Erkenntnisse zum Homo sapiens – renommierter Wissenschaftler Prof. Dr. Rüdiger Schmitt beim Akademischen Forum

12.03.2018

Am Dienstag, 13. März 2018, findet um 19.30 Uhr ein Vortrag im Rahmen des Akademischen Forums Albertus Magnus der Diözese Regensburg statt. Ort ist der Historische Museumssaal des Naturkundemuseums Ostbayern (Am Prebrunntor 4, Regensburg). Prof. Dr. Rüdiger Schmitt aus Regensburg spricht über den „langen Weg des Homo sapiens nach Europa“. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

Entschlüsselung des gesamten Neandertaler-Genoms

Über Herkunft und Vorgeschichte des Menschen in seiner gegenwärtigen Gestalt war bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur wenig bekannt. Es dominierten Hypothesen und Vermutungen. Seitdem haben systematische Ausgrabungen menschlicher Fossilien und verfeinerte Datierungen in Verbindung mit neuen Methoden der Gentechnik und Informatik recht sichere Erkenntnisse über Herkunft und Wanderungen des Homo sapiens „out of Africa“ erschlossen. Mit der Isolierung genetischen Materials aus alten Knochenfossilien und der Entschlüsselung des gesamten Neandertaler-Genoms betraten Forscher um Svante Pääbo in Leipzig (2010) weiteres faszinierendes wissenschaftliches Neuland. Erstmals konnte auch ein Genfluss zwischen Homo sapiens und seinen archaischen Vettern dokumentiert werden. Das ändert nichts daran, dass sich unsere Vorfahren, die Cro-Magnon-Menschen – sie kamen vor rund 40.000 Jahren nach Europa – von uns nicht wesentlich unterschieden. Das belegen Fossilien ebenso wie kunstvolle Figurinen von der Schwäbischen Alb, am eindrucksvollsten aber die grandiosen Höhlenmalereien aus Südwest-Frankreich.

 

Vorlesungen am Institute of Nutritional Resources in Beijing

Der Vortragende, Rüdiger Schmitt (Jahrgang 1936), ist ein sehr renommierter Genetiker und Molekularbiologe. Er studierte von 1955 bis 1961 Chemie, Physik und Physiologie an der TU Berlin und der TU Braunschweig. Promotion 1963 in Organischer Chemie an der TU Braunschweig. Von 1964 bis 1966 war er Postdoktorand in Stanford, California, USA am Syntex Institute for Molecular Biology. 1966 ging er für zwei Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland/USA. 1969 Habilitation an der Universität Erlangen. Bis 1974 war er dort am Institut für Mikrobiologie als Privatdozent für Molekulargenetik tätig. 1974 wurde Schmitt Ordinarius für Genetik an der Universität Regensburg (bis 2004). Als Prorektor schloss er internationale Partnerschaften mit der Washington University (St. Louis, USA), der Karls-Universität (Prag), der Kanazawa Universität (Japan) und der Lomonossow-Universität (Moskau). Schmitt war Gastwissenschaftler an den Universitäten Genf, Edinburgh, Bristol, der Washington University (St. Louis) und der Harvard University. Als UNESCO Invited Lecturer hielt er 1987 Vorlesungen am Institute of Nutritional Resources in Beijing, China.