John Newman

Kardinal John Henry Newman wurde heiliggesprochen

Der englische Kardinal John Henry Newman wurde am 13. Oktober 2019 von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Newman, der im 19. Jahrhundert lebte und wirkte, war zunächst ein Priester der anglikanischen Church of England. 1845 nahm er den katholischen Glauben an und wurde nach weiteren theologischen Studien 1847 in Rom zum katholischen Priester geweiht. Aufgrund seiner Konversion schlugen ihm Misstrauen und Anfeindungen von katholischer und anglikanischer Seite entgegen. Die einen hielten ihn für einen subversiven Protestanten; für die anderen war er ein Abtrünniger. Dennoch machte sich Newman mit seinen theologischen Reden und Schriften bald einen Namen – sowohl in Rom als auch in England.

Newman ist einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der Neuzeit. Am 19. September 2010 wurde er von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Anfang 2019 hat Papst Franziskus ein Wunder, das auf die Fürsprache Newmans zurückzuführen ist, anerkannt. Die Voraussetzung für die Heiligsprechung Newmans war damit erfüllt.

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Bleibe bei mir! – Ein Gebet von Kardinal Newman

Bleibe bei mir! – Ein Gebet von Kardinal Newman

Mein Gott, mein Erlöser, bleibe bei mir! Fern von Dir müsste ich welken und verdorren. Zeigst Du dich mir wieder, blühe ich auf in neuem Leben. Du bist das Licht, das nie verlöscht, die Flamme, die immer lodert. Vom Glanz deines Lichtes beschienen, werde ich selber Licht, anderen zu leuchten. Ich bin nur wie ein Glas, durch das du den anderen scheinst. Lass mich zu deinem Ruhm deine Wahrheit und deinen Willen verkünden, – nicht durch viele Worte, sondern durch die stille Kraft der tätigen Liebe – wie deine Heiligen – durch meines Herzens aufrichtige Liebe zu dir.

 

John Henry Newman (1801-1890)

Video: Pilger aus aller Welt feierten mit

Tausende Pilger aus aller Welt nahmen an der Heiligsprechungsfeier mit Papst Franziskus teil. Besonders Kardinal Newman war und ist für viele ein wichtiges Vorbild. Sehen Sie selbst:

Kurz zusammengefasst: Was Papst Franziskus über den heiligen J. H. Newman predigte

In seiner Predigt zur Heiligsprechungsfeier lud Papst Franziskus dazu ein, „dem Herrn für die neuen Heiligen zu danken, die den Weg des Glaubens gegangen sind und die wir nun als Fürsprecher anrufen“.

 

Newman war Priester, drei der heiliggesprochenen Fauen waren Ordensschwestern, Marguerite Bays war Schneiderin – eine Heilige des Alltags also.

 

Um das heiligmäßige Leben auszumalen, das Marguerite Bays als Weltchristin lebte, zitierte der Papst Kardinal Newman, der über die ‚Heiligkeit des Alltags‘ sagte:

„Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht […]. Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, […] er ist […] dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag“ (Parochial and Plain Sermons; V,5).


So stellte Papst Franziskus die neuen Heiligen als Vorbilder vor:
„Bitten wir darum, so zu sein, ‚liebes Licht’ inmitten der Finsternisse der Welt“ – und spielte damit auch auf Newmans Gedicht „Lead, kindly light“ an.

Die Heiligsprechung – Die Predigt des Papstes in voller Länge

© Daniel Ibáñez / Catholic News Agency

Lesen Sie hier die Predigt von Papst Franziskus zur Heiligsprechung im Wortlaut nach:

 

„Dein Glaube hat dich gerettet“ (Lk 17,19).

Das ist der Zielpunkt des heutigen Evangeliums, das uns den Weg des Glaubens zeigt. Auf diesem Pfad des Glaubens erkennen wir drei Etappen, die durch die geheilten Aussätzigen gekennzeichnet werden: sie rufen, gehen und danken.

Zuallererst rufen. Die Aussätzigen befinden sich in einer schrecklichen Lage, nicht nur aufgrund der Krankheit, die auch heute noch verbreitet ist und mit allen Kräften bekämpft werden muss, sondern auch aufgrund des sozialen Ausschlusses. Zur Zeit Jesu galten sie als unrein und als solche mussten sie isoliert, abgesondert bleiben (vgl. Lev 13,46). Wir sehen nämlich, dass sie, als sie zu Jesus gehen, »in der Ferne stehen bleiben« (vgl. Lk 17,12). Auch wenn ihr Zustand sie ins Abseits stellt, rufen sie doch zu Jesus mit lauter Stimme (vgl. V. 13), so sagt das Evangelium. Sie lassen sich nicht von der menschlichen Ausgrenzung lähmen und schreien zu Gott, der niemanden ausschließt. So verkürzt man die Abstände, so steht man von der Einsamkeit wieder auf: nicht indem man sich in sich selbst und das eigene Selbstmitleid verschließt, nicht indem man an die Urteile der anderen denkt, sondern indem man zum Herrn ruft, weil der Herr den Ruf dessen erhört, der allein ist.

© Daniel Ibáñez / Catholic News Agency

Wie diese Aussätzigen bedürfen auch wir der Heilung, wir alle. Es ist notwendig, dass wir vom Misstrauen gegenüber uns selbst, gegenüber dem Leben, der Zukunft geheilt werden; von vielen Ängsten; von den Lastern, die uns versklaven; von vielen Abschottungen, von Abhängigkeit und Anhänglichkeit: an das Spielen, das Geld, das Fernsehen, das Handy, das Urteil der anderen. Der Herr befreit und heilt das Herz, wenn wir zu ihm rufen, wenn wir ihm sagen: "Herr, ich glaube, dass du mich gesund machen kannst; heile mich von meinen Abschottungen, Jesus, befreie mich vom Bösen und von der Angst." Die Aussätzigen sind die Ersten in diesem Evangelium, die den Namen Jesu anrufen. Dann werden es auch ein Blinder und ein Übeltäter am Kreuz tun: Menschen in Not rufen den Namen Jesu an, der Gott rettet bedeutet. Sie rufen Gott mit seinem Namen an, unmittelbar und spontan. Jemanden mit Namen zu rufen ist Zeichen des Vertrauens, und dem Herrn gefällt das. So wächst der Glaube durch das zuversichtliche Rufen, wenn wir Jesus das, was wir sind, mit offenem Herzen bringen, ohne unser Elend zu verbergen. Rufen wir jeden Tag vertrauensvoll den Namen Jesu an: Gott rettet. Sprechen wir ihn immer wieder aus: das ist Beten. Das Gebet ist die Tür des Glaubens, das Gebet ist die Medizin des Herzens.

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Gehen ist die zweite Etappe. Im kurzen Evangelium von heute kommen ungefähr zehn Verben der Bewegung vor. Was aber vor allem beeindruckt, ist die Tatsache, dass die Aussätzigen nicht geheilt werden, als sie still vor Jesus stehen, sondern nachher beim Gehen. »Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein«, sagt der Text (V. 14). Sie werden auf ihrem Weg nach Jerusalem geheilt, also auf einem bergaufgehenden Weg. Auf dem Weg des Lebens wird man rein, auf einem Weg, der oft bergauf geht, weil er in die Höhe führt. Der Glaube verlangt einen Weg, einen Aufbruch, wirkt Wunder, wenn wir aus unseren bequemen Gewissheiten hinausgehen, wenn wir unsere beruhigenden Häfen, unsere gemütlichen Nester verlassen. Der Glaube nimmt mit der Hingabe zu und wächst mit dem Risiko. Der Glaube schreitet voran, wenn wir mit Gottvertrauen ausgerüstet weitergehen. Der Glaube bahnt sich durch demütige und konkrete Schritte seinen Weg, wie auch das Gehen der Aussätzigen und Naamans Bad im Jordan in der ersten Lesung (vgl. 2 Kön 5,14-17) demütig und konkret waren. Und das gilt auch für uns: Schreiten wir im Glauben mit der demütigen und konkreten Liebe, mit der Geduld im Alltag voran; rufen wir dabei Jesus an und gehen weiter.

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Es gibt einen weiteren interessanten Aspekt auf dem Weg der Aussätzigen: Sie gehen gemeinsam. »Während sie hingingen, wurden sie rein«, sagt das Evangelium (V. 14), immer im Plural: Der Glaube heißt gemeinsam gehen, niemals allein. Aber nachdem sie geheilt wurden, gehen neun ihre eigenen Wege und nur einer kehrt zurück, um zu danken. Da bringt Jesus seine ganze Verbitterung darüber zum Ausdruck: »Wo sind die neun?« (V. 17). Es scheint fast, als würde er von dem einen, der zurückgekehrt ist, Rechenschaft für die anderen neun verlangen. Es stimmt, es ist unsere Aufgabe – die wir hier sind, um "Eucharistie zu feiern", also zu danken –, uns um den zu kümmern, der aufgehört hat zu gehen, der vom Weg abgekommen ist: Wir sind Hüter der Brüder und Schwestern, die fernstehen. Wir sind für sie Fürsprecher, wir sind für sie verantwortlich, das heißt gerufen, uns für sie zu verantworten, sie uns zu Herzen zu nehmen. Willst du im Glauben wachsen? Nimm dich eines fernstehenden Bruders, einer fernstehenden Schwester an.

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Rufen, gehen und danken: Das ist die letzte Etappe. Nur zu dem, der dankt, sagt Jesus: »Dein Glaube hat dich gerettet« (V. 19). Er ist nicht nur gesund, er ist gerettet. Dies sagt uns, dass der Zielpunkt nicht die Gesundheit, nicht das Wohlbefinden ist, sondern die Begegnung mit Jesus. Das Heil bedeutet nicht, ein Glas Wasser zu trinken, um in Form zu bleiben, es bedeutet, zur Quelle zu gehen, die Jesus ist. Nur er befreit vom Bösen und heilt das Herz, nur die Begegnung mit ihm rettet und gibt dem Leben Fülle und Schönheit. Wenn man Jesus begegnet, kommt das "Danke" spontan, weil man das Wichtigste im Leben entdeckt: nicht eine Gnade empfangen oder eine Schwierigkeit lösen, sondern den Herrn des Lebens liebend zu umfassen.

Auch der britische Thronfolger Prinz Charles nahm an der Heiligsprechung teil.
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Es ist schön zu sehen, dass jener geheilte Mann, ein Samariter, die Freude mit seinem ganzen Selbst zum Ausdruck bringt: Er lobt Gott mit lauter Stimme, er wirft sich vor Jesus nieder, er dankt (vgl. VV. 15-16). Der Höhepunkt des Glaubensweges ist, in Danksagung zu leben. Wir können uns fragen: Wir, die wir glauben, leben wir die Tage als eine zu tragende Last oder als einen darzubringenden Lobpreis? Bleiben wir auf uns selbst fixiert und warten darauf, um die nächste Gnade zu bitten, oder finden wir unsere Freude in der Danksagung? Wenn wir danken, wird der Vater innerlich angerührt und gießt den Heiligen Geist über uns aus.

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Danken ist nicht eine Frage der Höflichkeit, der Etikette, es ist eine Frage des Glaubens. Ein Herz, das dankt, bleibt jung. Beim Erwachen, während des Tages, vor dem Schlafengehen zu sagen: "Danke, Herr!" ist das Gegenmittel gegen das Altern des Herzens. Das gilt auch in der Familie, unter Eheleuten: sich daran erinnern, danke zu sagen. Danke ist das einfachste und wohltuendste Wort.

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Rufen, gehen, danken. Heute danken wir dem Herrn für die neuen Heiligen, die den Weg des Glaubens gegangen sind und die wir nun als Fürsprecher anrufen. Drei von ihnen sind Ordensschwestern und zeigen uns, dass das Ordensleben ein Weg der Liebe an den existentiellen Rändern der Welt ist. Die heilige Marguerite Bays hingegen war eine Schneiderin und legt uns offen, wie mächtig das schlichte Gebet, das geduldige Ertragen, die stille Hingabe sind: Hierdurch hat der Herr in ihrem Leben den Glanz von Ostern neu aufstrahlen lassen. Es ist die Heiligkeit des Alltags, von der der heilige Kardinal Newman spricht: »Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht […] Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, […] er ist […] dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag« (Parochial and Plain Sermons, V,5). Bitten wir darum, so zu sein, "liebes Licht" inmitten der Finsternisse der Welt. Jesus, »bleibe bei mir! Dann werde ich selber auch leuchten, wie du geleuchtet hast, werde andern ein Licht sein« (Meditations on Christian Doctrine, VII,3). Amen.

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Mit Kardinal Newman werden vier weitere Personen heiliggesprochen

Gemeinsam mit Kardinal John Henry Newman wurden vier weitere Personen heiliggesprochen. Diese sind Marguerite Bays aus der Schweiz (1815-1879), Maria Teresa Chiramel Mankidiyan aus Indien (1876-1926), Giuseppina Vannini aus Italien (1859-1911) und Dulce Lopes Pontes aus Brasilien (1914-1992).

 

 

 

 

Interview mit dem Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. Dr. Voderholzer aus dem Jahr 2010

Podcast des Instituts Papst Benedikt XVI. – Interview mit Dr. Voderholzer zum Thema „Seligsprechung von Kardinal Newman“ aus dem Jahr 2010.

 

Welchen Einfluss hatte Kardinal Newman auf Papst Benedikt XVI.? Anlässlich der Seligsprechung Newmans im Jahr 2010 veranschaulichte Dr. Voderholzer als Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI., heute Bischof von Regensburg, die Parallelen. „Beide sind große Prediger, denen es sehr stark auch um die Vermittlung der theologischen Einsichten geht.“

 

 

Predigt zur Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman 2010 – Papst Benedikt XVI.

Gemälde aus dem Newman-Zentrum Rom

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

 

Dieser Tag, der uns hier in Birmingham zusammengeführt hat, ist ein äußerst verheißungsvoller Tag. An erster Stelle ist es der Tag des Herrn, der Sonntag, der Tag, an dem unser Herr Jesus Christus vom Tod erstand und den Lauf der menschlichen Geschichte für immer veränderte, indem er allen, die in Finsternis und im Schatten des Todes leben, neues Leben und neue Hoffnung schenkte. Das ist der Grund, warum sich Christen in aller Welt an diesem Tag versammeln, um Gott zu loben und zu danken für die großen Wunder, die er für uns vollbracht hat. Dieser besondere Sonntag markiert auch einen bedeutsamen Moment im Leben der Britischen Nation, weil er als der Tag gewählt wurde, der dem Gedenken der Luftschlacht um Großbritannien vor genau siebzig Jahren gewidmet ist. Für mich als jemanden, der in den dunklen Tagen des Nazi-Regimes in Deutschland gelebt und gelitten hat, ist es sehr bewegend, bei diesem Anlaß hier mit euch zusammenzusein und daran zu erinnern, wie viele eurer Mitbürger ihr Leben hingegeben haben, indem sie sich mutig den Kräften jener üblen Ideologie widersetzten. Meine Gedanken gehen besonders zum nahe gelegenen Coventry, das im November 1940 ein so schweres Bombardement erlitt und einen enormen Verlust an Menschenleben zu beklagen hatte. Siebzig Jahre danach erinnern wir uns beschämt und entsetzt an den furchtbaren Preis von Tod und Zerstörung, den der Krieg fordert, und wir erneuern unseren Entschluß, für Frieden und Versöhnung zu arbeiten, wo immer die Gefahr eines Krieges sich bedrohlich abzeichnet. Aber es gibt noch einen anderen, erfreulicheren Grund, warum dies ein verheißungsvoller Tag für Großbritannien, für Mittelengland, für Birmingham ist. Es ist der Tag, an dem Kardinal John Henry Newman offiziell zur Ehre der Altäre erhoben und selig gesprochen wird.

 

Ich danke Erzbischof Bernard Longley für seinen liebenswürdigen Willkommensgruß zu Beginn der Messe an diesem Morgen. Ich spreche allen, die jahrelang hart an der Förderung der Causa von Kardinal Newman gearbeitet haben, meine Anerkennung aus, einschließlich der Väter des Oratoriums von Birmingham und der Mitglieder der geistlichen Familie Das Werk. Und ich begrüße alle hier aus Großbritannien, aus Irland und alle, die von weiter her gekommen sind; ich danke euch für eure Anwesenheit bei dieser Feier, in der wir Gott verherrlichen und preisen für die heroischen Tugenden eines heiligen Engländers.

 

England hat eine lange Tradition heiliger Märtyrer, deren mutiges Zeugnis der katholischen Gemeinschaft hier über Jahrhunderte hin Halt und Ansporn gewesen ist. Doch es ist recht und angemessen, daß wir heute die Heiligkeit eines Bekenners anerkennen, eines Sohnes dieser Nation, der zwar nicht berufen war, sein Blut für den Herrn zu vergießen, der aber trotzdem im Laufe eines langen, dem priesterlichen Dienst und besonders der Verkündigung, der Lehre und dem Schreiben gewidmeten Lebens ein beredtes Zeugnis für ihn abgelegt hat. Er ist würdig, in einer langen Reihe von Heiligen und Gelehrten dieser Inseln seinen Platz einzunehmen – neben dem heiligen Beda, der heiligen Hilda, dem heiligen Aelred, dem seligen Duns Scotus, um nur einige wenige zu nennen. Im seligen John Henry hat diese Tradition einer edlen Gelehrsamkeit, einer tiefgründigen menschlichen Weisheit und einer tiefempfundenen Liebe zum Herrn reiche Frucht getragen als ein Zeichen der beständigen Gegenwart des Heiligen Geistes zuinnerst im Herzen des Volkes Gottes, eine Gegenwart, die ein Übermaß an Gaben der Heiligkeit hervorbringt.

 

Das Motto von Kardinal Newman „cor ad cor loquitur – das Herz spricht zum Herzen“ gibt uns einen Einblick in sein Verständnis des christlichen Lebens als Berufung zur Heiligkeit, die als der sehnliche Wunsch des menschlichen Herzens erfahren wird, in innige Gemeinschaft mit dem Herzen Gottes zu gelangen. Der Kardinal erinnert uns daran, daß die Treue zum Gebet uns allmählich verwandelt und Gott ähnlich werden läßt. In einer seiner vielen schönen Predigten schrieb er: „So hat die Gewohnheit des Betens, die Übung, sich Gott und der unsichtbaren Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort und bei jedem Anlaß zuzuwenden, … sozusagen eine natürliche Wirkung, indem es die Seele vergeistigt und emporhebt. Der Mensch ist dann nicht mehr, was er zuvor war; allmählich … hat er eine neue Ideenwelt eingesogen und ist von neuen Grundsätzen durchdrungen“ (Parochial and Plain Sermons, IV, 230-231). Das heutige Evangelium sagt uns, daß niemand zwei Herren dienen kann (vgl. Lk 16,13), und die Lehre des seligen John Henry über das Gebet erklärt, wie der treue Christ endgültig in den Dienst des einen wahren Meisters genommen wird, der allein Anspruch auf unsere bedingungslose Hingabe hat (vgl. Mt 23,10). Newman hilft uns zu verstehen, was das für unser tägliches Leben bedeutet: Er sagt uns, daß unser göttlicher Lehrer jedem von uns eine spezielle Aufgabe zugewiesen hat, einen „bestimmten Dienst“, der jedem einzelnen Menschen ganz persönlich anvertraut ist: „Ich habe meine Sendung“, schrieb er, „ich bin ein Glied in einer Kette, ein verbindendes Element zwischen Personen. Gott hat mich nicht umsonst erschaffen. Ich soll Gutes tun und sein Werk vollbringen. Ich soll auf meinem Posten ein Engel des Friedens, ein Prediger der Wahrheit sein … wenn ich nur seine Gebote halte und ihm in meiner Berufung diene“ (Meditations and Devotions, 301-302).

 

Der bestimmte Dienst, zu dem der selige John Henry berufen war, beanspruchte seinen scharfen Verstand und seine produktive Feder und lenkte sie auf viele der dringenden „Tagesthemen“. Seine Einsichten in die Beziehung von Glaube und Vernunft, in den wichtigen Stellenwert der Offenbarungsreligion in der Zivilgesellschaft und in die Notwendigkeit einer breit fundierten und weit gefächerten Ausrichtung der Erziehung waren nicht nur bedeutend für das viktorianische England, sondern inspirieren und erleuchten heute noch viele Menschen in aller Welt. Ich möchte besonders seine Sicht der Erziehung würdigen, die so sehr dazu beigetragen hat, den Ethos zu prägen, der heute als treibende Kraft hinter den katholischen Schulen und Colleges steht. Als ein entschiedener Gegner jedes reduktiven und utilitaristischen Ansatzes suchte er ein pädagogisches Umfeld zu schaffen, in dem intellektuelle Übung, moralische Disziplin und religiöses Engagement miteinander verbunden sein sollten. Der Plan, in Irland eine katholische Universität zu gründen, gab ihm die Gelegenheit, seine Ideen zu dem Thema zu entwickeln, und die Sammlung der Reden, die er unter dem Titel The Idea of a University veröffentlichte, stellt ein Ideal auf, von dem alle in der akademischen Bildung Beschäftigten weiterhin lernen können. Und in der Tat: Welches Ziel könnten Religionslehrer sich setzen, das besser wäre als der berühmte Appell des seligen John Henry für einen intelligenten, gut unterrichteten Laien: „Ich wünsche mir Laien, nicht arrogant, nicht vorlaut, nicht streitsüchtig, sondern Menschen, die ihre Religion kennen, die sich auf sie einlassen, die ihren eigenen Standpunkt kennen, die wissen, woran sie festhalten und was sie unterlassen, die ihr Glaubensbekenntnis so gut kennen, daß sie darüber Rechenschaft ablegen können, die über so viel geschichtliches Wissen verfügen, daß sie ihre Religion zu verteidigen wissen“ (The Present Position of Catholics in England, IX, 390). An diesem Tag, da der Autor jener Worte zur Ehre der Altäre erhoben worden ist, bete ich darum, daß auf seine Fürsprache hin und durch sein Vorbild alle, die in Unterricht und Katechese beschäftigt sind, von der Sicht, die er uns so klar vor Augen hält, zu größerem Einsatz angespornt werden.

 

Während es verständlicherweise das intellektuelle Vermächtnis von John Henry Newman ist, das in der umfangreichen, seinem Leben und seinem Werk gewidmeten Literatur die meiste Aufmerksamkeit erhalten hat, ziehe ich es bei dieser Gelegenheit vor, mit ein paar kurzen Gedanken über sein Leben als Priester und Seelsorger zu schließen. Die Wärme und Menschlichkeit, die seinem Verständnis des pastoralen Dienstes zugrunde liegt, ist wundervoll ausgedrückt in einer anderen seiner berühmten Predigten: „Wären Engel eure Priester gewesen, meine Brüder, dann hätten sie nicht trauern können mit euch, keine Sympathie für euch und kein Mitleid mit euch empfinden, nicht herzlich mitfühlen und Nachsicht haben mit euch, wie wir es können. Sie hätten nicht eure Vorbilder und Führer sein können, noch euch aus dem alten Sein ins neue Leben geleiten können, wie die es vermögen, die aus eurer Mitte kommen“ („Men, not Angels: the Priests of the Gospel“, Discourses to Mixed Congregations, 3). Er lebte diese zutiefst menschliche Sicht des priesterlichen Dienstes in seiner treuen Fürsorge für die Menschen von Birmingham während der Jahre, die er in dem von ihm gegründeten Oratorium verbrachte, indem er die Kranken und die Armen besuchte, die Hinterbliebenen tröstete und sich um die Gefangenen kümmerte. Kein Wunder, daß nach seinem Tode so viele Tausend Menschen die örtlichen Straßen säumten, als sein Leichnam zu seiner Begräbnisstätte gebracht wurde, die weniger als eine halbe Meile von hier entfernt ist. Einhundertundzwanzig Jahre danach haben sich wieder große Menschenmengen versammelt, um in Freude die feierliche kirchliche Anerkennung der außergewöhnlichen Heiligkeit dieses vielgeliebten Seelenvaters zu begehen. Wie könnten wir die Freude dieses Augenblicks besser ausdrücken als indem wir uns in herzlichem Dank an unseren himmlischen Vater wenden und mit den Worten beten, die der selige John Henry den Chören der Engel im Himmel in den Mund legte:

 

Preis sei dem Heil’gen in der Höh’
Und Tiefe ewiglich,
In Wort und Handeln wunderbar,
Und unerschütterlich!
(The Dream of Gerontius).

Besuch im internationalen Zentrum der Newman-Freunde in Rom

Gegründet im Jahr 1975 machte sich das Newman-Zentrum als eines von insgesamt vier Zentren europaweit zur Aufgabe, Newmans Wirken und Werke bekannt zu machen. Nur einige Gehminuten vom Vatikan entfernt konzentriert man sich vor allem auf sein akademisches Wirken. Vor Ort haben wir Schwester Brigit Dechant von der geistlichen Familie „Das Werk“ getroffen – und ein kleines Newman-Juwel inmitten Roms ausfindig gemacht.

Die Heiligsprechung des seligen John Henry Newman steht kurz bevor – dass es sich hierbei um ein besonderes Ereignis handelt, steht außer Frage. Von enormer Bedeutung dürfte es jedoch für diejenigen sein, die sich im Newman-Zentrum in Rom seit langem mit Leben und Wirken des Kardinals beschäftigen.
Seit 1975 gibt es das Zentrum schon. In unmittelbarer Nähe zum Vatikan unterhält es – ebenso wie die Newman-Zentren in Littlemore, Bregenz und Budapest – die geistliche Familie „Das Werk“. Sie bezog das Haus bereits zehn Jahre vor der eigentlichen Gründung des Zentrums. Vor Ort ist derzeit Schwester Birgit Dechant, die das Zentrum betreut. Mit ihr haben wir einen Rundgang durch eine der „heiligen Hallen“ Newmans unternommen.

„Bitte errichtet ein ständiges Zentrum in Rom.“

Das Newman-Zentrum existiert seit 1975 – und das nicht rein zufällig. Begonnen hat alles 1973 mit der Doktorarbeit von Schwester Lutgart Govaert. Unter dem Titel „Kardinal Newmans Mariologie und sein persönlicher Werdegang“ befasste sich erstmalig eine Mitschwester mit dem Kardinal. Nach einem zwei Jahre später stattfindenden Symposium zu Newman in Rom wurde den Schwestern endgültig aufgetragen, sein akademisches Wirken bekannt zu machen: „Bitte errichtet ein ständiges Zentrum in Rom, wo Newman studiert wird“ lautete der Auftrag, der von niemand geringerem als Kardinal Luigi Raimondi persönlich, damals Präfekt für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, kam. Den 200 Teilnehmern des Symposiums gewährte der damalige Papst Paul VI. sogar eine Privataudienz.

Klein aber fein

Das Herzstück des Zentrums und Schwester Birgits ganzer Stolz ist die gut sortierte Bibliothek. In ihr sind alle circa 80 von Newman selbst veröffentlichten Werke, zahlreiche Übersetzungen in über 30 Sprachen (sogar ins Japanische!), Newmans Tagebücher und Briefe sowie weitere relevante akademische Werke zu, von und über ihn aufbewahrt. „Es trifft mich immer wieder, wie Newman zu einer Art geistlichem Mentor wird – er hat eine innere Anziehungskraft“, sagt Schwester Birgit, während ihr Blick die Bücherregale entlang schweift. Der Bibliothek vorgelagert ist ein Eingangsbereich, in dem eine zunächst unauffällige Vitrine steht.

In ihr findet man die Newman-Highlights, die das Zentrum aufbewahrt. Darunter: Eine vollständige Regalebene mit Erstausgaben von Newmans Werken. Zwei Reihen tiefer, aber nicht weniger besonders zieht Schwester Birgit ein gelbliches Papier heraus. Es ist „die größte Kostbarkeit des Newman-Zentrums“: Ein Originalmanuskript aus 1879, dem Jahr seiner Kardinalswerdung. „Wenn man die Handschrift ein bisschen kennt, ist das eigentlich gut lesbar“, merkt Schwester Birgit schmunzelnd an. Am Ende des Manuskripts lässt sich Newmans Unterschrift erkennen. Man könnte sagen: ein „Original-Autogramm“ von ihm für das Zentrum.

„Es kommen Newman-Pilger aus der ganzen Welt, …

…die die Bibliothek sehen wollen, dort beten wollen, wo Newman gebetet hat.“ Zu entdecken gibt es
auch eine Fotoreihe mit einigen Meilensteinen des Zentrums. Darunter drei Konferenzen zu Newman
in Rom zwischen 1990 und 2010. Neben Bibliothek und Eingangsbereich hält das Zentrum noch eine
Kapelle und das ehemalige Zimmer der Gründerin der geistlichen Familie, Julia Verhaeghe. Die
Kapelle erstrahlt nahezu golden, wenn das Licht durch die Fenster hereinfällt. Eine Haarreliquie
Newmans wird hier aufbewahrt. „Das passt zu Newmans Bescheidenheit“, sagt Schwester Birgit.

Das Ereignis schlechthin: Die Heiligsprechung

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man anderen Menschen hilft, Newman zu entdecken,
ihnen in ihrem Glaubensleben geholfen wird“, lautet Schwester Birgits Antwort auf die Frage, warum
sie sich für Newman einsetzt. Vor allem, dass sein Weg zum Katholiken, und nun bald zu einem
Heiligen, nicht der geradlinigste von allen war, fasziniert sie: „Er hat den Mut gehabt, alles zu
verlassen, was er geliebt hat, um aus dem inneren Frieden heraus zu leben.“ Wenn Newman am 13.
Oktober durch Papst Franziskus heiliggesprochen wird, dann sind Schwester Birgit und ihre
Mitschwestern natürlich live dabei. Die Heiligsprechung sei auch eine „Frucht jahrzehntelanger
Arbeit und Hingabe“ der Zentren. Zu dieser Arbeit gehört beispielsweise die Übersetzung seiner
Werke in verschiedene Sprachen, Einladungen zum Gebet und organisierte Gebetsstage.

Bleibt zu guter Letzt noch die Frage, was Schwester Brigit persönlich anlässlich der Heiligsprechung
denkt: „Ich bin voller Freude! Weil ich weiß, dass es ein wunderschönes Ereignis wird, was vielen
Leuten tiefe Freude schickt. Es wird ein Tag tiefer kirchlicher Erfahrung. Für mich geht jetzt das in
Erfüllung, was für mich 1973 begonnen hat. Gott hat uns als Instrument benutzt, um zu dieser
Heiligsprechung beizutragen.“
Wenn Sie sich für das Newman-Zentrum interessieren, finden Sie es in der Via Aurelia 257 in Rom.
Außerdem sendet das Zentrum regelmäßig einen Newsletter aus, zu dem Sie sich hier anmelden
können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Newmans Offenbarungsverständnis: Glaube ist nicht nur ein Gefühl

Glaube ist nicht nur ein Gefühl, eine fromme Empfindung. Er ist viel mehr als das. „Ein Akt des Verstandes“ nämlich, wie es John Henry Newman formulierte. Er wendet sich damit gegen ein nichtkognitives Verständnis von Religion. Besonders deutlich wird dies in seinen 1873 veröffentlichten Vorträgen über die Aufgabe der Universität. Dr. Josef Kreiml, Professor für Fundamentaltheologie und Seelsorger, hat sich ausgiebig mit ihnen beschäftigt. Er weiß: Newman war es ein wichtiges Anliegen, dass die Offenbarung als bindend angesehen wird.

 

Nur eine Modeerscheinung?

Newman war der Überzeugung, dass das nichtkognitive Verständnis von Religion eine nachreformatorische Modeerscheinung ist. Nichtkognitiv? Was meint Newman damit?

 

Prof. Josef Kreiml erklärt es so: „Nach dieser Ansicht bestünde der Glaube nicht in der Annahme der Offenbarungslehre und nicht in einem Akt des Verstandes. Der Nonkognitivist versteht den Glauben vielmehr als Ausdruck eines Gefühls, einer Gemütsbewegung, einer bloßen Stimmung.“ Damit aber wird Religion als rein subjektiv dargestellt. Die Folge ist: Man zweifelt ihre Integrität als Wissenschaft an.

 

Religion: Werk Gottes und Faktum der Geschichte

Nur Geschmack, Empfinden, Stimmung und Phantasie? Mehr steckt nicht hinter Religion? Newman geht hier einen Schritt weiter und bezieht klar Stellung, sagt Kreiml: „Religion ist als Werk Gottes und als Faktum der Geschichte anzusehen. Schlussendlich ist es ein anerkanntes Wissenssystem.“

 

Die Offenbarung ist unfehlbar, unwiderruflich und verpflichtend

In der aktuellen Zeit wird viel über Fortschritt in der Wissenschaft gesprochen. Doch, so arbeitete es Newman in seinem Vortrag heraus, ergründet sich Wissenschaft nicht nur durch erkennbaren und nachweisbaren Fortschritt. Kreiml weist darauf hin, dass dies bei den „profanen Wissenschaften“ der Fall sein mag. Die theologische Wissenschaft hingegen „entfaltet überlieferte Glaubenslehre“.

Im Klartext bedeutet dies, dass eben keine Experimente stattfinden, um bereits Vorhandenes ganz neu zu interpretieren oder gar zu verändern. Die Naturwissenschaft beruht auf dem Experiment, die Theologie auf der Tradition. „Die Naturwissenschaft ist reich, kühn und fortschrittlich, die Theologie bestimmt, sicher, verhältnismäßig ruhig und feststehend“, sagt Professor Kreiml. Und weiter betont er: „Die Offenbarung ist eine von Gott mitgeteilte Wahrheit, die bis zum Ende der Geschichte um nichts Wesentliches vermehrt werden kann, deren Inhalt unfehlbar, unwiderruflich und für den Menschen verpflichtend ist.“

Ein steiniger Weg. Wie die Traktate John Henry Newmans zum „zweiten Frühling“ der katholischen Kirche in England führten.

Von Professorin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

 

Im August 1833 begann in England ein lautloser Umschwung, der zuerst die anglikanische, darauf die ghettoartige katholische Kirche ergriff und am Ende in beider Umwälzung mündete: Eine Gruppe meist unbekannter junger Oxforder Theologen veröffentlichte ohne Auftrag und aus freien Stücken Traktate in dichter Reihenfolge, die den damaligen Zustand der anglikanischen Kirche angriffen und zu einer Änderung aufriefen. Am Schluss, mit Tract 90, brach ein wütender Gegenangriff los.

Der Verfasser der meisten und auch des letzten Traktates hieß John Henry Newman (1801-1890). Er mußte auf Geheiß seines Bischofs das Unternehmen beenden und sah sich bösen Schmähungen ausgesetzt, „wie ein Pastetenbäcker, der vergiftete Brötchen angeboten hatte“.

 

Die anglikanische Kirche im Würgegriff des Staates

Worin bestand das „Gift“? Die jungen Oxford-Theologen sahen die anglikanische Kirche im Würgegriff des Staates und seines Repräsentanten, des Königtums. Seit Heinrich VIII. 1534 die englische Kirche vom Papst gelöst und sich selbst zum religiösen Oberhaupt ausgerufen hatte, waren Ämter, Behörden, ja, auch die Universitäten und das gesamte öffentliche Leben verpflichtet, ihre Staatstreue über das Glaubensbekenntnis und den Sakramentenempfang auszuweisen. Verfehlungen gegen diese Vorschriften wurden zum Frevel gegen die Krone gestempelt. Die Immatrikulation in Oxford hing – wie in allen englischen Universitäten – vom Nachweis des Empfangs von Beichte und Abendmahl ab; abgesehen von der Formalisierung der Sakramente waren Katholiken damit überhaupt von höherer Bildung ausgeschlossen. Das Parlament stimmte über den Inhalt der christlichen Lehre ab!

 

Wunsch nach Erneuerung – Glaubenssätze in eindringlicher Form

Die jungen Oxforder Theologen, die mit Ausnahme von William Pusey und John Keble weder bekannt noch berühmt waren, waren über den inneren Zustand ihrer Kirche entsetzt. Ihre „Tracts“ wollten den Glauben, der fast schon mit der Vernunft zusammenfiel, wachrütteln; sie boten in absichtlich schroffer und eindringlicher Form die Glaubenssätze und Lehrstücke der Überlieferung, und zwar vor allem die vergessenen, aus dem alten, katholischen, vorreformatorischen Glaubensgut.

In kurzen Abständen erschienen 46 Traktate. Sie enthielten auch Auszüge aus den Werken der klassischen englischen Theologen des 17. Jahrhunderts und aus den Kirchenvätern der Frühzeit. Sie erschienen anonym, nicht aus Feigheit, sondern um das Unpersönliche dieses Dienstes zu betonen – die Stimme der Kirche sollte sprechen, nicht ein paar junge, noch unberühmte Geistliche. Newman schrieb den größten Teil der Stücke.

 

Newman: „Ich habe ein Werk in England zu tun“

„Ich habe ein Werk in England zu tun“ – diese ihm selber rätselhaften Worte hatte Newman, krank in der Fremde liegend, auf seiner beinahe tödlich verlaufenen Sizilianischen Reise 1833 in Fieberphantasien immer wieder vor sich hingesagt. Er begriff seine Genesung als Auftrag: „Es ist keine geringe Sache, zum Werkzeug gewählt zu sein“, schrieb er 1833. Für sich selbst erstrebte er nichts, weder das Erlebnis des Sieges noch den Nachruhm.

 

Newman – ein Verräter?

Doch schon beginnt das Gerede, das viele Jahre nicht verstummen wird, Newman sei ein Verräter an seiner Kirche, lebe von ihrem Brot, trage ihr Amtskleid, missbrauche ihre Autorität und seine Stellung, mache als heimlicher Papist die ihm anvertraute Jugend unmerklich abtrünnig, um sie Rom in die Arme zu führen. Es gehe ihm nicht um Erneuerung des Eigenen, sondern dessen Untergrabung und Auflösung von innen her.

Auch Bischöfe und Universitäten gerieten in Aufruhr. Der Bischof von Chester nannte die ganze Bewegung ein Werk des Satans. Newman schrieb: „Auf Kanzeln, an Speisetafeln, in Kaffeestuben und in Eisenbahnwagen wurde ich als Verräter entlarvt, der seine Lunte gelegt hatte und im Akt des Anzündens ertappt worden war. Zugleich ging in römisch-katholischen Kreisen der hässliche Verdacht um, der Verfasser und seine Freunde seien im Herzen längst katholisch, aber – nicht gewillt, ihre guten Pfründen aufzugeben – sie bemühten sich, mit logischen Taschenspielkünsten ihr Verbleiben in der Staatskirche zu rechtfertigen.“

Gehorsam gegen seinen Bischof, in dem er trotz aller Meinungs­verschiedenheiten den Stellvertreter Gottes sah, stellte Newman ohne Befehl und Zwang die Flugschriften ein.

Als ein Hirtenschreiben nach dem andern sich gegen Newman richtete – „es war eine regelrechte, abgemachte Aktion“ –, schrieb er schmerzlich, aber entschieden an einen Freund: „Wenn die in diesem Traktat vertretene Ansicht zum Schweigen gebracht würde, könnte ich nicht in der Kirche bleiben, und viele andere könnten es auch nicht...“ Und wieder: „Wenn die Dinge sich nicht ändern, so prophezeie ich mit tiefer Betrübnis, daß nicht einige, sondern viele zur römischen Kirche übertreten werden.“

 

Newman trat zum katholischen Glauben über. Die Entscheidung fiel in großer, bewegender Demut für das Rom des Petrus

Eben diese Übertritte waren der Fall. Schon vor Newmans eigener Konversion wandten sich einige der jungen Männer, die seit 1843 mit ihm in Littlemore, einem verschollenen Dorf nahe Oxford in mönchischer Abgeschiedenheit studierten und beteten, der römischen Kirche zu – damals sehr zu seinem Leidwesen, weil er einmal mehr als „Verführer“ der jungen Generation dastand.

Er selbst trat in einem unspektakulären Akt am 9. Oktober 1845 über und löste damit den „zweiten Frühling“ der katholischen Kirche aus. Die Entscheidung fiel in großer, bewegender Demut für das Rom des Petrus. Welch ein Weg und welch ein Drama des Gewissens!

Das Drama endete am 11. August 1890, als Newman nach Jahren der Verleumdung in Birmingham im Kreis seiner Mitbrüder des Oratoriums still und unmerklich entschlief.

Papst Leo XIII. hatte ihn 1879 zum Kardinal erhoben, und England bereitet ihm ein überwältigendes Totengeleit. Bis heute aber hängt in Oxford Newmans Bild – trotz seiner Konversion – unangefochten in der Reihe der bedeutenden Theologen Englands, als eines Reformators der anglikanischen Kirche, welcher ihr den Boden des ursprünglichen „kat’holon“ wiedergegeben hatte.

 

Lesehinweis: Ida Friederike Görres, Der Geopferte. Ein anderer Blick auf John Henry Newman, ISBN 3-87620-261-2, Patris Verlag Vallendar 32011.

Licht in schwerer Krankheit – Newmans Gedicht „Lead, kindly light“

Noch als anglikanischer Priester war John Henry Newman schwer erkrankt. Die Erfahrung, von Gott aus dieser Krankheit gerettet worden zu sein, hat er in die Verse eines Gedichts gegossen: „Lead, Kindly Light.“ Noch heute ist es eines der beliebtesten Lieder Englands.

 

Lead, Kindly Light

von John Henry Newman (1801-1890)

Lead, Kindly Light, amidst th'encircling gloom,
Lead Thou me on!
The night is dark, and I am far from home,
Lead Thou me on!
Keep Thou my feet; I do not ask to see
The distant scene; one step enough for me.

 

I was not ever thus, nor prayed that Thou
Shouldst lead me on;
I loved to choose and see my path; but now
Lead Thou me on!
I loved the garish day, and, spite of fears,
Pride ruled my will. Remember not past years!

 

So long Thy power hath blest me, sure it still
Will lead me on.
O'er moor and fen, o'er crag and torrent, till
The night is gone,
And with the morn those angel faces smile,
Which I have loved long since, and lost awhile!

 

Meantime, along the narrow rugged path,
Thyself hast trod,
Lead, Saviour, lead me home in childlike faith,
Home to my God.
To rest forever after earthly strife
In the calm light of everlasting life.

Deutsche Übersetzung 

Geh, liebes Licht, in diesem Dämmer vor mir her! Führ Du mich ’raus
aus dieser dunklen Nacht. Ich bin hier fremd. Führ mich nachhaus’!

Führ meinen Fuß, und führ ihn Schritt für Schritt.
Das ferne Ziel muss ich nicht sehn. Doch Du, geh mit mir mit!

Ich war nicht immer so. Nie hab ich je gebettelt, dass Du mich führst und lehrst.
Ich liebte eigne Wege. Wollte selber sehn. Doch jetzt: geh Du voran! Geh vor mir her!
Ich liebte grelles Licht. Ich hatte Furcht, oft war mir bang.
Doch stärker war mein Stolz. Vergiss es. Denk nicht mehr daran!

So lang hab ich von Deiner Kraft gelebt. Da wird Dein Geist gewiss auch vor mir wehn,
wenn ich nach Moor und Sumpf und abgrundfinstrer Nacht den Morgenstern kann sehn
und Engel mich anschauen und lächeln, hell von jenem schönen Schimmer,
den ich so sehr geliebt - und eine Zeitlang doch vergaß, beinah’ für immer.

Derweil warst Du - Du selbst! – dem engem schroffen Pfad gerade vor mir her gefolgt:
mein Retter Du! Jetzt führ mich heim, nachhause wie ein Kind! Zurück zu meinem Gott,
um endlich auszuruhn nach allem Erdenstreit
im leisen Licht lebendiger Unendlichkeit.

(Übertragung aus dem Englischen: Paul Badde)

Poetischer Text Newmans als Grundlage: „The Dream of Gerontius“ wurde 2017 in Regensburg aufgeführt

Im Frühjahr 2017 erklangen die Worte Newmans im Regensburger Audimax. Aufgeführt wurde das Oratorium des englischen Komponisten Edward Elgar mit dem Titel „The Dream of Gerontius“. Grundlage dieses Werkes ist ein poetischer Text des Theologen und späteren Kardinals John Henry Newman, in dem er sich mit seinem eigenen Tod auseinandergesetzt hat.

„Es geht wirklich um die letzten Fragen der menschlichen Existenz“, sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, Schirmherr des Projekts, das in Zusammenarbeit mit dem Chor der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik, dem Universitätschor und dem Philharmonischen Orchester realisiert wurde. Durch die einführenden, den Inhalt des Oratoriums auslegenden Worte des Bischofs bekam der Zuhörer die Möglichkeit, besonders tief in die Situation des auf dem Sterbebitt liegenden Gerontius einzutauchen.

 

Auch die Sänger und Musiker haben sich im Laufe der Proben immer stärker mit der Handlung auseinandergesetzt und identifiziert. „Von den tief gläubigen Texten, die vom Übergang vom Leben zum Tod sprechen“, zeigte sich auch Adam Krużel, einer der drei Solisten, begeistert. Der amerikanische Tenor und Interpret des Protagonisten „Gerontius“, Steven Ebel, betonte die Aktualität der Thematik. Der Tod sei „ein Thema, das alle betrifft, ob jung oder alt. Man ist damit konfrontiert.“

Die Aufführung des in England entstandenen Werks war zugleich ein Brückenschlag in Richtung der Britischen Inseln, betonte Bischof Voderholzer: „Wir strecken die Hand hinüber als Zeichen, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen.“ Die musikalische Interpretation, vor allem aber auch die tiefgreifenden Texte, begeisterten an diesem Abend in Regensburg viele hundert Zuhörer.

Bischof Rudolf über Newman

Der Regensburger Bischof fühlt sich mit Kardinal Newman sehr verbunden. Das mag auch ein wenig daran liegen, dass er an Newmans Gedenktag, am 9. Oktober, Geburtstag feiert.

Für ihn ist Newman der „Heilige des Wahrheitsgewissens“ und ein großes Hoffnungszeichen, dass „wenigstens auf der religiösen Ebene der Brexit überwunden“ werden könne. Mehr erfahren Sie im Video.

 

Am 13. Oktober dieses Jahres wird Papst Franziskus den englischen Priester und Theologen, der im hohen Alter von 79 Jahren in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Kirche vom Papst zum Kardinal ernannt wurde, heilig sprechen.

 

Sein Gedenktag wird am 9. Oktober gefeiert. Das freut mich insofern besonders, weil es zufällig auch mein Geburtstag ist. Aber das ist nicht der Grund für die Wahl dieses Gedenktages.

 

Vielmehr ist es der Tag der Konversion John Henry Newmans zur katholischen Kirche. Am 9. Oktober 1845, in der Mitte seines Lebens, trat Newman von der anglikanischen zur römisch-katholischen Kirche über. Sein Haus in Littlemoore vor den Toren Oxfords habe ich schon besucht.

 

Dass der Tag der Konversion zum Gedenktag erhoben wurde, und nicht, wie bei den meisten Heiligen üblich, der Todestag, wirft ein Licht auf die besondere Bedeutung Newmans.

 

Er war ein gefeierter Startheologe und höchst anerkannter Prediger der anglikanischen Kirche. Er gehörte dem Oxford Movement an. Er war mit den anderen Vertretern dieser Bewegung der Auffassung, dass die anglikanische Kirche den gesunden Mittelweg zwischen dem Protestantismus auf der einen und der römisch-katholischen Kirche auf der anderen Seite gehe.

 

Doch je länger er sich mit Geschichte der Dogmenentwicklung beschäftigte, vor allem auch der Geschichte des vierten und fünften Jahrhunderts, desto mehr erkannte er: In der katholischen Kirche ist die Wahrheit der Offenbarung Gottes in Jesus Christus treu bewahrt worden. Die katholische Kirche ist die wahre Kirche. Und aus dieser Einsicht zog er die Konsequenzen.

 

Das ist umso erstaunlicher, als die katholische Kirche in England damals eine kleine, unansehnliche, verachtete Gemeinschaft war im Vergleich zur reichen, hervorragend ausgestatteten, staatstragenden anglikanischen Kirche. John Henry Newman ist der Heilige des Wahrheitsgewissens, der uns zeigt: Es geht in der Kirche nicht um Äußerlichkeiten, weltliche Macht, irdische Plausibilitäten oder demokratische Mehrheiten. Es geht um die Offenbarung und ihre Weitergabe durch die apostolische Kirche.

 

Zu den strittigen Glaubensinhalten gehört auch die Lehre vom Fegfeuer. Newman teilte anfangs die protestantischen Vorbehalte, erkannte dann aber immer mehr, welch heilsame Lehre, ja welch eine Gnade, welch ein Geschenk das Fegfeuer ist. Es geht ja nicht um eine weltjenseitige Folterstätte, sondern um die von Gott gewährte Reinigung und Ausheilung der Seele. Besonders eindrucksvoll hat Newman, der ja auch großer Dichter war, dies in seinem „Dream of Gerontius“ ins Wort gebracht.

 

Der englische Komponist Edward Elgar hat den Text zu einem Oratorium vertont. Vor zwei Jahren hatten wir ja die wunderbare Aufführung im Audimax der Universität.

 

Im Angesicht der Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes wird die Seele ihrer eigenen Unwürdigkeit und Heilungs-Bedürftigkeit inne und bittet selbst darum, für die ewige Gemeinschaft mit Gott bereitet, gereinigt zu werden, sozusagen wie Gold im Feuer für die Ewigkeit geläutert zu werden.

 

Noch in der anglikanischen Zeit hatte Newman die Erfahrung, von Gott und seinem Licht geführt, ja aus der Todesnot schwerer Krankheit gerettet zu sein, in die Verse eines Gedichtes gegossen, das heute zu den beliebtesten Liedern in England gehört: Lead, kindly light … Führ, gütiges Licht.

 

Das Gebet am Festtag des neuen Heiligen greift dieses Motiv des Lichtes auf und verknüpft es mit der ganzen Lebensgeschichte dieses Heiligen des Wahrheitsgewissens:

 

Gott, du hast dem seligen Priester Johannes Heinrich die Gnade geschenkt,
deinem gütigen Licht zu folgen
und in deiner Kirche Frieden zu finden;
gewähre uns, dass wir auf seine Fürsprache und durch sein Beispiel
aus Schatten und Bildern zur Fülle deiner Wahrheit geführt werden.

 

Bischof Rudolf Voderholzer

Sein Leben und Wirken

John Henry Newman lebte von 1801 bis 1890. Seine Eltern waren Mitglieder der Church of England, der etablierten Nationalkirche in England.

Schon früh interessierte sich John Henry für Religion und nahm als junger Mann das Theologiestudium in Oxford auf. Am 13. Juni 1824 wurde er in der Oxforder Christ Church Cathedral zum Diakon der anglikanischen Kirche, im darauffolgenden Jahr zum anglikanischen Priester geweiht. Newman wirkte dann als Hochschulprofessor und Pfarrer an der Universitätskirche von Oxford.

  • 1801 Geboren am 21. Februar in London.
  • 1817 Theologiestudium, ab 1822 Professor an der Universität Oxford
  • 1825 Anglikanische Priesterweihe
  • 1828 Pfarrer an der Universitätskirche von Oxford St. Mary’s
  • 1831 Universitätsprediger
  • 1832 Italienreise

"Ich habe ein Werk in England zu vollbringen." - John Henry Newman während seiner Italienreise

  • 1833 Beginn der „Oxford-Bewegung“

Newman wurde nach seiner Rückkehr aus Italien Teil der sogenannten Oxfordbewegung, zu deren führendem Kopf er aufstieg. Sein Ziel war es, die anglikanische Kirche auf die Basis der „Alten Kirche“ zu stellen, entgegen den evangelikalen Strömungen, die subjektiven Glauben und Bibelfrömmigkeit in den Mittelpunkt stellten. Diese Oxfordbewegung begründete den sogenannten Anglokatholizismus innerhalb der Church of England. Sie grenzte sich jedoch deutlich von der katholischen Kirche ab. Diese sei im Lauf der Zeit von der „Alten Kirche“ durch hinzugekommene Lehren abgewichen. Der Anglokatholizismus schlug einen Mittelweg zwischen Protestantismus und katholischer Kirche ein, und zwar auf der Grundlage von Dogma, Sakrament und dem strikten Gegensatz zur katholischen Kirche.

  •  1839 Kirchenväterstudium erschüttert Gedanken vom Anglikanismus als Mittelweg

"Sonach urteilt ruhevoll der Erdkreis, gut könnten die nicht sein, die sich, in irgendeinem Winkel des Erdkreises, vom Erdkreis abtrennen." - Augustinus-Zitat, durch das er zur Konversion bewegt wurde

 

Newman war schließlich zu der Überzeugung gekommen, dass sich die mit dem Papst in Gemeinschaft stehende Kirche katholisch nennen darf, weil sie mit der Kirche der Apostel und der Kirchenväter identisch ist.

  • 1843 Verzicht auf sein Pfarramt
  • 1845 am 9. Oktober konvertierte er zur katholischen Kirche

Ein Aufschrei der Empörung ging durch die anglikanische Kirche, dass eine so exponierte Persönlichkeit der Church of England zur katholischen Kirche konvertierte. Auch von katholischer Seite schlug ihm anfangs keinesfalls nur Wohlwollen entgegen. Er wurde sogar als „der gefährlichste Mann Englands“ bezeichnet.

 

"Newman ist der gefährlichste Mann Englands." - Mons. George Talbot, Päpstlicher Geheimkämmerer von Pius IX. an Kardinal Henry Edward Manning

  • 1847 Priesterweihe nach Studium in Rom, Eintritt in den Oratorianerorden

Im Jahr 1850 wurde die katholische Hierarchie in England wiederhergestellt. In dieser Zeit gelang es Newman in zahlreichen berühmt gewordenen Reden, die Position der Katholiken in England zu stärken. Newmans wohl berühmtestes Werk „Apologia pro vita sua: Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“, in dem er seinen Weg zum Katholizismus schildert, erschien 1864.

  • 1864 Veröffentlichung der „Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“
  • 1865 Dichtung „Der Traum des Gerontius“
  • 1877 „Honorary Fellow“ seiner alten Oxforder Universität => Anerkennung von anglikanischer Seite
  • 1879 Erhebung zum Kardinal durch Leo XIII.
  • 1890 Tod Newmans in Birmingham

Ein großer Kirchenlehrer, weil er "zugleich unser Herz berührt und unser Denken erleuchtet". - Benedikt XVI. über John Henry Newman

  • 2010 Seligsprechung durch Benedikt XVI. in Birmingham
  • 2019 13. Oktober: Heiligsprechung durch Franziskus

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