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Anna-Wallfahrt nach Plan

27.07.14   |  

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  • Stadtpfarrer Georg Flierl aus Tirschenreuth begleitet Bischof Rudolf Voderholzer zum Marktplatz von Plan, wo die Wallfahrt beginnen soll. Dabei sei nicht verschwiegen, dass eine große Pilgergruppe bereits seit den frühen Morgenstunden von Mähring aus unterwegs ist.

  • Bischof Rudolf begrüßt die Wallfahrer auf dem Marktplatz. Die Mutter des Regensburger Oberhirten stammt aus Klattau, vielleicht 25 km entfernt von Plan.

  • Der Pilsener Bischof Frantisek Radkovský sorgt dafür, dass sich Tschechen und Deutsche gut verstehen. Er spricht beide böhmischen Sprachen und kann deshalb die Sprachhürden überwinden.

  • Franz Stahl ist der Bürgermeister von Tirschenreuth, das seit 2008 eine Städtepartnerschaft mit Plan pflegt. Viele Tirschenreuther haben sich zur Heiligen Anna auf den Weg gemacht und Franz Stahl dankt in ihrem Namen der Stadt Plan für ihre Offenheit und Bereitschaft, die uralte Tradition gemeinsam mit den Deutschen wiederzubeleben und zu pflegen.

  • Bischof Frantisek übersetzt nicht nur, er weist auch auf den Heiligen Nepomuk hin, dessen Statue den Marktplatz der Stadt Plan ziert. Der Heilige, der in Böhmen wie in Bayern verehrt wird, ist der Schutzpatron unzähliger Brücken und was liegt da näher…….

  • ….als dass sich die Brückenbauer-Pontifices unter seiner Säule zum Portrait stellen.

  • Die Wallfahrer ziehen zunächst durch die Außenbezirke der Stadt, Rosenkranz betend und das Annalied singend.

  • Dann wird es langsam grüner und der Autor denkt sich, dass der Schatten der Bäume an einem heißen Julitag recht angenehm wirkt, wenn man einen Bischofstalar trägt.

  • Hinter der Eisenbahnbrücke trifft der Pilgerzug die Wallfahrer, die sich von Mähring aus auf den Weg gemacht hatten. In Mähring hatten die deutschen Böhmen übrigens eine Spiegelkirche errichtet. So konnten sie sich einen kleinen Ausschnitt ihrer Heimat bewahren und gewannen einen Ort für ihre Trauer, für das Gedenken an die vielen Toten und für die Bewahrung der eigenen Traditionen und Geschichte.

  • Das Pilgerwappen malte der Tirschenreuther Pfarrgemeinderatssprecher Reinhard Legat, dem Bischof Voderholzer im Januar 2014 die Wolfgangsmedaille verliehen hatte für sein großes Engagement für die Kirche.

  • Zum Pontifikalamt war die prächtige Annakirche einschließlich der Galerien bis auf den letzten Platz besetzt. Da können gut 500 Menschen zusammengekommen sein.

  • Es ist schon fast eine Tradition, dass die Bischöfe Frantisek und Rudolf die Predigt im tschechisch-deutschen Dialog halten. Die Bischöfe auf tschechisch und deutsch: „Wenn Jesus Mensch geworden ist wie wir, dann hat er über seine Mutter auch eine Großmutter. (…) Gerade hier an diesem Ort gehen Ihre Gedanken mit Sicherheit auch zu Ihren Eltern und Großeltern, liebe Schwestern und Brüder. Großeltern, denen Sie vieles verdanken. Und es ist gut, wenn wir in dieser Weise die Eltern verehren.\\\\

  • „Welch große Bedeutung der Großmütter! Aus dem kommunistischen Russland wissen wir, dass die Kirche überlebt hat vor allem durch den Glauben, das Gebet und die Lehre der Großmütter.“

  • „Dabei wollen wir die Großväter nicht vergessen.“ (Dankbares Gemurmel aus der Männerecke.)

  • „Wo Vater, Mutter, Großmutter und Großvater gemeinsam ein Zeugnis geben, dort gelingt es erfahrungsgemäß am ehesten, den Glauben an die jüngere Generation weiterzugeben.“

  • Lieber Rudolf, wir müssen heute aber auch noch der vielen Annas und Joachims (Ehemann der Hl. Anna und Großvater Jesu) gedenken, die morgen Namenstag haben. Wer heißt hier Joachim oder Anna?“

  • (Mehr konnte der Autor auf die Schnelle nicht fotografieren.)

  • Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag!

  • „Schau, wie viele Menschen den Namen der Heiligen tragen.“

  • „Auch an den vielen Namenswidmungen kann man sehen, wie populär die Verehrung der Heiligen Anna ist.“

  • Bischof Frantisek hatte dem Regensburger Bischof seinen Bischofsstab überlassen. Und der hat es in sich. Er ist nämlich ein Geschenk des Heiligen Papstes Johannes Paul II. Geschnitzt aus Olivenholz aus dem Heiligen Land.

  • Bischof Rudolf dankte seinem Mitbruder herzlich für die symbolträchtige Leihgabe und für die Möglichkeit, dieses Pontifikalamt gemeinsam zu feiern. Zum Abschluss der Predigt beteten die Bischöfe: „Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind, wir freuen uns, dass die Stadt ein Fest für die Wallfahrer ausrichtet, wir freuen uns, dass wir als Bischöfe zusammen an der Brücke weiterbauen dürfen und wir bitten um eine Vertiefung unserer Beziehungen in einem auf den Fundamenten des Christentums aufgebauten vereinten Europa. Heilige Mutter Anna, bitte für uns. Amen.

  • In der Mitte des Hochaltars übergibt die Tochter Maria ihrer Mutter Anna das Jesuskind.

  • Bürgermeisterin Martina Nemeckova hieß die Wallfahrer herzlich in Plan willkommen und lud sie ein, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, die sich über das ganze Wochenende erstrecken. Die großherzige Initiative der Stadt öffnet für die Wallfahrer, für die Bürger der Stadt, für die Vertriebenen und für die bayerischen Nachbarn die Chance eines zukunftsweisenden und herzlichen Miteinanders. Dafür können alle Beteiligten nur dankbar und anerkennend sein.

  • Die sprachliche Brückenbauerin im Team ist Veronika Vasku

  • Sie übersetzte nicht nur Bürgermeisterin Nemeckova ins Deutsche, sondern auch Fördervereinsvorsitzenden Herbert Konrad ins Tschechische.

  • Herbert Konrad übergab den beiden Bischöfen und dem Tirschenreuther Pfarrgemeinderatssprecher Reinhard Legat einen Erinnerungsteller.

  • Zu guter Letzt war Bischof Frantisek wohl doch erleichtert, seinen Hirtenstab unversehrt zurückbekommen zu haben.

  • Bürgermeisterin Martina Nemeckova lud die Ehrengäste anschließend zu einem Mittagsessen in die nahegelegene Gaststätte auf dem Pilgerberg. Der Autor dieses Berichts kann bezeugen: Das Bier, die Suppe und die anderen Speisen sind einen Besuch auf der herrlichen Sonnenterrasse wert.

Die Bischöfe von Pilsen und Regensburg,  Frantisek Radkovský und Rudolf Voderholzer, begleiteten  am vergangenen Freitag, dem 25. Juli, die große Wallfahrt zur Heiligen Anna von Plana/Plan im böhmisch-bayerischen Grenzgebiet. Außerhalb des Städtchens liegt die Wallfahrtskirche. Wie lange auf dem Hügel inmitten der Felder und Wälder Nordböhmens schon eine Kirche steht, kann niemand mehr genau sagen. 1.000 Jahre sind es mindestens und seit rund 600 Jahren machen sich Pilger hierhin auf den Weg, um die Heilige Anna, die Großmutter Jesu, zu verehren. Die Vertreibung der böhmischen Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die kommunistische Diktatur vernichteten die uralte christliche Tradition. Als aber vor 25 Jahren die innereuropäische Mauer-Grenze fiel, da nahmen die Menschen das Erbe ihrer Vorfahren wieder auf. Für viele Vertriebene und ihre Nachkommen ist die Annawallfahrt wie ein Familientreffen. Die heutigen Bewohner Plans sind deshalb nicht ausgeschlossen. Die Wallfahrt ist ein Pilgerweg der Versöhnung, eine lebendige Brücke, die ihre Fundamente in Christus baut. Die tschechischen Böhmen von heute sind noch eine Minderheit im Pilgerzug. Viele Bewohner betrachten den Zug mit einiger Distanz. Die Blicke sind aber offen und begrüßend. Schließlich ist es die Bürgermeisterin Martina Nemeckova, die zusammen mit Herbert Konrad vom Förderverein St. Anna die Schirmherrschaft übernommen hat. 

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