„Sie sind die ersten Missionare für ihre Kinder“ - Bischof Rudolf Voderholzer besucht Pfarreien Lam und Lohberg – Begegnung am Jakobsbrunnen

06.03.2018
Zum Pontifikalamt säumen zahleiche Ministranten den Altarraum - und in seiner Predigt erklärte Bischof Rudolf den Kindern das Evangelium.

Ganze 27 Jahre musste die Pfarrgemeinden Lam und Lohberg (Landkreis Cham) auf einen Besuch des Bischofs samt Pontifikalamt warten. Umso größer war die Freude am dritten Fastensonntag, als Bischof Rudolf Voderholzer im verschneiten Lam aus dem Auto stieg. Im Pfarrhof bereiteten ihm zahleiche Vereinsabordnungen, Gläubige und Kinder gemeinsam mit Pfarrer Ambros Trummer einen herzlichen Empfang. Nach einem Willkommensständchen der kleinsten Gemeindemitglieder, ging es dann auch schon in die benachbarte Pfarrkirche St. Ulrich, die die vielen Gläubigen gar nicht fassen konnte.

„Wir freuen uns sehr darüber, wieder einen Bischof bei uns in der Pfarrei Lam und Lohberg begrüßen zu dürfen. Zuletzt war Bischof Manfred Müller 1991 bei uns zu Gast, nach der Renovierung der Kirche“, freut sich Pfarrer Ambros Trummer über den hohen Besuch aus Regensburg. Es sei an der Zeit, dass Bischof Voderholzer die beiden Gemeinden kennenlerne, „die wunderschöne Natur im Lamer Winkel und natürlich die Menschen hier“. Hierin bestätigte Bischof Rudolf Voderholzer seinen Vorredner. Wunderschön und so herzlich sei der Empfang durch die Pfarrgemeinde, die Vereine und die Kinder gewesen, die so schön gesungen hätten.

 

"Jesus können wir auch hier in Lam begegnen"

Bevor Pfarrer Trummer die Lesung aus dem Johannesevangelium über die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen vortrug, hatte der Bischof eine Bitte an alle Kinder: „Ihr müsst gut aufpassen und mir später sagen, zu welcher Uhrzeit die Samariterin Jesu am Jakobsbrunnen trifft.“ Und weil das Evangelium recht lange sei, bat er nicht nur die Kinder, sondern alle Gottesdienstbesucher sich zu setzen, um so besser zuhören zu können.

Nach dem Evangelium wollte der Bischof dann von den Kindern wissen, wann die Samariterin nun Jesus am Jakobsbrunnen getroffen habe? „Zur sechsten Stunde“, sagen die Kinder im Chor. „Ja aber was ist denn die sechste Stunde“, fragt der Bischof. Da waren sich die Lamer Kinder nicht mehr so sicher, ob das nun 6 Uhr morgens oder vielleicht doch abends sei. Doch der Bischof weiß Rat: „Mit der sechsten Stunde ist die sechste Stunde nach Sonnenaufgang gemeint, also 12 Uhr.“ Am Mittag sei es am Jakobsbrunnen so heiß, dass dort normalerweise niemand anzutreffen sei. Das wusste auch die Samariterin, die niemanden treffen wollte. „Doch Jesus wollte genau diese Frau treffen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist. Er kommt ihr auf dieser Suche in der Mittagshitze entgegen“, erklärt der Bischof das Evangelium nach Johannes. Jesus gibt sich der Samariterin als Messias zu erkennen und die Frau spürt sofort, dass jemand ihre Sehnsucht, ihre Not erkennt.

Den Ministranten aus Lam gratulierte Bischof Voderholzer zum Gewinn des Wolfgangscups, den sie einen Tag vorher in Amberg erfolgreich verteidigt hatten.

„Dieses Evangelium hören wir am dritten Fastensonntag, weil es uns auf die Osternacht vorbereiten soll. Dort erneuern wir unser Taufgelübde und begegnen Jesus. Wir dürfen uns vorstellen, dass der Jakobsbrunnen auch in der Sankt Ulrichskirche in Lam steht und wir hier Jesus begegnen können“, sagt Bischof Rudolf Voderholzer.

Damit diese Begegnung stattfinden könne, seien so viele Menschen verantwortlich, denen der Bischof für ihr Engagement dankte. „Alle, die ihren Dienst in der Kirche verrichten, müssen zusammenhelfen, damit die Gottesdienstbesucher nicht auf die Uhr schauen, wie lange es noch dauert, sondern sich denken – hoffentlich dauert es noch ein Weilchen. Herr Pfarrer, kommt das manchmal vor in ihrem Gottesdienst?“, fragt der Bischof Pfarrer Ambros Trummer. Dieser nickte überschwänglich, was die Gottesdienstbesucher mit Gelächter kommentierten.

 

Ohne Familie keine Glaubensweitergabe

Die wichtigsten Menschen, die für eine aktive Begegnung innerhalb der Gottesmauern sorgen würden, wären Eltern und Großeltern. „Sie sind die ersten Missionare im Leben ihrer Kinder. Ein großes Dankeschön, dass sie den Kindern ihre erste Begegnung am Jakobsbrunnen ermöglichen“, sagte Voderholzer und beschloss damit seine Predigt.

Nach dem Gottesdienst ging es für alle Interessierten ins Pfarrheim, wo sie mit dem Bischof ins Gespräch kommen konnten. Dieser trug sich auf Wunsch von Bürgermeister Paul Rossberger noch in das Goldene Buch der Marktgemeinde Lam ein. Einen großen Wunsch erfüllte Bischof Rudolf Voderholzer auch den Ministranten aus der Pfarrei: Nachdem die Buben erste einen Tag zuvor den Wolfgangscup im Fußball aller Ministranten-Fußball-Gruppen in der Diözese Regensburg gewonnen hatten, gab es ein Erinnerungsfoto mit Bischof und gewonnenen Pokal, der das zweite mal in Folge in den Lamer Winkel ging. Nach dem Mittagessen fuhr der Bischof weiter zu einer Kindersegnung in Lohberg.

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