Mallersdorf: Segen für Haus und Kapelle der Indischen Schwestern durch Bischof Rudolf Voderholzer

12.09.2017

Eine ganz besonders seltene und würdige Feier fand am Samstag in Mallersdorf statt. Bischof Rudolf Voderholzer war gekommen, um das Haus mit Kapelle für die indischen Schwestern der Kongregation der Unbefleckten Empfängnis Mariens zu segnen. Alle von ihnen arbeiten als Krankenschwestern im Kreiskrankenhaus Mallersdorf und haben in einem einfachen Einfamilienhaus in der Superior-von-der-Sitt-Straße ihre neue Heimat gefunden.

So bezeichnete es der Diözesanbischof als einen Festtag, wenn ein Haus den kirchlichen Segen erhält. Die Feier selbst war von Herzlichkeit und vielen guten Wünschen geprägt. Und die indischen Schwestern Arockla Mary, Nancy Sekaran und Renista Luschington ließen die Gäste an ihren Bräuchen in der Heimat teilnehmen. Bischof Rudolf freute sich über diese zweite, die "kleine" Mallersdorfer Schwesterngemeinschaft und dankte P. Michael Raj für sein Engagement in der Vermittlung der Schwestern. Er wirke mit seinem "charmanten niederbayrisch" segensreich als Ortspfarrer von Mallersdorf und helfe auch den Schwestern sich zu integrieren. In Indien konnten sich die Krankenschwestern ihrem Beruf nicht widmen, aber hier in Deutschland seien sie als Fachkräfte sehr gefragt und auch geschätzt. Ihr Heim hätten die Schwestern schön eingerichtet und als Mittelpunkt eine Kapelle geschaffen, in deren Mitte nun im Tabernakel Jesus Christus gegenwärtig sei.

 

Bischof Rudolf: Der Segen Gottes ist Grundlage für ein gutes Miteinander einer Hausgemeinschaft

Bischof Voderholzer erinnerte, dass man sich gegen Schäden jeglicher Art versichern könne und ein Blitzableiter das Haus schütze. All dies ersetze aber nicht den behutsamen Umgang mit dem Haus und das gute Miteinander einer Hausgemeinschaft. Damit der Geist Gottes lebendig im Haus wirke, gehöre der Segen Gottes dazu. "Die Liebe Gottes möge ausstrahlen in Arbeit und Alltag" betonte der Bischof. Beim Segensgebet bat er um die Gegenwart Gottes im Haus und in den Herzen der Menschen bevor er die Räume mit Weihwasser segnete und mit Weihrauch inzensierte.

"Alle Menschen, die mit uns in Berührung kommen, sollen ein Baustein unserer Mission werden" sagte Hausoberin Sr. Arockia Mary. Ihre kleine Schwesterngemeinschaft sei dankbar für die Menschen, die mittlerweile zu ihrem Leben gehören und auf vielfältige Weise Unterstützung und Verbundenheit gezeigt haben. Sie freute sich auch, dass Mitschwestern aus den Ordensniederlassungen in Nussloch bei Heidelberg und aus Italien gekommen waren. Eine besondere Ehre wurde anschließend Bischof Rudolf Voderholzer, Landrat Josef Laumer, Bürgermeister Karl Wellenhofer und dem Chef der indischen Schwestern, Klinikleiter Robert Betz zuteil: sie erhielten jeweils eine gold-rote Stola umgehängt.

Der Orden der Unbefleckten Empfängnis Mariens - nahe bei den Menschen

Sr. Renista erläuterte die Ursprünge des Ordens der Unbefleckten Empfängnis Mariens, der im Februar 1899 in einem südindischen Dorf gegründet wurde. Zunächst hätten sich die Ordensschwestern der Gemeindearbeit gewidmet und gemeinsam habe man 1911 das Mutterhaus in Madurai erbaut. Derzeit gehören 800 Schwestern der Gemeinschaft an, die nicht nur in Süd- und Nordindien, sondern auch in Südafrika, in Gambia, Italien, Sri Lanka und seit einigen Jahren auch in Deutschland wirken. Ein Schwerpunkt sei neben der Bildung auch die medizinische Versorgung, der soziale Bereich und die pastorale Arbeit. In ihren Grußworten sprachen Landrat Josef Laumer sowie Bürgermeister Karl Wellenhofer ihren Dank für die Bereitschaft zum Helfen an die Schwestern aus. Es sei bestimmt kein alltäglicher Tag, wenn eine Niederlassung eines Ordens den bischöflichen Segen erhält. Klinikleiter Betz begründete die Einstellung indischer Krankenschwestern durch den Pflegenotstand und lobte die liebevolle Zuwendung und die Fachkompetenz. Abgeschlossen wurde die Feierstunde mit einer Ansprache von Sr. Nancy, die zuallererst dem Herrgott dankte für diesen "wunderbaren Tag". Vom ersten Tag an hätten sich die Schwestern wohlgefühlt in Mallersdorf und man sei sehr froh und dankbar für die neue Bleibe, die immer auch Wohnstatt Gottes sein solle.