Die Orgel-Saison ist eröffnet: Start der Orgelkonzerte im Regensburger Dom

16.05.2018

Am 23. Mai 2018 beginnen die diesjährigen Regensburger Domorgel-Konzerte. In ihrem neunten Jahr wartet die Reihe mit einem Programm auf, das wieder einmal von renommierten internationalen Organisten bestritten wird, und das Werke des Barock, der Klassik, der Romantik, des Impressionismus, der Moderne und Zeitgenössisches vorstellt. In dieser Konzertreihe sind Werke der Orgelliteratur zu hören, die speziell für liturgische Anlässe geschrieben wurden, aber auch Kompositionen, sinfonische Musik für Orgel, die als autonome Werke für sich stehen. Ein besonderer Schwerpunkt der Reihe liegt auf der Improvisation, der Königsdisziplin des Orgelspiels, in der die Interpreten eigene Klangvorstellungen verwirklichen.

Das Anfangskonzert wird in dieser Saison von jungen Organisten bestritten, von versierten Organisten, die ihren Bachelor- oder Masterabschluss machen. Ansonsten sind mit Organisten aus Oslo, Budapest, Paris, Essen und Bad Kissingen global gefragte Interpreten zu Gast, die wichtige Impulsgeber für das Musizieren an der Orgel sind und internationale Standards gesetzt haben. In diese Riege gehört auch der Regensburger Domorganist Franz Josef Stoiber, der als Intendant der Reihe zwei Konzerte selbst bestreitet.

 

Tickets und Informationen

Ort: Regensburger Dom St. Peter

Beginn: jeweils mittwochs um 20 Uhr

Einlass: ab 19 Uhr

Preis: 5 Euro pro Konzert, Dauerkarte für alle Konzerte 30 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Tickets für alle Konzerte sind im Infozentrum DOMPLATZ 5, in der Tourist-Information im Alten Rathaus sowie an der Abendkasse erhältlich. Im Preis enthalten ist ein ausführliches Programmheft.

Der Dom St. Peter ist ab 19 Uhr geöffnet, wird jedoch während der Konzerte geschlossen.

Mehr Infos finden Sie auch unter www.domorgel-regensburg.de.

 

Die Konzerte im Einzelnen


23. Mai: Sonderkonzert "Junge Organisten"

Bachelor- und Master-Absolventen der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik interpretieren ein vielfältiges Programm aus der Orgelliteratur, das gleichermaßen Alte Musik enthält wie Spätromantisches, Musik des Impressionismus, der Moderne und Zeitgenössisches. Das Spektrum reicht von klassischen Toccaten über Sinfonisches bis hin zu Filmmusik.

Samuel Pinto: Georg Muffat (1653-1704) Toccata prima | Johann Sebastian Bach (1685-1750) 3. Satz aus der Triosonate C-Dur BWV 529 | Louis Victor Jules Vierne (1870-1937) Allegro aus der 2. Orgelsinfonie op. 20
Maximilian Wolf: Uraufführung. Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) Andantino in modo di canzona (aus der 4. Sinfonie f-Moll Op. 36 in der Transkription von Maximilian Wolf
Thomas Aumer: Olivier Messiaen (1908-1992) Méditation V aus Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité (Dreifaltigkeitsmeditationen)
Florian Schuster: Josef Renner (1868-1934) Thema und Variationen op. 58
Raphael Vogl: Enjott Schneider (* 1950) Toccata "Schlafes Bruder"

6. Juni: Meisterwerke der Orgelliteratur

Das zweite Domorgelkonzert der Saison bestreitet der Regensburger Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber, der ein Programm gewählt hat, dass nahezu alle Klangmöglichkeiten und die Farbenpracht des Instruments vollends zur Geltung bringt. Dies gelingt ihm mit barocken Sätzen von Johann Sebastian Bach, einem mitreißenden Stück des Iren Charles Stanford und schillernden Werken zweier Vertreter der französischen Orgelschule der Moderne: Maurice Duruflé und Marcel Dupré.

Franz Josef Stoiber (Regensburg): Johann Sebastian Bach (1685-1750) Praeludium und Fuge a-Moll BWV 54 und Leipziger Choral "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 663, à 2 claviers et pédalier - il canto fermo nel tenore | Charles V. Stanford (1852-1924) Fantasia und Toccata d-Moll op. 57 | Maurice Duruflé (1902-1986) Prélude et Fugue sur le nom d'Alain op. 7 | Marcel Dupré (1886-1971) Thema und Variationen op. 20 mit den Sätzen Choral - Larghetto - Poco animato - Canon à l'octave - Vif - Vivace - Canon à la quarte et à la quinte - Vivace - Canon à la seconde - Animé - Fugato - Finale/Presto

 

13. Juni: Norwegische (An-)Klänge und Impulse der Leipziger Schule

In diesem Konzert macht Organist Halgeir Schiager aus Oslo Einflüsse deutscher Kompositionsschulen auf norwegische Werke hörbar, außerdem zeigt er anhand einer Sonate von Joseph Rheinberger, wie man sich im deutschen Historismus skandinavische Klanglichkeit vorstellte. Hierzulande selten gehörte Orgelwerke norwegischer Tonsetzer heben das Konzert in den Rang einer Rarität.

Halgeir Schiager (Oslo): Johann Gottlob Schneider (1789-1864) Dank- und Jubelpräludium ("Nun danket alle Gott") und Aus Zwölf leichte Orgelstücke op. 4 die Sätze Andante - Andantino - Larghetto | Joseph Rheinberger (1839-1901) Sonate Nr. 16 gis-Moll op. 175 mit den Sätzen Allegro moderato - Skandinavisch - Introduction und Fuge - Fuge| Kjell Mörk Karlsen (* 1947) Aus der Sinfonia Norvegica op. 157 (Orgelsinfonie) Scherzo - Finale| Leif Solberg (1914-2016) Fantasie und Fuge über ein norwegisches Volkslied

 

20. Juni: Structure and pittoresque

Ein Programm mit deutschen, ungarischen und französischen Orgelwerken. Bekannte und populäre Kompositionen wie Franz Liszts Praeludium und Fuge über B-A-C-H kontrastiert der ungarische Organist Laszlo Fassang mit einer reizvoll irisierenden Improvisation und einem Tongemälde, das mit musikalischen Mitteln ein Gemälde Arnold Böcklins beschreibt. Ein wirkmächtiger Satz von Alexandre Guilmant beschließt den Konzertabend.

Laszlo Fassang (Budapest): Johann Sebastian Bach (1685-1750) Praeludium und Fuge e-Moll BWV 548 | Franz Liszt (1811-1886) Präludium und Fuge über B-A-C-H | László Fassang (*1973) Improvisation (Zwischen Hell und Dunkel)| Dezső Antalffy-Zsiross (1885-1904) Scherzo (Spielende Faune nach Böcklin)| Alexandre Guilmant (1837-1911) Finale aus der Orgelsonate Nr.1 in d-Moll op. 42

 

27. Juni: Französische Orgelklassik und Bearbeitungen

Was die "Faszination Orgel" ausmacht ist in diesem Konzert mit Vincent Dubois geradezu exemplarisch zu erleben. Lyrische, rhapsodische, volksliedhafte, hymnische und hehr-sakrale Klanggebilde stehen Sätzen gegenüber, die das Instrument geradezu entfesselt zeigen. In einer abschließenden Improvisation zeigt sich die Regensburger Kathedralorgel als Instrument von europäischem Rang.

Vincent Dubois (Paris/Straßburg): Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sinfonia aus der Kantate "Wir müssen durch viel Trübsal" BWV 146, bearbeitet von Marcel Dupré | Johannes Brahms (1833-1897) Rhapsodie h-Moll, bearbeitet von Vincent Dubois | Charles-Marie Widor (1844-1937) Allegro aus der 6. Orgelsinfonie | Louis Vierne (1870-1937) Claire de Lune ("Mondlicht") | Camille Saint-Saens (1835-1921) Danse ("Orgeltanz") | Marcel Dupré (1886-1971) Präludium und Fuge g-Moll op. 7/3 | Vincent Dubois Improvisation

 

4. Juli: Fantasien und Fantasiestücke - Frieden

Mozart, César Franck und Louis Vierne sind Namen, die bei Orgelkonzerten regelmäßig auftauchen. Organist Burkhard Ascherl hat zudem eine spannende Komposition von Naji Hakim ausgewählt, die eine Brücke zwischen Okzident und Orient baut. Hakim war Nachfolger von Olivier Messiaen als Organist an der Kirche La Trinité in Paris und erhielt zahlreiche Preise, so auch beim Internationalen Orgelwettbewerben in Nürnberg. 2007 wurde ihm von Papst Benedikt XVI. der Orden "Pro Ecclesia et Pontifice" verliehen.

Burkhard Ascherl (Bad Kissingen): Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Fantasie f-Moll KV 608: Allegro maestoso - Andante mit Variationen - Allegro maestoso | César Franck (1822-1890) Cantabile H-Dur | Joseph Bonnet (1884-1944) Variations de concert op. 1 | NajiHakim (* 1955) Aalaiki'ssalaam - Friede sei mit dir (Variationen über ein libanesisches Thema) Andante - Conspirito - Scherzando - Confuoco - Energico - Moderato - Leggiero - Risoluto - Presto | Louis Vierne (1870-1937) Feuxfollets (Irrlichter) aus Pièces de Fantaisie | Marcel Dupré (1886 - 1971) Allegro deciso aus Évocation op 37

 

11. Juli: Chaconne, Choral und Choralbearbeitungen

Bach, Mendelssohn, Brahms, Liszt - fast ist man versucht, im Programm von Sebastian Küchler-Blessing eine Chronologie der deutschen Orgelschule zu lesen. Ein gemeinsamer Nenner ist in jedem Fall das Thema Choral und Choralbearbeitung, das die jeweilige Ausprägung dieser Gattung in Romantik und Spätromantik exemplarisch vorstellt. Eine Fehlfarbe stellt Bachs überirdisch schöne Chaconne dar; Busonis Bearbeitung des Violinstücks für Klavier hat der Organist selbst überzeugend für sein Instrument adaptiert.

Sebastian Küchler-Blessing (Essen): Johann Sebastian Bach/Ferruccio Busoni (1866-1924) Chaconne in d-moll BWV 1004, für Orgel übertragen von Sebastian Küchler-Blessing | Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Sonate d-moll op. 65, Nr. 6 "Vater unser im Himmelreich": Choral und Variationen: Andante sostenuto - Allegro molto - Fuga - Finale: Andante| Johannes Brahms (1833-1897) Choralvorspiele op. posth. 122: Herzlich tut mich erfreuen - O Welt, ich muss dich lassen | Franz Liszt (1811-1886) Fantasie und Fuge über den Choral "Ad nos, ad salutarem undam" au Giacomo Meyerbeers Oper "Der Prophet"

 

18. Juli: Französisches Repertoire vom Barock zur Moderne

Ein Programm mit ausschließlich französischer Orgelmusik. Das Bemerkenswerte an der Stückauswahl des Hamburger Organisten Eberhard Lauer: er stellt herausragende Werke, die dezidiert zur musikalischen Ausgestaltung von Gottesdiensten geschrieben wurden, neben Orgelmusik, die ausdrücklich für den Konzertbetrieb geschaffen wurde. Mit diesem Konzert wird zudem die Vielseitigkeit der Regensburger Domorgel demonstriert, auf der sich Kompositionen aller Epochen adäquat darstellen lassen.

Eberhard Lauer (Hamburg): Olivier Messiaen (1908-1992) Les deux murailles d'eau ("Die zwei Wassermauern") und Prièreaprès la communion ("Gebet nach der Kommunion") | Nicolas de Grigny (1672-1703) Hymnus Pange linqua: Pleinchant - Fugue - Récit | Marcel Dupré (1886-1971) Präludium und Fuge H-Dur op. 7/1 | César Franck (1822-1890) Fantaisie in A | Louis Vierne (1870-1937) Scherzo - Adagio - Final aus der 6. Orgelsinfonie h-Moll op. 58

 

25. Juli: Faszination Orgelimprovisation - die Kunst des Stegreifspiels

Schon traditionell (und mit großem Zuspruch des Publikums) beschließt ein Improvisations-Konzert des Regensburger Domorganisten die Saison. Versiertheit in allen Stilen, Reaktionsvermögen und Erfahrung sind bei der Kunst des Stegreifspiels unerlässlich. Die Zuhörenden werden von den Klängen mitgenommen, getragen, ja, sie treiben mit ihm Strom der Töne, werden eins mit dem überwältigenden Raum und in einem transzendenten Sog förmlich aus der Zeit gerissen.

Franz Josef Stoiber (Regensburg): Konzert im italienischen Stil: Allegro - Adagio - Allegro | Liedbearbeitungen: Orgelsonate über Lieder aus dem Gotteslob Allegro - Andante - Intermezzo - Adagio - Finale | Liedbearbeitungen | Toccata und Fuge