Stellungnahme zur sogenannten „Ehe für alle“

28.06.2017
© iStock.com/prill

von Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg

Aller Voraussicht nach wird dem Bundestag am kommenden Freitag, 30. Juni, ein Gesetzentwurf zur Abstimmung vorgelegt, der homosexuelle Partnerschaften in allem mit der Ehe gleichstellt.

Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, bedeutete dies die Abkehr von einer in der Menschheitserfahrung seit unvordenklichen Zeiten hochgehaltenen und vom Grundgesetz ausdrücklich geschützten Institution: vom Verständnis von "Ehe" als dauerhafter Gemeinschaft von Mann und Frau, offen auf Nachkommenschaft und als einziger Ort, an dem Menschen auf natürliche Weise gezeugt und zur Welt gebracht werden.

Niemand wird diskriminiert, wenn die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau als der Ort der Zukunftseröffnung einer Gesellschaft privilegiert und besonders geschützt wird.

Das Gesetz ginge nur einen kleinen Personenkreis unmittelbar an. Mittelbar aber betrifft es die ganze Gesellschaft. Gesetze sind immer auch norm- und bewusstseinsbildend. Ich bin daher überzeugt, dass wir der heranwachsenden Generation einen besseren Dienst erweisen, wenn wir ihr die Ehe weiterhin als besonders geschützte Gemeinschaft von Mann und Frau und damit als Orientierungspunkt und Wegweiser zu einem gelingenden Leben gerade auch im Dienst an der Zukunft der Gesellschaft vor Augen stellen.

Angesichts der schon lange besorgniserregenden demographischen Entwicklung in unserem Land verdienten anstelle der geforderten Gleichstellung vielmehr die Förderung von Ehe und Familie im Sinne des Grundgesetzes alle Kraft und Phantasie der politisch Verantwortlichen.

Ich appelliere an alle Abgeordneten, im Falle einer Abstimmung ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und an der vom Grundgesetz besonders geschützten Ehe als einer Verbindung von einem Mann und einer Frau festzuhalten.

 

Mit diesem Brief wendet sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an die Bundstagsabgeordneten seines Bistums.

Bischof Rudolf Voderholzer ruft auf, aktiv zu werden

Die Ehe ist - nicht nur aus christlicher Überzeugung - die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben. Diese steht unter dem besonderen Schutz der Verfassung. Durch die "Ehe für alle" wäre dieser besondere Schutz nicht mehr gewährleistet.

Bischof Rudolf Voderholzer ruft deshalb dazu auf, eine Protestmail an die Abgeordneten zu schicken und die untenstehende Petition zu unterstützen.

Wichtig ist, schnell aktiv zu werden, da die Abstimmung bereits am Freitag stattfinden soll.

Hier kommen Sie zu einem Musterbrief an die Abgeordneten (mit Mailadressen) und zur richtigen Seite, um die Petition zu unterschreiben.

Generationenblind und unfruchtbar: Partnerschaft ist nicht Ehe

Die Absicht der Bundestagsfraktionen der SPD, der Grünen und der Linken, den Begriff der Ehe auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu übertragen, verletzt unser Grundgesetz und die Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft. Die Fraktion von CDU/CSU, die ihren Widerstand gegen eine solche Absicht aus anscheinend populistischen und wahltaktischen Erwägungen preisgibt, trifft eine massive Fehlentscheidung.


Lesen Sie hier den Text von Clemens Neck, Pressesprecher des Bistums Regensburg

in Anlehnung an einen Text von Professor Manfred Spieker

"Ehe für alle"? Nein danke!

"Ehe" wirklich "für alle"?

Lesen Sie die Argumentationshilfe von Msgr. Michael Fuchs, Generalvikar des Bistums Regensburg.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich ebenfalls zur Debatte um die "Ehe für alle" geäußert.

Online Welt wieder einblenden

Onlinewelt öffnen
Onlinewelt schließen