Ein großer Schatz für die Kirche: Tagung zu "Gottgeweihten Jungfrauen" im Schloss Spindlhof

15.06.2015
Die Teilnehmerinnen der Tagung im Garten des Papsthauses in Pentling

Die Bistümer Regensburg und Augsburg luden vergangene Woche zu einer ganz besonderen Tagung in das Bildungshaus der Diözese Regensburg, Schloss Spindlhof, ein:  Unter dem Motto „Jungfrauenweihe. Ewiger Bund mit Gott. Eine Gabe in der Kirche und für die Kirche“ kamen rund dreißig Frauen aus dem deutschsprachigen Raum (ebenso wie aus Ungarn, Polen oder Russland) zusammen, die entweder bereits von ihrem jeweiligen Diözesanbischof die Jungfrauenweihe empfangen haben oder grundsätzlich an einer Jungfrauenweihe interessiert sind.

Besuch aus der Diözese Augsburg: Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner zelebiert die Heilige Messe für die Teilhnehmerinnen im Schloss Spindlhof

An vier Tagen bot sich für die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich untereinander über diesen besonderen, altehrwürdigen Stand innerhalb der Kirche auszutauschen.  Ebenso so konnten hochkarätige Referentinnen und Referenten gewonnen werden, die die Bedeutung der Geweihten Jungfrauen für die Kirche theologisch vertieften. Unter Ihnen waren unter anderem der Weihbischof des Bistums Augsburg, Florian Wörner,  Abt Barnabas Bögele OSB (Kloster Ettal), Pfr. Dr. Ulrich Lindl (Leiter der Hauptabteilung Kirchliches Leben - Bistum Augsburg) oder Professor. Dr. Manfred Hauke (Universität Lugano).  Abgerundet wurden die gemeinsam verbrachten Tage durch die Feier der Liturgie – unter anderem durch Weihbischof Wörner sowie Weihbischof Reinhard Pappenberger aus dem Bistum Regensburg – sowie einen Besuch im Pentlinger Papsthaus. Hierbei wurde auch das Grab der Eltern von Joseph und Georg Ratzinger in Pentling besucht und  gemeinsam gebetet.

Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner am Grab der Eltern von Joseph und Georg Ratzinger auf dem Pentlinger Friedhof

 

Info „Gottgeweihte Jungfrau“

Die Gottgeweihte Jungfrau (virgo consecrata) ist ein Stand in der katholischen Kirche, der seinen Ursprung bereits im ersten christlichen Jahrhundert hat. Damals lebte sie dem Gebet und den wohltätigen Werken verpflichtet, entweder in der Familie oder im eigenen Haus. Mit der Entstehung der Ordensgemeinschaften, ging die Jungfrauenweihe und mit ihr die geweihten Jungfrauen immer mehr in den Orden auf, dieser eigene Stand geriet in Vergessenheit. Mit den Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der Ritus der Jungfrauenweihe 1970 wiederbelebt worden und der Stand der Gottgeweihten Jungfrau hat wieder seinen Platz unter den verschiedenen Berufungen in der Kirche. Der eigentlichen Jungfrauenweihe, die im Rahmen einer Messe durch den Ortsbischof gespendet wird, geht eine Zeit der geistlichen Erprobung voraus. Weltweit gibt es bis zu 3.500 Gottgeweihte Jungfrauen, in Deutschland rund 150.

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