„Christ sein: Sich nicht zurückziehen, sondern sich gesendet wissen!“ - Bischof Rudolf besucht Pfarrei St. Martin in Rötz

13.11.2017
Den Altarraum ziert eine Darstellung des Heiligen Martin.

In seiner Predigt machte er auf die große Darstellung des seinen Mantel teilenden Martin über dem Altar aufmerksam und würdigte den heiligen Martin als „Ikone für christliche Barmherzigkeit und Nächstenliebe, für das Teilen mit den Menschen am Wegesrand, die unseren Schutz und teilende Hände brauchen. Aus diesem Grund lässt sich das Martinsbrauchtum auch nicht verkitschen, denn es rührt jeden an“, stellte der Diözesanbischof fest. Er schilderte aber auch die zweite, weniger bekannte Martinslegende mit der Gans. Denn diese verriet den eigentlich auf seine kontemplative Zurückgezogenheit fixierten Einsiedler, so dass er das Bischofsamt in Tours übernahm und dieses mit einer speziellen Art der Seelsorge ausfüllte, die zum Ur- und Vorbild für Bischofs- und Seelsorgearbeit wurde:

„Hinausgehen, den Leuten nachgehen, an die Ränder gehen, sich hineinstürzen in den konkreten Alltag der Menschen und die Herausforderungen“, charakterisierte Bischof Voderholzer diesen neuen, damals auch im Gegensatz zu Antonius stehenden Ansatz. Und genau diese nachgehende Seelsorge, sich um Menschen zu kümmern, sei auch heute wieder angesagt und nötig. „Martin musste das Christentum neu einpflanzen, christliche Bildung und Katechese leisten. Er hat außerordentlich segensreich gewirkt“,  soBischof Rudolf. Zusammenfassend stellte der Bischof fest: Christ sein heißt, sich nicht zurückzuziehen, sondern sich gesendet wissen – auch dorthin zu gehen, wo Jesus noch nicht bekannt ist. Und den Glauben als einen Schatz zu betrachten, der meinem Leben einen Sinn gibt und auch einen Sinn im Sterben vermittelt“.