Räume der Begegnung schaffen – Zukunftsperspektiven orthodox-katholischer Freundschaft in Regensburg

26.01.2016

Wenn wir heute von Ökumene sprechen, so denkt man meistens an das Zusammenwirken der katholischen und evangelischen Konfession. Doch ein dritter Part darf nicht vergessen werden: die orthodoxe Christenheit, die mit der katholischen Kirche eine lange Tradition teilt. Ganz wesentlich gefördert wurde diese Freundschaft in Regensburg. Kurze Zeit nach Abschluss des II. Vatikanischen Konzils ist Bischof Rudolf Graber von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Kontaktnahme zu den orthodoxen Kirchen beauftragt worden, sodass die Prälaten Albert Rauch und Klaus Wyrwoll eine ökumenische Initiative ins Leben riefen, die bald unter dem Namen „Ostkirchliches Institut Regensburg“ bekannt wurde. Nach dem überraschenden Tod des Apostolischen Protonotars Dr. Albert Rauch vergangenen Jahres hat Bischof Voderholzer eine Neukonzeption des Instituts in die Wege geleitet. Bei der Jahresgedenkfeier sprach deshalb der designierte Direktor, Pater Dr. Dietmar Schon OP, über die lange Geschichte und mögliche Zukunftsperspektiven des orthodox-katholischen Zusammenwirkens.

Am 23. und 24. September 2016 wird Bischof Voderholzer im Rahmen eines Symposiums mit dem Thema „Dialog 2.0 – Braucht der orthodox-katholische Dialog neue Impulse?“ das „Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg“ offiziell errichten. Das Institut wird gemeinsam mit den anderen Regensburger Instituten, dem Liturgischen und Marianischen Institut sowie dem Institut Papst Benedikt XVI., unter dem Dach des Akademischen Forums Albertus Magnus stehen. 

 

Pater Dr. Schon: eine Erfolgsgeschichte weiterführen

Einen Raum für eine traditionsübergreifende Kommunikation zu schaffen, ist dem sogenannten Ostkirchlichen Institut gelungen. „Es entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte“, erklärte Pater Dr. Dietmar Schon OP im Rahmen der Gedenkveranstaltung für Albert Rauch. In seinem Vortrag zum Thema „Gemeinsame Geschichte – gemeinsame Zukunft? Zusammenarbeit als Perspektive einer orthodox-katholischen Annäherung“ zeigte er die Verdienste Rauchs auf und blickte voraus auf mögliche Zukunftswege des neu zu errichtenden Ostkircheninstituts. Es soll ein Angebot sein, das eine traditionsübergreifende Kommunikation zweier gleichberechtigter Partner ermöglicht. Dabei will es zwei Ausgangspunkte vereinen: eine akademische und eine ökumenische Schiene. Es soll also zum einen den Einsichten der Ostkirchenkunde ein Forum geboten werden. Zum andern soll besonders Vernetzung und Austausch ermöglicht werden.