Das Grab war leer! Wie die Auferstehung für 2019 jetzt schon eingefangen wurde

15.05.2018
Frau Elisabeth Spieß sagte im Interview, dass das Heilige Grab für viele Gläubige einfach dazu gehört. Sie ist die Sprecherin des Pfarrgemeinderats von Eugenbach und Münchnerau.

Derzeit entsteht in Kooperation mit der Landshuter Filmproduktionsfirma Laspire ein Beitrag, der die Auferstehung Christi zum Thema hat. Wäre Christus nicht auferstanden, wäre die christliche Glaubensbotschaft inhaltsleer. Wie lässt sich die Auferstehung erklären oder verdeutlichen? Die Verkündigung der Frohen Botschaft ist Aufgabe der Bischöflichen Presse- und Medienabteilung. Wir haben alle Medienkanäle als Partner im Blick, um Bischof Dr. Voderholzer konkret zu unterstützen, Christus zu verkündigen – Christus als den Auferstandenen!

Dr. Veit Neumann, Redakteur der Bischöflichen Presse- und Medienabteilung, beim Interview mit Pfarrgemeinderatssprecherin Frau Elisabeth Spieß: Was ist die Auferstehung?

Dafür entsteht der Film. Eine Glaubenstatsache, die sich in der Zeit zugetragen hat, wird ins Bild gefasst – sympathisch, glaubwürdig, sinnlich und gut verständlich. Theologie spielt dabei eine Rolle: als Theologie im Bild, nicht in der systematischen Fachdiskussion. Der Beitrag geht über das Heilige Grab von Eugenbach bei Landshut und wird für Ostern 2019 hergestellt. Das Heilige Grab ist eine mechanische Darstellung der Auferstehung, bei der die Figur des siegreichen Christus im Altar von St. Georg emporsteigt. 

Ministrantin Christine Kießwetter wird gerade für das Interview verkabelt. Derzeit legt sie das Abitur ab; sie möchte anschließend Landwirtschaft studieren. Lange denkt sie im Interview nicht nach: Die Auferstehung? Das Grab war leer!

Weil die Mechanik ausschließlich während der Feier der Osternacht bewegt wird, war Thomas Eingartner von der Filmproduktionsfirma Laspire am Samstag, 31. März, in Eugenbach St. Georg, um das geistliche Schauspiel durch die Linse festzuhalten. Nur einmal im Jahr vollzieht sich der Vorgang. Die Figur des Leichnams Christi auf dem Altar wird weggeklappt. Bedächtig betätigt Herr Lederhuber die Kurbel hinter dem Hochaltar. Die Figur des Auferstandenen steigt empor. Für die Pfarrei ist dies ein traditioneller und äußerst bewegender Augenblick – viele Gläubige sind ergriffen, erleben ihn von klein an und seit Jahrzehnten. Dieser 90-Sekünder gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Gesamtproduktion.

Hans Lederhuber weiß, wie der Mechanismus für das Emporsteigen der Figur des Heilands zu betätigen ist. Mit einem Holzzapfen wird der Mechanismus arretiert, damit die Figur sich nicht wieder abwärts bewegt.

Wie ist es zu verstehen, dass eine Figur in einem geistlichen Schauspiel die Auferstehung anschaulich macht? Derzeit wird an der ausführlichen Filmversion gearbeitet. Sie wird 2019 veröffentlicht. Eine Szene zeigt, wie das Heilige Grab am Ende der Osterzeit – das ist in diesen Tagen – wieder geschlossen wird. Dabei wird das Bildnis des Kirchenpatrons, der heiligen Georg, an seine angestammte Stelle über dem Altar zurückbewegt. Der Mehrminüter für das kommende Ostern enthält auch sehenswerte Detailaufnahmen des Mechanismus des Heiligen Grabes. Vor allem aber lässt er gläubige Menschen zu Wort kommen, die die Auferstehung in ihre eigenen Worte fassen. Kürzlich haben die Interviews dazu stattgefunden mit

-Christine Kießwetter, Ministrantin in der Pfarrei Eugenbach/Münchnerau
-Elisabeth Spieß, Pfarrgemeinderatssprecherin
-Josef Gietl, Pfarrer von Eugenbach/Münchnerau
-Hans Lederhuber, Mesner bei St. Georg
-Prof. Dr. Ute Leimgruber, Pastoraltheologin an der Universität Regensburg

Thomas Eingarter von der Landshuter Produktionsfirma Laspire fängt das bereits geschlossene Heilige Grab mit der Linse ein - das Bild des Patrons der Kirche, des heiligen Georg, wird am Ende der Osterzeit vorgeschoben.

Wer mit dem Zug von Regensburg nach München fährt, verlässt etwa auf der Hälfte der Strecke den Hauptbahnhof Landshut. Kurze Zeit später zeigt sich auf dem Plateau über dem nördlichen Hang („rechts oben“) die Kirche St. Georg. Dort wirkten im 17. und 18. Jahrhundert Jesuiten, die ein Kollegium im nahen Landshut unterhielten (heute: Polizeiinspektion Landshut). Da sie nicht nur studieren, sondern auch bei den Menschen sein sollten, waren sie Seelsorger in der nahen Pfarrei. Sie waren es, die, von der Wirklichkeit der Auferstehung überzeugt, das mechanische Heilige Grab einrichteten. Mit ihren Möglichkeiten wollten sie dem Betrachter das zentrale Glaubensgeheimnis der Auferstehung nahebringen. Wie sprechen wir heute über die Auferstehung? Allen Interviewten wurde die Frage gestellt: Was verstehen Sie, was verstehst du unter Auferstehung? Und sie haben spontan darauf hingewiesen: Das Grab war leer! 

Die Tür links vom Hauptaltar zeigt das Bildnis des heiligen Ignatius, des Gründers der Jesuiten. Mitglieder der von ihm gegründeten Ordensgemeinschaft, der Gesellschaft Jesu, drückten ihren Glauben an die Auferstehung im Heiligen Grab von Eugenbach aus.

An Bedeutung gewinnt heute immer mehr der Eindruck, den der Sprecher bei seinen Aussagen macht. Alle Interviewten fanden im Interview und durch das Interview zu großer Sicherheit – und leisteten ihren Beitrag zu der Verkündigung der Frohen Botschaft. Die Gläubigen der Pfarrei, die die Aufzeichnung des Heiligen Grabes in der Osternacht beobachteten, sind übrigens schon gespannt auf den Film über ihr Heiliges Grab. Seien auch Sie es! [Fortsetzung folgt]

Das Interview mit der Pastoraltheologin Dr. Ute Leimgruber fand im Garten von St. Emmeram Regensburg statt. Prof. Leimgruber lehrt an der Universität Regensburg Praktische Theologie: die Pastoraltheologie. Im Interview ging es um die Frage, wie ein Vorgang des Glaubens mit einem hölzernen Mechanismus dargestellt werden kann.