„Ein großes Erbe für Regensburg“ – Gedenken an den Ökumeniker Dr. Albert Rauch

26.01.2016

Ein Leben lang setzte er sich für ökumenische Anliegen ein, schuf vor allem in Regensburg einen Raum der Begegnung zwischen Orthodoxen und Katholiken – das sogenannte Ostkirchliche Institut – und wirkte so über alle Landesgrenzen hinaus. Die Rede ist von Dr. Albert Rauch. Am 10. Januar letzten Jahres kam dann sein überraschender Tod. Die überwältigende Teilnahme an der Beerdigung zeigte, welch große Wertschätzung dem Apostolischen Protonotar Dr. Rauch für sein Lebenswerk zukommt. Zum ersten Jahrestag hat deshalb das Akademische Forum Albertus Magnus zur Gedächtnisfeier eingeladen. Bei einer Eucharistiefeier in der Sailerkapelle des Regensburger Doms sowie einer sich anschließenden Tagung fanden viele Wegbegleiter Rauchs persönliche und wertschätzende Worte für den Verstorbenen. 

 

Bischof Voderholzer – „Das Bistum wird Sorge tragen, dass sein Werk fortgesetzt wird“

In der Sailerkapelle, am Grab von Bischof Johann Michael Sailer, der als Pionier der ökumenischen Bewegung schon an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert ein ökumenisches Netz geknüpft hatte, hob Bischof Rudolf Voderholzer die großen ökumenischen Verdienste Rauchs hervor: „Er hat unendlich viel Gutes bewirkt.“ Rauchs Engagement, den Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen, zeigte sich in den vielen gestifteten Kontakten und Begegnungen unter den Ortskirchen. „Das Bistum Regensburg ist sich dieses großen Erbes bewusst und wird dafür Sorge tragen, dass Dr. Rauchs Werk fortgesetzt wird“, betonte Bischof Voderholzer. Für die Gedenkfeier wurde deshalb auch ein Termin innerhalb der Gebetswoche für die Einheit der Christen gewählt, die alljährlich vom 18. bis zum 25. Januar in ökumenischer Verbundenheit begangen wird. Denn Kirchenspaltungen trüben das Glaubenszeugnis der Christen. Sie sind ein Stein des Anstoßes für diejenigen, die nach Christus suchen, aber ihn aufgrund der Zerrissenheit nicht finden können.

 

 

Weihbischof Graf – „Bescheidenheit, Mut und Weitherzigkeit“

Weihbischof Dr. Josef Graf gab ein bewegendes Zeugnis über Rauch, der ihm „wie ein älterer Bruder“ war. Seine Persönlichkeit beschrieb er mit den Worten „Bescheidenheit, Mut und Weitherzigkeit“. Er sei getragen gewesen von einer Unbekümmertheit, „die nur jemand haben kann, der tiefer gehalten ist als durch den irdischen Halt.“

Sigmund Bonk, Leiter des Akademischen Forums – „Rauch hat unendlich viel ökumenische Liebe ausgesät“

Der Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus, Prof. Sigmund Bonk, äußerte den Wunsch, „das große Erbe von Prälat Rauch in Regensburg lebendig zu halten und weiter Frucht bringen zu lassen. Rauch hat unendlich viel ausgesät an ökumenischen Gedankengut und ökumenischer Liebe. An uns ist es, dieses Saatgut zum wachsen zu bringen.“ Bonk verlas zudem mehrere persönliche Gedenkschreiben, beispielsweise aus Etterzhausen, Istanbul, Bukarest oder Fribourg. Sie zeigen die große Anerkennung des Werks von Dr. Rauch – auf der ganzen Welt.