Bischof Rudolf Voderholzer: Nur durch eine Rückbesinnung auf unsere christlich-abendländische Identität kann Integration der Flüchtlinge gelingen

14.10.2015

Angesichts der zunehmenden Flüchtlingswelle lenkt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den Blick auf die großen Herausforderungen, vor denen die Menschen in Deutschland derzeit stehen. Die größte Herausforderung sei die Stärkung der eigenen Identität und der Glaubenssubstanz. Nur dann könne Integration gelingen, so der Regensburger Bischof: „Nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kultureller Identität kann andere integrieren.

Sorgen macht mir hier weniger eine möglicherweise drohende islamische Überfremdung, als vielmehr die eigene Lauheit, die abnehmende Glaubenssubstanz in unserem christlichen Abendland, das merkwürdigerweise dort am lautesten beschworen wird, wo Glaube und Kirche seit Generationen an den Rand gedrängt wurden“, erklärte Bischof Rudolf während des traditionellen Rosenkranzgebets in Regensburg am vergangenen Freitag.

 

Flüchtlinge sind Opfer verbrecherischer Ideologie

Die Menschen, die aus den genannten Ländern fliehen, kämen erst einmal nicht, um das Abendland zu erobern, sondern weil sie Opfer eines Krieges seien, eines Bürgerkrieges, verursacht durch fanatische islamistische Gruppen. Diese Gruppen brächten den Gottesglauben in Verruf. Die verbrecherischen Gruppen der Taliban und des ISS schreckten auch nicht davor zurück, ihre eigenen Glaubensbrüder und -schwestern zu ermorden. Die Flüchtlinge aber seien zuerst Opfer und nicht Protagonisten dieser Ideologie, stellt Bischof Voderholzer fest und verweist gleichzeitig auf die ausdrückliche Verfolgung von Christen in diesen Ländern, worüber sich die zivilisierte Welt viel zu wenig empöre.

Bischof Rudolf Voderholzer unterstützt die Aussage von Bundespräsident Joachim Gauck, der anlässlich des Tags der deutschen Einheit gesagt hatte, die Möglichkeiten der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland seien endlich, begrenzt und wohl auch mittlerweile erschöpft. „Die meisten der Flüchtlinge sind in islamischen Ländern unterwegs oder in notdürftigen Unterkünften untergebracht: in der Türkei, Jordanien, im Libanon – und die allermeisten sind in den Kriegsländern selbst. Dort muss zuallererst geholfen werden! Dort müssen Wohnungen gebaut, und zuvor die Wasserversorgung und die Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln sichergestellt werden, sonst wird der Flüchtlingsstrom nicht abreißen und die Menschen an die Grenzen Europas drängen“, so das Appell von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Und weiter: „Es bleibt jetzt schon die große Herausforderung der Integration der Kriegsflüchtlinge, die bislang gekommen sind und wohl ein Bleiberecht bekommen.

 

Begreifen der eigenen Identität ermöglicht gelingende Integration

Mit Blick auf die Identität der christlich-abendländischen Kultur lenkt Bischof Voderholzer den Blick auf die Festkultur, die im Kirchenjahr gründet und stellt die Fragen: Werden die Muslime, die zu uns kommen, erfahren, was wir an Weihnachten feiern, wenn sie in den vor uns liegenden Wochen von Mitte November bis zum 24. Dezember durch unsere Städte gehen? Verstehen sie, dass wir uns beschenken, weil zuvor Gott uns beschenkt hat? Was bewegt dieses Volk, wovon ist es getragen, woran glaubt es, dass es so gastfreundlich ist und Opfer für die Fremden aufzubringen bereit ist, die wir in islamischen Ländern nicht erleben?

Unser Land, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, ist aufgebaut und unsere Kultur ist geprägt worden von Menschen, denen heilig waren: Der Sonntag, die Bibel als Gottes Wort, die Ehe und alle Sakramente, die 10 Gebote, mit dem ersten voran: der Heiligung des Gottesnamens. Wenn wir Christen alle das vermitteln und froh leben, werden wir auch die Kraft zur Integration haben!

Lesen Sie hier die gesamte Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer im Wortlaut.

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