Thomas Pinzer: Kolping war seiner Zeit um 100 Jahre voraus

19.06.2017

„Treu Kolping“ sagte Siegfried Schweiger, nachdem ihm Kolping-Bezirksvorsitzender Herbert Lorenz zum 50-jährigen Priesterjubiläum gratuliert hatte, „Treu Kolping“ antworteten die 250 Kolpingbrüder und Kolpingschwestern, die am Montagabend anlässlich der Wolfgangswoche nach St. Emmeram gekommen waren. Schweiger hatte 30 Jahre lang als Bezirkspräses gewirkt.
Vor dem herzlichen Glückwunsch stand Domkapitular Thomas Pinzer dem Gottesdienst als Hauptzelebrant vor und sagte in der Predigt: „Adolph Kolping war seiner Zeit um 100 Jahre voraus!“ Kolping hatte nämlich erkannt, dass Glaube und Welt nicht getrennt werden können, und schon zu seiner Zeit gehandelt getreu dem Beginn der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, die mit den Worten anhebt: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

 

Papst Franziskus: alle Mauern niederreißen!

T. Pinzer zitierte aus einem Gebet von Papst Franziskus, das lautet: „So werden wir jeden Pfad beschreiten, auf allen Wegen pilgern, alle Mauern niederreißen und jede Grenze überwinden, wenn wir zu den Peripherien hinausgehen (…).“ Der Domkapitular stellte fest, dass dies „zu Adolph Kolping passt“. Dem sei es darum gegangen, das Reich Gottes schon hier auf Erden aufzubauen, nicht nur zu predigen, sondern die Not zu lindern – er war nämlich „entsetzt“ angesichts der Not der Gesellen, die er gesehen hatte. Diese soziale Frage, die den seligen Adolph Kolping umgetrieben hat, sie treibe auch heute noch um. Im Namen von Bischof Rudolf Voderholzer dankte der Domkapitular, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat, den Mitgliedern der Kolpingsfamilien. Der Regensburger Bischof betone wiederholt, so Msgr. Pinzer, wie wichtig Menschen sind, die unsere Welt im Sinne des Evangeliums – und Kolpings! – gestalten wollen.

 

Wohnzimmer und Familie werden geboten

Lebensnah hatte der Domkapitular, der übrigens selbst in der Kolpingfamilie geprägt worden ist, zunächst den Bogen zum marianischen Motto der diesjährigen Wolfgangswoche geschlagen: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,6). Er erinnerte an Maria, die Schutzpatronin Bayerns, die Schutz gibt. Und viele Menschen suchten diesen Schutz. Ähnlich bietet das Werk Kolpings den Menschen ein „Wohnzimmer und eine Familie“, sagte Domkapitular Pinzer. Das sei „ein Ort, an dem man sein kann, wie man ist“.
Es konzelebrierte der frühere Bezirkspräses Siegfried Schweiger, der geehrt wurde, und es assistierte Diakon Ulrich Wabra, der Stellvertretende Bezirkspräses. Nach der Feier der Messe in der Basilika, die nicht zuletzt von der Präsenz der Bannerträger geprägt war, gab es bei lauester Abendstimmung Verköstigung im Emmeramsgarten. Und viele gute Gespräche.