Jungen Menschen bieten, was sie fürs Leben brauchen – Die Mädchenrealschule Niedermünster fördert Talente und Persönlichkeiten

02.05.2017

Wo es in den Wochen der Schulzeit morgens und mittags und dann auch nachmittags von allen Seiten strömt, wo Mädchen und Jugendliche in den prägenden Jahren ihres Lebens die Straßen rund um den Alten Kornmarkt in
Regensburg beleben – die einen ausgelassen, die anderen still – , da ist es nicht weit zur Mädchenrealschule Niedermünster. Zentral gelegen und doch eher im Hintergrund, nicht aufdringlich, aber stilvoll erhebt sich
das Schulgebäude, von dem der gerade Blick über die Maximilianstraße bis zum Hauptbahnhof, Zeichen für die weite Welt, reicht. Der schlanke Turm der Schule, der im Umfeld historischer Kirchtürme dem Prinzip der
Bildung sichtbar Geltung verschafft, ist in den vielseitigen Komplex des Gebäudes integriert, und doch ist er herausragend. „Der christlichen Jugend“ ist über dem Eingang in Latein zu lesen: „Iuventuti christianae“; verschiedene Elemente des Jugendstils sind an diesem besonderen Bauwerk abzulesen. Die innere Spannung des Kunststils an der Wende zum 20. Jahrhundert, handwerkliches Geschick mit künstlerischer Ästhetik, Praxis und Theorie, zu verbinden, gibt dem Ensemble ein menschenfreundliches, offenes, ja: auch neugierig machendes Gepräge.

Bestnoten für die Niedermünsterrealschule

In der Mädchenrealschule Niedermünster der Armen Schulschwestern, gleich neben der Niedermünsterkirche in Regensburg, werden rund 320 junge Menschen in zwölf Klassen unterrichtet. Erst im vergangenen Jahr hat die renommierte Einrichtung vom Katholischen Schulwerk Bayern als besondere Auszeichnung die Bestnote erhalten: das Zertifikat für nachhaltige Schulentwicklung. Das Schulwerk vertritt 169 Schulen im ganzen Freistaat, und die Verantwortlichen haben den „Niedermünsterinnen“ ein „gutes Klima unter den Lehrern“ und die „bestmögliche Ausbildung für die Schülerinnen“ bescheinigt. Das betrifft auch die spirituellen und liturgischen Angebote für die jungen Menschen, die sich von sich aus sehr positiv über ihre Schule äußern.

Jede wird in den Blick genommen

Zwischenzeitlich sind wir in der modernen Sporthalle am Donaumarkt angekommen, wo Anstöße gegeben werden, um in vielerlei Hinsicht am Ball zu bleiben. „Ich mag das ganz gern, wenn wir gemeinsam spielen, weil man da sieht, wie die Klassengemeinschaft zusammenhält“, weiß Schülerin Lea, die das auch begründen kann: „Lehrer, Schüler und Eltern kennen sich gut und stehen miteinander in engem Kontakt. Bei uns sind die Klassen klein, und jede von uns kann individuell in den Blick genommen werden.“ Die 16 Jahre alte Lisa unterstützt das: „Es ist halt eine sehr persönliche Schule, jeder Lehrer kennt einen und weiß auch, wo man Stärken und Schwächen hat, und kann einem dementsprechend helfen.“ Dass im Unterricht und weit darüber hinaus geschaut wird, dass jede Schülerin mitkommt, findet Lisa sympathisch: „Das gefällt mir sehr gut.“ Viele der Mädchen bleiben nach Schulschluss in der offenen Ganztagsschule. Nach dem gemeinsamen Gebet gibt es Essen. Anschließend wartet auf jeden, der Lust hat, noch ein buntes Programm in der Turnhalle. Einige Schülerinnen treffen sich, um gemeinsam Musik zu machen. „Ich habe Spaß am Singen und dass man hier zusammenkommen kann, um Musik zu machen, finde ich toll“, weiß eine andere Jugendliche.

„Was uns ausmacht, ist die Atmosphäre“ – In der Trägerschaft der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

„Die Schule verfolgt das Ziel, neben der Vermittlung von soliden Kenntnissen die ganzheitliche Entwicklung der Schülerinnen zu fördern.“ So lautet die Selbstdarstellung auf der Homepage der Bildungsinstitution. Das christliche Welt- und Menschenbild ist demnach die Grundlage der Erziehungsarbeit, die zur Übernahme von sozialer Verantwortung ermutigen und zu sinnvoller Lebensgestaltung führen möchte. Die Mädchenrealschule ist staatlich anerkannt und liegt, den öffentlichen Schulen gleichgestellt, in der Trägerschaft der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau. Die Zeugnisse verleihen dieselben Berechtigungen wie die der öffentlichen Schulen. Schwester Rita Zirngibl leitet das pädagogische Institut. Die Oberpfälzerin sagt: „Was uns ausmacht, ist die Atmosphäre. Wir sind eine überschaubare Schule, sozusagen ein familiärer Betrieb. Jede Schülerin fühlt sich ernst- und angenommen.“ Die Maxime, nach der wir handeln, lautet „Lebendig in Tradition“, führt die Ordensfrau weiter aus: „Unsere Schule gibt es schon lange. Wir wurden 1854 von unserer Ordensgründerin, Mutter Theresia Gerhardinger, gegründet.“

Man wolle nicht in der Vergangenheit stehen bleiben, so Schwester Rita fortfahrend: „Unsere Gründerin war der Zeit voraus und hat sehr viel für das bayerische Schulsystem getan. Nicht umsonst findet sich ihre Büste in der Walhalla.“ Die Schulleiterin fasst zusammen: „Wir möchten unseren Mädchen bieten, was sie heute für das Leben brauchen.“ Sie sollen leben und lernen können – und sich entfalten, indem sie ihre Talente entdecken. Es gibt hier übrigens katholische und evangelische Schülerinnen, die parallel ihren Religionsunterricht besuchen. Auch nicht-getaufte Mädchen gehen in die Schule. Ethik-Unterricht wird nicht angeboten. Über die Auszeichnung mit der Bestätigung der nachhaltigen Schulentwicklung im vergangenen Jahr hat sich Schwester Rita sehr gefreut. „Das bestätigt unser Motto ,Lebendig in Tradition‘: dass wir nicht stehen bleiben, dass wir den Anforderungen in der heutigen Zeit gut entsprechen.“ Für ihre Schülerinnen möchten die Schwestern zusammen mit allen Lehrkräften das Beste geben. Die Schulleiterin versichert: „Es ist unser Ziel, dass die Mädchen als Persönlichkeiten gefördert werden.“

In diesen Tagen des beginnenden Mai besteht die Möglichkeit der Einschreibung an der Schule. Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Homepage der Niedermünsterrealschule.