Apostel Methodius (*815 Saloniki †885 Mähren) feierlich eingeweiht. Dafür war Bischof Antoniy, der bulgarisch-orthodoxe Metropolit von West- und Zentraleuropa eigens aus Berlin angereist. Im Jahre 1985 - dem 1100. Todesjahr des hl. Methodius- hatten Bulgaren in Erinnerung an den Aufenthalt des großen Glaubenszeugen in Regensburg im Jahre 870 eine Gedenktafel an der Mauer zur Alten Kapelle anbringen lassen. Im Jahr des 1200. Geburtstages des großen Heiligen, wurde nun auch eine Bronzetafel in Bulgarischer Sprache und Kyrillischer Schrift angebracht.

 

Metropolit Antoniy konnte neben zahlreich erschienen Landsleuten der Regensburger Bulgarisch-Orthodoxen Gemeinde auch Bischof Rudolf Voderholzer, Stiftsdekan Prof. Dr. Norbert Glatzel von der benachbarten Stiftskirche U.L.F. zur Alten Kapelle sowie die Generalkonsulin der Bulgarischen Republik in München, Antoaneta Nikolaeva Baycheva, und Oberbürgermeister Joachim Wollbergs begrüßen. Mit einem bulgarischen Gedicht auf die Brüder Cyrill und Methodius, den Schöpfern des Kyrillischen Alphabetes, dessen sich viele slawische Sprachen bedienen, grüßten die Kinder der Bulgarischen Sonntagsschule die Gäste. Einer Bitt-Litanei und dem "Mnogaja Leta" - "Auf viele Jahre", folgte die dreifache Segnung der neuen Gedenktafel durch den Metropoliten: Die Petar und Natalja Jivanov, ein bulgarisches Ehepaar, das in den USA lebt, hatte die Tafel gestiftet, wozu auch die Regensburger Gemeinde ihren Beitrag geleistet hatte.

 

Methodius - apostelgleicher Glaubenszeuge und europäischer Brückenbauer

In Ihren Grußworten betonte die kirchlichen wie weltlichen Vertreter die große Bedeutung des hl. Methodius und seines Bruders Kyrill (* 826 Saloniki †869 Rom). Nicht nur die Schaffung eines eigenen Alphabetes sondern auch die Übersetzung der Heiligen Schrift und der Liturgischen Texte ins Slawische zählten zu den großen Verdiensten der beiden Brüder. Bischof Rudolf Voderholzer zitierte in seinem Grußwort seinen Vorgänger Bischof Rudolf Graber, der die Ereignisse des Jahres 870 als "kein Ruhmesblatt" für die bayerische Kirchengeschichte bezeichnet hatte. Vom Papst zum Bischof für die Missionierung in Mähren ernannt, bangten die bayerischen Bischöfe um ihren Einfluss im Osten und ließen Methodius bei einem Reichstag in Regensburg inhaftieren und wohl ins Kloster Reichenau bringen.

Bischof Rudolf erinnerte auch an das 50jährige Jubiläum der Aufhebung der gegenseitigen Bannsprüche zwischen Katholischer und Orthodoxer Kirche, die historische Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras von Konstantinopel. Sozusagen als Wiedergutmachung für den Fehler von 870 bezeichnete Bischof Rudolf die Gründung des Ostkirchlichen Institutes in der Ostengasse, eine Initiative von Bischof Graber, das von 1976 bis 2012 einen großen Dienst an der Einheit der Ost- und Westkirche geleistet hat. Das Haus habe, so Bischof Rudolf, eine Brückenfunktion ganz im Sinne von Kyrill und Methodius gehabt, wozu die unermüdliche Arbeit des kürzlich verstorbenen Direktors Prälat Dr. Albert Rauch maßgeblich beigetragen habe. Das gemeinsame christliche Zeugnis voranzutreiben, dazu würden die beiden Tafeln nun alle anwesenden mahnen.

 

Bulgarischer Glaube und Lebensart in Bayern

Die Generalkonsulin Baycheva lobte die gute Integrationsarbeit unter Wahrung der kulturellen Eigenheiten, die in Regensburg geleistet würde, sie sei wahrlich vorbildhaft. Oberbürgermeister Wolbergs dankte nicht nur Regensburgs Bischof für die klare Darstellung der historischen Ereignisse von 870, sondern rief den anwesenden Regensburgern bulgarischer Herkunft zu: "Leben Sie bitte ihre Traditionen, geben Sie diese nie auf, wir freuen uns, dass Sie unsere Mitbürger sind“. Metropolit Antonij besuchte anschließend noch den Dom und das Grab von Bischof Rudolf Graber (†1992), um dort für einen großen Brückenbauer zwischen Ost und West zu beten.

Am Grab von Domprediger Dr. Johann Maier ließ er sich dessen Glaubenszeugnis darlegen, das den jungen Bischof sichtlich beeindruckte. Als ihm noch die Armreliquie des Hl. Johannes Chrysostomos gezeigt werden sollte bemerkte er schmunzelnd, "Diese Reliquie kenne ich schon aus meiner Studentenzeit, da habe ich den Regensburger Dom schon einmal besucht".