Hauptauflegung des Heiligen Erhard hilft gegen Augenleiden!

09.01.2018

Es ist eine Besonderheit des Bistums Regensburg, dass am 8. Januar, dem Gedenktag des Heiligen Erhard, den Gläubigen die Reliquie des Heiligen Erhard „aufgelegt“ wird. Das Haupt des Heiligen Erhard wird seit der merowingischen Zeit in einem Schrein an der Nordseite der Niedermünsterkirche aufbewahrt. Zahlreiche Gläubige waren zum Fest des Heiligen Erhard in die Niedermünsterkirche gekommen und ließen sich nach der Pontifikalmesse, die Bischof Rudolf Voderholzer zusammen mit Weihbischof Reinhard Pappenberger, Weihbischof Joseph Graf, Domkapitular Franz Frühmorgen, Domkapitular Thomas Pinzer, Generalvikar Michel Fuchs, Domvikar Georg Schwager, Domkapitular in Ruhe Herrmann Hierold, Stadtdekan Roman Gerl sowie Domvikar Harald Scharf und Diakon Ulrich Wabra zelebrierte, das Haupt des Heiligen Erhard auflegen.

Andere mit Feuer des Glaubens anstecken

In seiner Predigt rief Bischof Rudolf Voderholzer zur Missionierung auf und zitierte dabei aus dem Werk „Mission Manifest“ von Bernhard Meuser, Johannes Hartl und Karl Wallner. Die Kirche müsse missionarisch tätig sein und die Heilsbotschaft weitergeben. Allerdings räumte der Bischof ein, dass die Missionierung in einer zunehmend säkularisierten Welt immer schwieriger werde. Das Umfeld, sagte er, sei mit dem Glauben vertraut, sei dessen jedoch müde. Dennoch dürfe man, ebenso wie der Heilige Erhard, nicht davon ablassen, das Feuer des Glaubens und damit das Licht weiter zu geben. „Wir müssen das Feuer des Glaubens aufgreifen und andere damit anstecken. Wenn wir dies nicht tun, werden die Kirchen zu Museen“, sagte der Bischof. Es gelte, die Erinnerung an die eigene Taufe wieder aufzufrischen und dankbar zu sein für das Licht. Neuer missionarischer Geist müsse erwachen „für uns und unsere ganze Kirche“.

 

Der heilige Erhard

Der heilige Erhard ist einer der Patrone des Bistums Regensburg. Er war Bischof in Regensburg ab dem Jahr 680 oder 690. Seinerzeit war er aus Frankreich in die Region Regensburg gekommen, um hier missionarisch tätig zu sein. Er gilt als Wegbereiter des christlichen Glaubens in Bayern. Der Legende nach hat er die blind geborene elsässische Herzogstochter Odilia durch die Taufe von der Blindheit geheilt. Der Heilige Erhard wirkte in Regensburg noch vor der kanonischen Einrichtung des Bistums Regensburg am Hofe der Agilolfingerherzöge. Sein Tod wird auf das Jahr 717 datiert, er starb in Regensburg. Seitdem liegt sein Grab an der Nordmauer der Niedermünsterkirche. Sein Haupt ist als Reliquie gefasst. Der Heilige Erhard gilt als Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden. Er ist der Schutzpatron der Schumacher.