Seid Licht! – Osternacht 2016 mit Erwachsenentaufe

27.03.2016

Es ist ein Weg vom Dunkel ins Licht, vom Kreuz zur Auferstehung: allein mit der Flamme der Osterkerze, die vor der Kathedrale bezeichnet und am gesegneten Osterfeuer entzündet worden war, zog Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit dem Domkapitel, der Seminargemeinschaft und den Domspatzen in die vollkommen dunkle Kathedrale ein. Die Flamme, die sich zunächst gegen den Wind auf dem Domplatz durchsetzen musste, loderte bald hell und wurde immer weiter unter den Gläubigen verteilt. Dies gipfelte schließlich in der Erleuchtung des Doms, begleitet vom imposanten Gloria, das die seit dem Gründonnerstagabend herrschende Stille beendete, und dem Osterhalleluja. Christus ist wahrhaft auferstanden!

Für acht Frauen und Männer war diese Nacht ein Osterfest, an das sie sich ein Leben lang erinnern werden. Sie haben bewusst eine Entscheidung getroffen und ihr „Ja“ zum Christ-Sein gegeben. In der Osternacht empfingen sie Taufe und Firmung und wurden zum ersten Mal zum Tisch des Herrn geführt. So sind sie in dieser Nacht zu ganz besonderen Lichtträgern geworden. Nicht nur durch die brennende Taufkerze trugen sie die Flamme hinaus; durch ihr Zeugnis sind sie selbst Licht für die Welt. 

Eine unglaubliche Botschaft, die ein Zeugnis verlangt

Vor dem Hintergrund der eindrucksreichen Liturgie ist das Evangelium der Auferstehungsfeier gleichsam verhalten. Die Frauen, die sich mit Salben zu Jesu Grab aufgemacht hatten, kehrten mit einer unglaublichen Botschaft zurück: das Grab war leer. Petrus und die übrigen Apostel aber waren voller Verwunderung, „hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht“ (Lk, 24,11).

Doch auch das gehört zur Osterbotschaft, betonte Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt. Die Auferstehung ist gerade nicht ein Phantasiegebilde oder ein Wunschdenken der Jünger. Diese unglaubliche Botschaft muss sich vielmehr geradezu durchsetzen gegen das Nichtverstehenkönnen.

Deshalb sei die Entscheidung der acht Katechumenen für Christus, die auch bei den als Kind getauften Christen immer wieder der Erneuerung bedarf, ein herausragendes Zeugnis, das das große Geschenk der Taufe bewusst mache. Wer getauft ist, ist qualifiziertes Kind Gottes. Der Christ ruft Gott im Vaterunser an und drückt damit stets den gemeinsamen, weltweit verbundenen Glauben aus. Die acht Taufbewerber aus sechs Nationen und von drei Kontinenten geben ein wunderbares Bild dafür. Als Brüder und Schwestern werden die Neugetauften in eine Familie eingegliedert, in der es keine Fremden gibt. Ihr geistlicher Familienname ist von nun an „Christ“. 

Licht für die Welt

Nachdem die Taufbewerber vor den Bischof getreten waren, wurden die Heiligen der Kirche angerufen. Die Bewerber legten ihr Taufversprechen ab, empfingen aus den Händen von Bischof Rudolf die Taufe und die Firmung. Anschließend erneuerte die ganze Gemeinde ihr Taufversprechen und bekräftigte dies mit dem Lied „Fest soll mein Taufbund immer stehen“. Die neuen Christen dürfen nun Salz der Erde sein und Licht für die Welt.

 

Sich taufen lassen – warum?

Im Anschluss an die Feier der Osternacht begegnete der Regensburger Bischof den Neugetauften, überbrachte ihnen seine herzlichsten Glückwünsche und überreichte die Taufurkunden.

Ragip Morina: „Es war wirklich etwas Besonderes, mich hier im Dom taufen zu lassen, besonders die Feierlichkeit. Ich habe mich begeistert gefühlt.“ Die Taufe war für ihn auch ein Schritt in ein christliches Familienleben. Seine Lebensgefährtin, die er im kommenden Sommer heiraten möchte, ist bereits katholisch. Ähnliches erzählt Mirijam Ullah. Sie wünscht es sich, einmal kirchlich zu heiraten und ihre Kinder im christlichen Glauben zu erziehen. Für Sabine Czerny war besonders die Konfrontation mit dem Tod ausschlaggebend. Auf der Intensivstation hatte sie den Vater ihres Partners bis zum letzten Atemzug begleitet. Die Taufe war für sie eine Möglichkeit, die Vergangenheit zu verarbeiten und Frieden zu schließen.

 

Weitere Eindrücke von der Osternacht in Bildern.