Delegiertenversammlung des Frauenbundes: Engagement auf allen Ebenen

20.03.2017
(v. li.) Pater Dr. Jakob Seitz, Geistlicher Diözesanbeirat, Karin Schlecht, KDFB-Diözesanvorsitzende, Christine Boehl, KDFB-Vizepräsidentin, Dr. Elfriede Schießleder, KDFB-Vizepräsidentin und Bayerische Landesvorsitzende im KDFB.

Zur Delegiertentagung am 18. März 2017 versammelten sich über 330 Führungskräfte des KDFB-Diözesanverbandes aus den Zweigvereinen und Bezirken im Kolpinghaus Regensburg. Karin Schlecht hieß die Delegierten willkommen und führte durch das Tagungsprogramm. In ihren Eröffnungsworten wies die Diözesanvorsitzende auf den Equal Pay Day hin, der in diesem Jahr auf den 18. März fällt. Der KDFB fordert an diesem "Tag für gleiche Bezahlung", dass geschlechterbezogene Lohnlücken geschlossen werden müssen. Gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern müsse gleich entlohnt werden, so Karin Schlecht. Domkapitular Thomas Pinzer überbrachte im Namen des Bischofs den Dank für das ehrenamtlich geleistete Engagement auf allen Ebenen.

Dr. Elfriede Schießleder, die bayerische Landesvorsitzende im KDFB, sprach ebenfalls ihren Dank dem Diözesanverband Regensburg gegenüber aus. "Wir sind bunt! Wir sind hochaktiv, wenn es darum geht, die Not und die Ungerechtigkeit ein wenig aus dieser Welt zurückzudrängen. Diese Welt kann nur bunt vollständig gelebt werden und dafür stehen wir." Sie stellte in ihrem Grußwort heraus, dass die Gleichstellung der Frau noch lange nicht verwirklicht sei.

 

Bildungsteil mit politischem Akzent

Im Bildungsteil referierte Christine Boehl, Vizepräsidentin im KDFB. Sie sprach zum Thema "Frauenbund - wo stehen wir? Was haben wir erreicht? Wo wollen wir hin?" Sie ermutigte die KDFB-Mitglieder weiterhin politische Verantwortung zu übernehmen, Populismus und Angstmacherei entgegenzutreten und zur rhetorischen Abrüstung beizutragen. Die Vizepräsidentin zeigte anhand von Beispielen auf, auf welch breiten Feldern der Frauenbund politisch aktiv ist, wie z. B. bei der Mütterrente, beim Ausbau der Kinderbetreuung oder beim Elterngeld Plus. Die Frauenquote, wie sie beschlossen worden sei, gehe noch nicht weit genug, so Christine Boehl. Der Frauenbund hätte sich strengere Vorgaben für die Unternehmen gewünscht. Beim Entgelttransparenz-Gesetz müsse es strengere Auflagen geben, auch kleinere Unternehmen sollten von diesem Gesetz erfasst werden. Nur so könne Ungerechtigkeit bei der Bezahlung von Frauen aufgedeckt und bekämpft werden. Die Pflegereform werde der KDFB weiterhin begleiten.

Der Frauenbund befasst sich auch mit der Kinderwunschmedizin. Als Verband von christlichen Frauen bleibt dies ein zentrales Thema. Dabei sind ethische Grundfragen des Zusammenlebens betroffen, bei denen die Stimme des KDFB gefragt ist. Der Frauenbund erinnert daran, dass es kein Recht auf ein Kind gebe - erst recht nicht auf ein gesundes Kind. Jedes menschliche Leben ist wertvoll, unabhängig davon, ob es mit einer Behinderung oder Krankheit oder Hilfsbedürftigkeit gelebt wird.

Benedikt Suttner, Mitglied der Steuerungsgruppe Regensburg, überreichte an Karin Schlecht den Fair-Trade-Preis. Damit wurde der KDFB für sein jahrelanges Engagement im Fairen Handel ausgezeichnet.

Preisverleihung zur Mitgliederwerbe-Kampagne

Monika Schmidpeter informierte darüber, dass sich seit dem Start der Aktion insgesamt 225 Zweigvereine an der Werbeaktion beteiligten und 1.225 neue Frauen für den Frauenbund gewonnen wurden. Begonnen hatte die Aktion am 17.03.2016. Zehn Zweigvereine, die seit dem Start der Mitgliederwerbe-Aktion erfolgreich waren, wurden mit Geldpreisen belohnt. Außerdem freuten sich auch einige Neumitglieder über Sach- und Sonderpreise. Alle Preise wurden ausgelost. Die Werbeaktion für Mitglieder wird bis zum 20.03.2018 verlängert und es gibt wieder attraktive Preise zu gewinnen.

 

Fair-Trade-Preis übergeben

Benedikt Suttner, Mitglied der Steuerungsgruppe Regensburg, hat den KDFB Diözesanverband für sein jahrelanges Engagement im fairen Handel ausgezeichnet und den Fair-Trade-Preis übergeben. Mit dem fair gehandelten KDFB Kaffee wird eine Landfrauengruppe in Honduras unterstützt. Diese langfristige Handelsbeziehung ermöglicht es den 69 Mitgliedsfrauen, für sich und ihre Familien ein stabiles Einkommen zu erwirtschaften, um dadurch ihre Lebensqualität zu verbessern. Der Frauenbund im Diözesanverband Regensburg ist seit der Gründung der Steuerungsgruppe im Februar 2012 ein aktives Mitglied.

 

Rückschau

Karin Schlecht und Birgit Kainz ließen das letzte Verbandsjahr Revue passieren. Ein Höhepunkt in 2016 war der erfolgreiche Verkaufsstart des "Schatzbüchleins der Spiele", von dem im ersten Jahr schon knapp 2.500 Bücher abgesetzt wurden. Der Erlös geht an den Fonds "Frauen helfen Frauen in Not". Die Mitgliederwerbe-Kampagne, die Solibrot-Aktion in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk Misereor, das Paten-Großeltern-Projekt und die vielfältigen Bildungsangebote, die von Frauen gerne angenommen wurden, waren weitere Schwerpunkte im abgelaufenen Jahr. Karin Schlecht dankte den KDFB-Führungskräften: "Wir bleiben nicht stehen, sondern entwickeln uns ständig weiter. Die gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen müssen wir immer im Blick haben und uns entsprechend aufstellen. Das gelingt uns nur mit Ihnen zusammen."