Silvestermesse im Hohen Dom St. Peter

02.01.2018

Bischof Rudolf Voderholzer zelebrierte zusammen mit dem Domkapitel und Weihbischof Joseph Graf die Jahresabschlussmesse im Hohen Dom St. Peter. Die Reihen waren dicht gefüllt mit Gläubigen, die das Jahr mit einer Messe beschließen wollten. Der Ferienchor der Regensburger Domspatzen gestaltete die Messe unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Roland Büchner und Domorganist Professor Franz-Josef Stoiber an der Orgel musikalisch.

 

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Der Blick zurück auf das vergangene Jahr fiel bei Bischof Rudolf vor allem im Hinblick auf ein Thema nicht gut aus. Da Silvester in diesem Jahr auf das Fest der Heiligen Familie viel, befasste sich der Bischof in seiner Predigt mit dem Thema Familie und Ehe. Dabei kritisierte er die rechtliche Gleichstellung der Ehe nach biblischem Vorbild mit anderen Lebensgemeinschaften. "Für die christliche Familie war 2017 in Deutschland kein gutes Jahr. Am 30. Juni wurde die in undenkliche Zeiten zurückreichende und für die Zukunftssicherung unseres Gemeinwesens unverzichtbare und vom Grundgesetz ausdrücklich geschützte Institution Ehe terminologisch ausgehöhlt und sachlich nivelliert und dies mit unabsehbaren Folgen", sagte der Bischof. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei in dieser Frage der Forderung der SPD nachgekommen, doch es sei ihr nicht gedankt worden. "Wir haben bis jetzt noch keine Bundesregierung", sagte der Bischof.
Zudem suggeriere die Gleichstellung der christlichen Ehe mit anderen Lebenspartnerschaften auch sonst Gleichheit. Dies führe dazu, dass sich die Christen, sagte der Bischof, heimatlos fühlten, zumal damit auch dem Grundgesetz widersprochen werde.

Gott hat die Lust und die Freude an den Menschen noch nicht verloren

Starke Kritik übte der Bischof vor allem aus der daraus folgenden Instrumentalisierung der Kinder, denn nun hieße es, jeder habe ein "Recht auf ein Kind". Damit werde ein Kind zum Produkt gemacht und seiner Menschenwürde beraubt. Die Ehe zwischen Mann und Frau sei der einzige Ort, um Leben weiterzugeben, denn werde die Schöpfermacht Gottes sichtbar, der sich der Liebe bediene, um die Gabe eines Kindes zu verschenken. Jedes neugeborene Kind sei ein Zeichen dafür, dass Gott die Lust und die Freude an den Menschen noch nicht verloren habe.
Der Bischof appellierte an die Verantwortlichen, Familie und die Ehe zwischen Mann und Frau stärker zu fördern und zu unterstützen. In der Frage der Anerkennung andere Lebenspartnerschaften als die der Ehe zwischen Mann und Frau, habe es auch in der Annäherung der beiden Konfessionen einen "Wermutstropfen" gegeben. "In dieser Frage sprechen wir nicht mit einer Zunge", sagte der Bischof. Er kündigte an, dem Sakrament der Ehe in Zukunft noch mehr Stärkung und Förderung beizumessen. Auch nach der Vermählung sollte den jungverheirateten Paaren geholfen werden. All jenen, die sich im Bistum Regensburg um die Ehevorbereitung kümmerten, sprach der Bischof seinen Dank aus. Am Ende der Messe wurde das Allerheiligste ausgesetzt und in einer eucharistischen Prozession durch den Dom getragen.